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Dschungelcamp 2019: Doof aber herzlich - spielt Evelyn Burdecki das naive Blondchen bloß?

Nach zehn Tagen im australischen Urwald ist die Luft raus: Das Dschungelcamp plätschert vor sich hin. Eigentlich könnte RTL bereits jetzt Schluss machen, denn die Siegerin steht so gut wie fest: Dschungelkönigin Evelyn I.

Evelyn Burdecki

Wer nicht fragt, bleibt dumm: Evelyn Burdecki im Dschungelcamp.

MG RTL D

Nach zehn Tagen Dschungelcamp scheint die Luft raus zu sein: Die Zuschauer langweilen sich bei faden Prüfungen und dem immer gleichen Tränendrama "Dschungelpost aus der Heimat". Selbst die beiden Sreithähne Bastian Yotta und Chris Töpperwien vertragen sich, während Heulboje Gisele Oppermann sogar Sterne holt. Was hoffnungsvoll als das vielleicht beste Dschungelcamp seit Sarah Knappik begann, siecht im Tina-York-Tempo dahin. Nur eine hält dieses Camp am Quotenleben: Evelyn Burdecki.

Ausgerechnet die "Bachelor"-Kandidatin ist drauf und dran, Dschungelkönigin 2019 zu werden. Mit ihr hatte kaum einer gerechnet. Am Anfang als Dummchen abgestempelt, überzeugt Burdecki mit ihrer authentischen und entwaffnend naiven Art. Anders als die Yottas und Töpperwiens dieser Welt, spielt die 30-Jährige keine Rolle, sondern ist, wie sie ist: glaubwürdig, teamfähig, herzlich.

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"Du bist die Schlampe, ich bin ein normaler Mensch"

Ihr Aufstieg zur Thron-Aspirantin begann mit einem gebrochenen Herzen und einem unschönen Streit mit Ex-Freund Domenico de Cicco. Die beiden lernten sich bei "Bachelor in Paradise" kennen und Burdecki verfiel dem schönen Gigolo ("Ich habe mich wirklich in den verliebt"). Was sie nicht wusste: Auf de Cicco wartete zuhause eine schwangere Freundin. Im Dschungelcamp traf das Ex-Paar  erstmals wieder aufeinander. Doch statt sich zu entschuldigen, flüchtete sich de Cicco in Ausreden. Frei nach Pietro Lombardi ("Du bist die Schlampe, ich bin ein normaler Mensch") ging das für de Cicco nicht gut aus. Die Zuschauer hatten Mitleid mit Burdecki - wie konnte sie nur an den geraten? - und wählten ihn raus.

Das Mitleid ist Begeisterung gewichen. Denn statt sich in die Opferrolle zu begeben, meistert Burdecki den Dschungel mit Bravour und viel Humor. Ihre Sprüche sind Kult:  "Ich habe keine Fehlbildung", sagt sie und spielt damit nicht auf eine körperliche Verfassung, sondern ihr Fachabitur an. Dass es um ihre Allgemeinbildung trotzdem nicht gut bestellt ist, wird bei einer Schatzsuche und einem Quiz deutlich. Burdecki faselt vom "amerikanische Ozean" und "diesem Ardenauer" (sic). Auweia!

Burdecki unterhält das Dschungelcamp

Egal ob es um Biologie, Geografie oder Grammatik geht: Burdecki ist meist ahnungslos – und liefert damit beste Fernsehunterhaltung. Entsetzt fragen sich die Zuschauer: Wie kann die denn das Fachabitur geschafft haben? Die Antwort lieferte sie gleich selbst: "Der Biologielehrer war immer viel zu nett zu mir."

Doch so groß die Wissenslücken auch sein mögen: Burdecki überrascht mit einem nicht enden wollenden Wissensdrang. Ganz nach der Sesamstraßen-Devise "Wer nicht fragt bleibt dumm" löchert sie Chris Töpperwien zum Thema platzende Hoden und Peter Orloff zu Goethe und dessen Verhältnis zu Frauen. Sie hat ein klares Ziel – und das ist nicht die nächste "Bachelorette"-Show oder Fernsehdummchen: Burdecki will "irgendwas mit Finanzen" studieren und danach an der Wall Street arbeiten. Bei so viel Selbstvertrauen bleibt den Zuschauern die Luft weg.

Ist die sie doof oder tut die vielleicht nur so? Der Verdacht liegt nahe: Mit der "Sei schlau, stell dich dumm"-Masche erschufen Verona Pooth und Daniela Katzenberger ein Imperium. Könnte es also sein, dass auch Evelyn Burdecki das Blondchen nur spielt? Hortet sie in Wahrheit im heimischen Regal Bücher von Proust und Kant? Sind Sätze wie "Ich habe keine Fehlbildung" von ihr kalkuliert? Dann hätte sie die Dschungelkrone 2019 erst recht verdient: als beste Gaglieferantin ever, ever, ever. Und einen Oscar als beste Schauspielerin müsste sie obendrauf bekommen. 

Zum Sieg beim Dschungelcamp 2019 fehlt Evelyn Burdecki eine letzte große Dschungelprüfung. Beweist sie darin ihren Mut, wird ihr der Thron auch von "GZSZ"-Liebling Felix van Deventer oder Currywurstmann Chris Töpperwien nicht mehr zu nehmen sein. Langeweiler hatte das Dschungelcamp genug. Jetzt ist Burdecki.

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mai