HOME

Stern Logo Dschungelcamp

TV-Kritik

Dschungel Tag 6: Yippie Yippie Yeah Yippie Yeah, Krawall und Flenni-Flenni

Die Hälfte aller Kandidaten kloppt sich die Köpfe ein: Tommi gegen Sibylle, Gisele gegen Yotta, Doreen gegen Gisele. Es wird viel geweint. Nur Evelyn und Domenico beschließen vorerst: Stein drüber!

Von Simone Deckner

Dschungelcamp 2019 : Ein Pornostar, ein Ex-Pärchen und die Stimme von Alf – diese Kandidaten sind dabei

Tag 6 im Dschungel. In Australien herrschen Rekordtemperaturen bis zu 50 Grad. Die Stimmung zwischen Tommi Piper (77) und Sibylle Rauch (58) hingegen: schockgefrostet. "Irgendwie ein Riesendrama" sei da passiert, fasst Currrywurstmann Chris die Geschehnisse für die Zuschauer und den in seinem eigenen Glücksbärchi-Orbit schwebenden Peter Orloff zusammen.

Was genau war passiert? Wenn man den Prostata-gepeinigten Piperoni fragt: nichts. "Die lügt!", echauffierte er sich. Alles Blödsinn, was die "Frau Rauch" da erzähle. Frau Rauch hatte erzählt, sie habe mutterseelenallein des Nachts am Lagerfeuer ausharren müssen, weil der Piper, Tommi sich in Richtung Bett entfernt habe. Das sei ja aber streng verboten: allein Nachtwache schieben. Sie habe ihn dann eigenhändig wieder holen müssen. Und kaum am Feuer angekommen, passiert was? Er scheucht sie weg, mit einer abfälligen Armbewegung noch dazu. "Wie eine Aussätzige", habe sie sich behandelt gefühlt, sprach Frau Rauch. Tränen rannen. Es waren nicht gerade wenige.

Der Tommi tobte derweil. "Sie ist dödelig!", zischte er. "Die ist krank!", befand er kurze Zeit später. Es klang trotz typischer "Alf"-Intonation alles so gar nicht lustig. Eher wie die schon tausendfach gespielte Platte "Die Frau ist durchgedreht" in der neu aufgelegten Alte-weiße-Männer-Version. "Die Stimme von etwas zu sein, ist etwas ganz anders als selbst berühmt zu sein", philosophierte Frau Rauch später im Dschungel-Telefon. "Ich kenne die Frau gar nicht. Ich gucke solche Filme nicht. Ich bin schlau", sagte der Piper, Tommi. Wir lassen das jetzt einfach mal so nebeneinander stehen und wirken.

Sibylle Rauch meckert bei Domenico (l.) über Alf-Stimme Tommi Piper. Der wiederum hält sie für "dodelig".

Sibylle Rauch meckert bei Domenico (l.) über Alf-Stimme Tommi Piper. Der wiederum hält sie für "dodelig".

Dass nicht alle Rentner rohe Rabauken sind, bewies erneut Peter Orloff. Was für ein grundgütiger Mensch, ein echter Harmonienmeister! Nachdem er bereits gestern Evelyn und Domenico für ihren "tollen Umgang miteinander" gelobt hatte, kurz bevor die Zwei sich an die Gurgel gingen, ergriff er mitten im Zwist der zwei verzankten Oldies das Wort: "Jeder von euch ist ein toller Mensch! Nichts ist passiert. Unser Camp zeichnet eine totale Harmonie aus, also einfach Schwamm drüber!" Piper zeterte derweil unentwegt weiter. 

Gisele macht Yotta zu The Biggest Loser

Zetern, gutes Stichwort. Nachdem erneut das Schlimm-Team Gisele und Bastian Yotta gemeinsam in die Dschungelprüfung musste, hatte man vorm heimischen TV vorsichtshalber schon mal die Ohrenschützer bereit gelegt und mit dem Nachbarn Wetten abgeschlossen, wie schnell Gisele dieses Mal mit tränen erstickter Stimme den Satz "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!" rufen würde.

Dann geschah so etwas wie ein Wunder am sechsten Tag der Dschungelschöpfung.

