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Comeback mit neuer Sat.1-Show: Gewagte Ritte mit Ulla Kock am Brink

Ulla Kock am Brink, deren Stern am Show-Horizont Anfang der 90er Jahre aufging, versucht bei Sat.1 mit der neuen Show "Die perfekte Minute" ein Comeback.

Wenn Günther Jauch an diesem Freitag die üblichen fünf bis sechs Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen versammelt, tobt auf einem anderen Sender der Existenzkampf: Ulla Kock am Brink, deren Stern am Show-Horizont Anfang der 90-er Jahre aufging, versucht bei Sat.1 mit einer neuen Show ein Comeback. "Die perfekte Minute" heißt die Sendung um 20.15 Uhr, die der mittlerweile 48-jährige Moderatorin in fünf Folgen die Chance gibt, sich im Haifischbecken Fernsehen zu behaupten. Ihre Erfolgschancen sind schwer einzuschätzen.

Und darum geht es in der Sendung: In einer Minute müssen die Kandidaten eine diffizile Aufgaben erfüllen. Wer zum Beispiel es schafft, drei Golfbälle übereinanderzulegen, Schraubenmuttern mit Hilfe eines Essstäbchens zu stapeln oder fünf Äpfel aufeinander zu türmen, kommt eine Runde weiter. Zehn Herausforderungen muss der Mitspieler bestehen, dann darf er 250 000 Euro einstecken. Drei Joker darf er zwischendurch ziehen, und er darf auch jederzeit aussteigen. Dann streicht er den Preis für die Gewinnstufe ein, auf der er angekommen ist.

Kock am Brink, die im Februar nach ihrer Trennung von Ehemann Theo Baltz Aufmerksamkeit erregte, sieht der neuen Reihe mit Optimismus entgegen. "Die Show spricht ganze Familien an, sie ist spannend, wir machen nicht in Gigantismus", sagt sie. ""Die perfekte Minute" lebt von den Kandidaten, die mit mir den Ritt wagen." Ihr kühles Image von früher, als sie die "100 000 Mark Show" auf RTL präsentierte, führt sie nur darauf zurück, dass "ich eine reiche Gefühlswelt habe, dass ich etwas wirklich spannend machen kann - und das kommt vielleicht manchmal als Kälte rüber."

Der Ritt mit Ulla ist für die Protagonistin und den Sender risikobehaftet. Sat.1 quält sich seit langem mit der Suche nach einem guten Format am Freitagabend gegen Günther Jauch herum. "Das weiß doch jedes Kind!", eine Show mit der agilen Cordula Stratmann, litt trotz Tempo und Witz unter rückläufigen Quoten. Auch die Suche nach einem Musical-Star blieb ohne große Resonanz. Zuletzt scheiterte auch die "Schillerstraße" auf dem Sendeplatz. Zwei Stunden dauert Kock am Brinks Spieleshow - nach Jauch muss sie sich auch mit "Let's dance" bei RTL auseinandersetzen.

Kock am Brink selbst ist kein Garant für Quote. Nach der "100 000 Mark Show" auf RTL, die um die zehn Millionen Zuschauer sahen, folgten nicht gerade die Hits. Die Lotto-Show auf der ARD funktionierte noch so einigermaßen, die Quizshow "Cash" im ZDF musste beendet werden, die tägliche "Ulla Kock am Brink Show" entpuppte sich als Fiasko. "Das war ein schockartiges Erlebnis für mich", sagt Kock am Brink. "Das Format hatte keinen roten Faden, es war dramaturgisch nicht durchdacht." Die werktägliche Sendung "Die Ulla Kock am Brink Show" wurde nach zwei Monaten wegen zu geringer Quoten eingestellt.

Ein weiteres Risiko mag darin bestehen, dass die Firma Shine Germany mit der "perfekten Minute" ihr erstes Produkt abliefert. Shine gehört Elisabeth Murdoch, der Tochter des Medienkaufmanns Rupert. Als Deutschland-Chef verpflichtete Shine im Frühjahr 2009 Axel Kühn, der zuvor Programmdirektor bei RTL II war. Er steht nach einem Jahr Amtszeit hiermit vor seiner ersten Bewährungsprobe als Shine-Manager.

DPA / DPA
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