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TV-Kritik

Dschungelcamp, Tag 10: Heimwerker des Grauens – Sonja in der Inbusfalle

Wir bauen uns unseren eigenen Dschungel – oder besser nicht. Sonja und Prince Damien bewiesen in der Prüfung, dass sie offenbar noch nie einen Schraubenzieher in der Hand hatten. Dannis Doppelkinn zuckte vor Genugtuung. Gehen musste trotzdem keiner.

Von Mark Stöhr

Dschungelcamp, Tag 10: Sonja versemmelt die Prüfung – für Aufsehen sorgt aber Gina-Lisa Lohfink

Sagt ein Reality-Star zum anderen: "Ich vermisse meine Tochter." Antwortet der: "Die sieht dich jeden Tag im Fernsehen." Pause. "Hey, du hast Penis gegessen!" – "Nee. Arschloch." In der Denkfabrik des Dschungels geht das Feuer niemals aus. Mittlerweile noch neun Arbeiter der Stirn produzieren Gedankenblitze am laufenden Band, dass es nur so zischt zwischen Plumpsklo und Poofe. Nur allzu praktisch sollte es für die Feingeister nicht werden. Dann sind ihre Grenzen schnell erreicht. Dann zerfällt ihr Leben in seine Montageteile. Und alles fühlt sich an wie ein unaufgebauter Pax-Schrank von Ikea mit Schiebetüren.

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Wie euphorisch traten Sonja Kirchberger und Prince Damien gestern zur Dschungelprüfung an. Die Grande Dame und der kleine Prinz, im Streaming-Zeitalter auch sehr populär unter der Bezeichnung "Stepmom and Son". "Prince", war sich Sonja sicher, "hat vor vielen, vielen Dingen keine Angst." Schnitt. Gegendarstellung des DSDS-Duracell-Häschens: "Ich habe Schiss vor Tieren. Insekten, Krabbelviecher. Spinnen mag ich gar nicht. Ich habe Angst vor Skorpionen. Würmer, pah. Am meisten Angst habe ich vor Kakerlaken. Essen: schlimm, schlimm, schlimm. Geschicklichkeit ist für mich das Allerschlimmste. Auch Enge und Dunkelheit, wenn man nicht weiß, wo man ist."

Dilettanten-Duo mit Desaster-Show

Uff. Was Deutschlands Supermemme in der Aufzählung seiner Schwächen noch vergessen hatte: Seine einzige Berührung mit Werkzeugkunde beschränkte sich bislang auf Begegnungen mit der Mutter und Schreckschraube Danni Büchner. Auch durch die Hände der Kirchberger, 2018 immerhin als erste Frau zum "Pfeifenraucher des Jahres" gekürt, ging ganz offenbar noch kein Kreuzschlitz-Schraubenzieher und Inbus-Schlüssel. Nur genau das war die geforderte Kernkompetenz in der Prüfung: Die 55-Jährige musste in vier Kammern voller Tieren unterschiedliche Schraubentypen aufdrehen – und ihr Camp-Kollege ihr das entsprechende Werkzeug dazu liefern. Müssig zu erwähnen, dass er dabei knöcheltief in Insekten stand.

Dschungelcamp 2020, Tag 10: Chaos auf der Baustelle: Sonja und Prince Damien vermasseln die Prüfung
Dschungelcamp 2020

Toni packt ihre Sachen und geht. Die DSDS-Teilnehmerin hatte an Tag neun zu wenig Anrufe erhalten und muss das Camp als dritter Promi - nach Marco Cerullo und Günther Krause - verlassen.

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Das Dilettanten-Duo lieferte eine legendäre Desaster-Show ab. Sonja versuchte auf geradezu herzzerreissende Art das ihr so fremde Objekt zu beschreiben ("Das ist ein einfacher runder Kreis") – was sie brauchte, war ein Inbus –, während Damien über einen Seilzug nur Geschlitztes lieferte. Jeder Lehrmeister hätte ihn hochkant rausgeschmissen.  Während die Schauspielerin die lange Leitung ihres Mitstreiters mit feinem Spott bedachte ("Die Schlange auf meinem Rücken verliebt sich gerade in mich"), nahm der aus dem Fiasko zumindest eine wertvolle Selbsterkenntnis mit: "Ich bin einfach nur dumm."

Anastasiya mit einem "Schwank" aus ihrem Leben

Ein Stern. Nix zum Beißen. Das Doppelkinn der Büchner tanzte Lambada vor lauter Genugtuung. In der Nacht davor hatte sie griesgrämig mit Anastasiya und Sven vor dem Lagerfeuer abgehangen. Ihre Miene war zu einem einzigen Satz geformt: Ich will zurück nach S'Arenal. "Erzähl doch mal einen Schwank aus deinem Leben", forderte sie Anastasiya auf. Die gebürtige Ukrainerin runzelte die Stirn: "Schwank?" Sven Ottke erklärte: "Na, ich sach mal, ne Story." 

Und Anastasiya begann zum Entsetzen der Büchner tatsächlich zu erzählen. Es war eine traurige Geschichte. Sie handelte von Gewalterfahrungen in Beziehungen und Komplexen wegen ihres früheren Aussehens. Fast entschuldigend fügte sie hinzu, dass sie nie unter Magersucht gelitten habe, sondern "nur" unter Bulimie. Als gehörte so eine richtig existenzbedrohende Essstörung zur Standardausstattung einer interessanten Biografie. Im Laufe der Jahre sei die "Qualität" ihrer Männer besser geworden, schloss sie froh. Das ist sehr erfreulich. Zuletzt war sie mit Ennesto Monté zusammen.

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tkr