Dschungelcamp 2019, Tag 6: 4:0 für Gisele! Bastian Yotta geht baden
Dschungelcamp 2019

Weil sie am Dienstag so erfolglos waren, durften Bastian Yotta und Gisele Oppermann am Mittwoch gleich noch mal ran: Die beiden mussten in die Dschungelprüfung. Der selbsternannte Camp-Motivator verpasst Gisele mal wieder ein Coaching, denn diesmal soll es mit den Sternen klappen. Dass er selbst vielleicht das Problem sein könnte, das kommt dem Möchtegern-Millionär nicht in den Sinn.

Gisele holte vier Sterne. Sie hatte diese ergattert, während sie bis zum Hals in einer Art riesigen Gemüsehobel steckte. Diverses, flüssiges Ekelzeugs war über ihren Kopf gerauscht. Sie hatte "fast gekotzt", geschrien – und zugepackt. Bastian Yotta hatte hingegen konstant ins Leere gegriffen und keinen einzigen Stern aus der Unsuppe gefischt. Und das trotz "Weiter, weiter, immer weiter" und "Ich gebe 100 Prozent"-Selbstanpeitschung. "Vollkommen scheiße", fühle er sich jetzt, so Yotta nach der Prüfung.

Es kam aber noch übler also besser: Erst verweigerte Gisele Yottas hochgestreckte Hand zum High Five, dann holte sie zum verbalen K.O. aus: "Lass‘ mich! Ich weiß, dass ich das super gemacht habe!" Und wie das sein könne? "Du machst hier die ganze Zeit auf großer Macker" und dann das: Trotz "Riesenhänden" keinen einzigen Stern geholt! Pah!

Das motivierte den Motivationsguru eher so mittel. Es entspann‘ sich ein denkwürdiger Dialog:

Yotta: "Ich finde es unfair, mir hier öffentlich in den Rücken zu fallen."

Gisele: "Wieso öffentlich? Das ist doch alles öffentlich hier."

Danach brachen bei Yotta alle Dämme. "Auf den Yotta haut man halt gerne drauf. Ja, der sieht stark aus, auf den kann man drauf hauen." Seit 20 Jahren passiere ihm das. Immer druff auf den Yotta. Der sieht ja so stark aus. Dabei hat er auch ein Herz und eine Seele, der Yotta. Egal, wie stark das Drumherum aussieht! Gisele stand daneben und guckte maximal gelangweilt. Später entschuldigte sie sich beim völlig zerknautscht wirkenden Yotta – der Currywurstmann hatte ihr ins Gewissen geredet. Das Wort "unfair" fiel. Ausgerechnet Yottas Erzrivale macht sich für ihn gerade. Wehe, der starke Yotta sieht das später im Fernsehen.

Doreen und Gisele zoffen sich auch noch

"Diese Frau macht mich wahnsinnig, diese Gisela!", kochten die Emotionen abends am Lagerfeuer erneut hoch. Dieses Mal im Clinch: Doreen und Gisele. Auslöser der erneuten Dschungel-Disputs: ein Huhn. Gisele wollte es kochen. Doreen auch. "Die Alte" solle sich mal nicht ständig einmischen, ätzte eine ganz und gar unheulsusige Gisele. "Du bist eine egoistische ... kleine ... Drama-Queen!", blaffte Doreen und biss sich sinnbildlich auf die dicke Lippe. Kinder, wo soll das alles enden?

Immerhin zwei Streithähne begruben vorerst das Kriegsbeil. "Wollen wir einen Stein drauf legen?", fragte Domenico die Frau, die er erst gestern als "größte Lügnerin" platt gemacht haben wollte. Dann streckte er eine Ghettofaust in Richtung Evelyn. Die schlug ein – eher ein Zeichen von Resignation denn von Versöhnung. Für Domenico, den Happy Family-Man ("Gibt voll viele Likes auf Instagram!") ist die Sache damit durch.

Zuvor hatte er Chris aber och ins Ohr geflüstert, dass seine Ex ja auch mal was mit dem Ex von der Ochsenknecht am Laufen gehabt habe. "Der im Big Brother-Haus war?, fragte der Currywurstmann ungläubig, "dieser Bullut?" Eben der, befeuerte Domenico sein Gerücht. Ob das nicht alles Bullshit ist? Schalten Sie auch morgen wieder ein!

Die Dschungelcamp-Gewinner der letzten Jahre