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+++ TV-Kritik +++

Dschungelcamp 2018: Dschungel-Tschenny besteigt den Thron

Keine Krone für Negroni. Und als Tina endlich bleiben will, muss sie gehen. Am Ende gewinnt Jenny Frankhauser das Finale der zwölften Ausgabe von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus".

Von Ingo Scheel

Dschungelcamp 2018: Jenny Frankhauser ist Dschungelkönigin 2018

Katzenberg-Schwester Jenny Frankhauser ist Dschungelkönigin 2018

Das Schicksal gibt die Karten, aber du spielst das Spiel - spätestens als Jenny derlei glückskeksige Sprüche-T-Shirt-Sprüche fast beiläufig veräußert, dämmert es auch den letzten drei Zuschauern, die noch nicht pennen: Hier sitzt wohl die zukünftige Dschungelkönigin. Nicht Tina, nicht die Königin der Schmerzen, die Lady Ti wider Willen. Auch Daniele, der kieferstarke Nikotineur, hat am Ende das Nachsehen. Rauch, Schmauch und dies und das - zweiter Platz, ein ironisches Déjà-Vu für den Blauschopf, der ja auch schon bei seinem Dschungel-Anbahnungsauftritt im Rahmen von "Deutschland sucht den Superstar" den zweiten Platz belegt hatte.

Dabei hatte der Finaltag kurz zuvor einen der Großen der Camp-Historie mit tragischem Timing ins Jenseits verabschiedet. Die Nachricht vom Tode Rolf Zachers machte die Runde. Anno 2016 gehörte der Schauspieler zur Besetzung des Camps und der Blick in die Annalen lässt noch einmal mit der Zunge schnalzen: Zacher. Gabriel. Elvers. Brigitte Nielsen. Kasalla. Menderes. Höllena Fürst - was für ein Jahrgang. Wir erinnern uns: Rolf Zacher war schon angeschlagen angereist, hatte einen ähnlichen Schlafmodus wie Tina York - also gern, oft und lange - und schlich, wenn er denn nicht das Feldbett zierte, wie eine ältliche Squaw durch das Camp, bis er schließlich auf Empfehlung der Ärzte selbiges bald wieder verlassen musste. Dass er vor dem diesjährigen Finale den letzten Weg antritt, ist von schmerzhafter Symbolik. Der eine oder andere Zuschauer dürfte es ihm in den letzten zwei Wochen Dschungelcamp gleich getan haben. Also symbolisch natürlich. Metaphorisch. Sie wissen, was ich meine, Stichwort sterbenslangweilig.


"RTL - das steht für was"

Dass der Trübsinnigkeit ausgerechnet in der Finalsendung ein Ende bereitet wird, davon war nicht auszugehen, und siehe da: Wurde es auch nicht. Im Mittelpunkt von bald drei Stunden standen traditionell die Dschungelprüfungen der drei letztverbliebenen Kombattanten, es sollten die Zutaten für das letzte große Dschungeldinner erfochten werden. Der Sender hatte seine Buchstaben in den Infozettel mit dem Prüfungsbriefing geschmuggelt und das triggerte beim Daniele - schon mal aufgefallen, dass sein Name ein Anagram von "leide an" ist? - merkwürdige Decodierungsgelüste: "Warte, warte, warte…" entfuhr es ihm hektisch und es klang wie der Widerhall eines alten Liedes von Stefan Raab, "RTL - das steht für was". Ah ja. "L steht für Leibspeise!" So, so. "T wie Tauchen oder für Trinken." Nun denn. "Aber was heißt R?" Vielleicht Ratlosigkeit, lieber Daniele? Wie sich später herausstellte, hatten die Zettelschreiber sich gar nichts dabei gedacht. Herrlich. Wieder eine Viertelstunde rumgebracht.

Duschen, Felsen, Kakerlaken: Das ist alles fake im Dschungelcamp

Die Prüfungen im Schnelldurchlauf: Jenny musste sich in plexigläserne Travolta-Pose stellen - ein Arm nach oben, einer nach unten - und wurde mit Spinnen, Ameisen, Mehlwürmern, Kakerlaken, Krabben, Krebsen, hungrigen Hummern dichtgeschüttet. Das stand sie bewegungsarm durch, die Belohnung für soviel Stoizismus: alle Sterne. Die holte auch Daniele, der Schweinsnase und Fischgülle ebenso am Würgereiz vorbei die Kehle hinunterschlang wie angebrütetes Ei und Bullenpenis. Wie er letzteren so gut bewältigte? "Ich stelle mir meinen Penis vor", seine Erklärung. Das lassen wir mal so stehen.

Dschungelcamp, Tag 16: Jenny Frankhauser ist Dschungelkönigin: Die besten Bilder vom "Ibes"-Finale
Dschungelcamp: Das Finale in Bildern – David verlässt das Camp

Ein glücklicher Vierter: David Friedrich musste einen Tag vor dem großen Dschungelfinale das Camp verlassen. Etwas schmaler aber mit noch immer perfekt sitzenden Haaren macht er sich auf den Rückweg ins Hotel. Sein Frisurengeheimnis muss der "Bachelorette"-Gewinner noch verraten. 

Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de

MG RTL D


Jenny gewinnt das Dschungelcamp

Für Tina York schließlich war allein die Prüfungsposition schon entgegenkommend gestaltet: Die Sängerin durfte unterirdisch liegen und sich von Schlangen und Gewürm bekrabbeln lassen. Und siehe da: Die Zitrone hat noch viel Saft. Auch York holte alles, was zu holen war. "Brauchst Du einen Stuhl?" fragt Daniel Hartwich die ausgezehrte Diseuse im Anschluss. "Nein, ich bin ja nicht alt", ihre Antwort. Auf XL-Prüfungen folgte das lauschige Dinner, immer eine gute Gelegenheit, sich auf eine dem Dschungelcamp nachfolgende Showstation, das perfekte Promi-Dinner, einzustimmen. "Das ist ein Gaumen-Orgasmus", so Negroni über seine scharfe Salami-Pizza. Der Mann scheint gut aufgestellt zu sein, für einen zweiten Platz sollte es auch beim Wettkochen reichen.

Dann geht alles irgendwie ganz fix. Tina wird rausgekegelt, die Gute sieht es sportlich: "Ich denke an die schöne Zeit. Und ich hab’ immer abgespült". "Ein Stück weit reifer" ist das, was Daniele aus dem Camp mitnimmt. Sein Märchen "Der kleine Lord extra" muss ohne Happy End auskommen. Das blieb mit Jenny Frankhauser schließlich einer Kandidatin belassen, die man lange Zeit eher nicht auf dem Zettel hatte. Gut - sie ist fleißig. Sie macht was mit Online. Und ihre Mutter ist auch die Mutter von der Katze. Am Ende aber war ihr Erfolgsgeheimnis schlichtester, und damit nachvollziehbarster Natur: "Ich bin die Jenny. Und das ist alles, was ich bin". Herzlichen Glückwunsch, Eure Hoheit.

Bis man das alles verdaut hat, bleibt zum Glück etwas Zeit. Ein ganzes Jahr, um genau zu sein. Ich zitiere zum Abschied ein letztes Mal den guten Daniele:

Vielleicht sieht man sich mal wieder. Dann rauchen wir eine zusammen.

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