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Dschungel-Show: Hack-Attacke gegen Hacke-Beil

Die vierte Mutprobe musste Läster-Queen Caroline Beil meistern. Ihre Aufgabe: als lebendes Büffet zu hungrigen Straußen ins Gehege steigen.

"Ich bin ein Star – holt mich hier raus". Zutreffender könnte der Titel einer Show nicht sein. Es geht um neun Prominente, die zwölf Tage im australischen Dschungel verbringen und täglich eine Mutprobe bestehen müssen. Aber eigentlich geht es nur darum, wie weit Stars gehen, um im Rampenlicht zu stehen. Die RTL-Dschungel-Sendung, die bisher nur durch Costa Cordalis' unerträgliche Gesänge und nervige Moderatoren auffiel, schockte gestern mit einer blutigen Prüfung, die stark an Alfred Hitchcocks "Die Vögel" erinnerte.

Das Zuschauer-Voting war eindeutig. Ganz nach dem Motto "Das hat sie nun davon" musste diesmal Läster-Queen Caroline Beil ran. Nachdem ihr Dschungel-WG-Kollege Daniel Küblböck bei der dritten Aufgabe an den Wasserspinnen scheiterte, hatte das Publikum Erbarmen mit dem ewig plärrenden Superstar-Teilnehmer. Dieser jubelte übrigens vor Erleichterung und bedankte sich ganz artig bei den Zuschauern.

Hack-Opfer: Caroline Beil

Die RTL-Programmschreiber hatten sich etwas ganz Gemeines für die 37-Jährige ausgedacht: die Hack-Attacke. Diesmal sollte es nicht Caroline sein, die ordentlich über die anderen Camp-Bewohner herzieht (Spitzname: Hacke-Beil). Nein, diesmal sollte stattdessen auf Caroline herumgehackt werden.

Beschmiert mit Zuckersirup und garniert mit Vogelfutter musste die TV-Moderatorin in ein Gehege mit Straußen klettern. Dort sollte sie innerhalb von fünf Minuten neun Sterne aus der festgestampften Erde graben - sozusagen ein lebendes Büffet für die hungrigen Riesenvögel. Die Angst stand Caroline ins Gesicht geschrieben, denn Strauße können richtig zulangen. Ein Tierwärter warnte sie, vorsichtig zu sein und die Tiere auf gar keinen Fall zu schubsen.

Von Arschgeigen und Idioten

Zitternd stellte sie sich der Aufgabe. Aber wie Hitchcocks Melanie Daniels hatte sie keine Chance gegen die spitzen Schnäbel. Ihr eilte jedoch kein heldenhafter Mitch Brenner zur Hilfe. Anfangs versuchte sie noch beruhigend auf die Vögel einzureden. Doch die kannten keine Gnade. Ihre gierigen Mäuler zwickten und pickten in ihre nackten Armen. Caroline verlor die Nerven: "Scheiße, ihr Motherfucker, jetzt reicht's". Auch Begriffe wie "Arschgeigen" und "Idioten" fielen.

Nach fünf Minuten war sie von der Qual erlöst. Zerrupft, blutig und mit blauen Flecken übersäht verließ sie das Gehege. Ihre Ausbeute: drei Sterne. Großzügig gaben die Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach noch einen wegen Tapferkeit hinzu. Den Tränen nahe gestand Caroline: "Es war ein Albtraum. Es hat super wehgetan".

So sehr wahrscheinlich jeder der Camp-Zicke eine Abreibung gegönnt hat, so wenig gelungen war diese sadistische Folge. Mittlerweile wächst der öffentliche Druck gegen die RTL-Show. Der Zürcher Psychologe Mario Gmür bezeichnete die Sendung in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung als "eine hausbackene Urwald-Folterkammer, eine Geisterbahn". Jo Groebel, Generaldirektor des Europäischen Medieninstituts, sprach in der "Bild" von "Methoden, die an Folter erinnern". RTL wies alle Vorwürfe zurück: "Die Teilnehmer handeln eigenverantwortlich und sind Personen des öffentlichen Lebens, die genau wissen, was sie tun", sagte ein Sprecher. "Wir quälen niemanden."

Naja, außer vielleicht das Publikum...

Irena Güttel