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Dschungelcamp, Tag 1 Tofuterz, Kackigate und fette Eier – dieses Dschungelcamp verleiht Flöögel

Harald Glööckler und Tara Tabitha diskutieren bei der Dschungelprüfung
Nein, hier wird kein berühmter Loriot-Sketch nachgespielt: Harald Glööckler und Tara Tabitha im Dschungelcamp.
© RTL
Life is a Vuvuzela! Das schönste Durchfalllager des Jahres ist zurück und bietet sofort alles, was es braucht: Erste Zicken-Zeichen, Eingeweide, Handtuchstreit und Sexbeichten. So darf, nein, so muss es weitergehen.

Das letzte Jahr kannste komplett streichen, ein Satz, den man nicht nur unter Karrusselbremsern, Studiomusikern und Gesundheitsministern in diesen Tagen des öfteren hört. Auch Dschungelcamp-Fans sahen sich anno 2021 ums Ersparte gebracht. Tiny Spaß im Tiny House war vor Jahresfrist das Motto, außer Filip Pavlovic, dem Gewinner dieses dünnwandigen Dschungel-Derivats, erinnert bei der jetzt gestarteten 15. Staffel von "Ich bin ein Star – holt mich hier raus" nichts mehr an jenes Camp en miniature, im Gegenteil, nicht nur Köln-Hürth ist Geschichte, sogar Australien, der angestammte Schauplatz, ist vorerst ad acta gelegt. Das Ziel in diesem Jahr lautet Südafrika. Da gibt es zwar gähnende Löwen, Giraffen und noch so einiges landestypische Getier, sonst aber ist eigentlich alles beim Alten.

Corona-bedingt hieß es zunächst "Ciao dem Lucas", doch auch ohne den rekonvaleszenten Cordalis 2 war Feuer unterm Helm, und wie. Traditionell an dieser Stelle, zum Auftakt einer frischen Staffel, die neuen Bewohnerinnen und Bewohner im Schnelldurchlauf mit ersten Impressionen, Verwerfungen und knirschenden Sollbruchstellen. Der Reihe nach, was so hängengeblieben ist: Tina Rulands Tiertotem ist das Hühnchen, sie ist Meat Loaf begegnet, Friede seiner Seele, hatte fast ein Date mit dem Dalai Lama und Bon Jovi ist mal an ihr vorbeigeschwebt. Oder war es umgekehrt? Eric Stehfest, der 9-Tage-wach-Mann mit dem caesarischen Kopftattoo, ist, ähm, also, nun ja, der ist auch dabei.

Endlich mal zeigen, wer man ist

Anouschka Renzi kennt den Glööckler, hat Ohrstööpsel mit und polarisiert schon seit bald 100 Jahren. Tara Tabitha kennt man zumindest in Ööstereich, bald sollen auch die USA fällig sein, aber erst einmal ist Deutschland dran. Janina Youseffian hat Angst vor Schlangen, die ihr "aus fünf Metern ins Auge spucken", Peter Althof, Bodyguard mit dem Charme eines alternden Zirkus-Direx, hat schon Muhammad Ali, Falco, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und "Meierei Curry" beschützt. Jasmin Herren will das, was alle Ex-Freundinnen, Witwen und ehemaligen Gespielinnen wollen, wenn sie endlich im Camp landen: Zeigen, wer sie ist. Die Ich-Maschine hat "genug auf die Fresse gekriegt", sie "steckt jetzt nichts mehr ein".

Ein Wesensmerkmal, das wohl auch auf Linda Nobat zutrifft, die gerade noch im "Playboy" blankzog und nun als Geburtstagkind ihr Dschungelbettchen bezog. Von dieser Stelle nachträglich ‚Happy Böörthday‘. Manuel Flickinger, der im Halbprofil ein bisschen so aussieht, wie David Bowie als Fehldruck auf einer seinem posthum erschienenen Vinylboxsets, mag den Glööckler, diese "große Persöönlichkeit", und ist qua Selbsteinschätzung so schwul, dass man es ihm einfach ansieht. Filip Pavlovic, der Tiny King 2021, will nur "chillen und sein Ding machen" und der Glööckler fährt ein, dass es nur so kracht: Frisch am Haupte nachbehandelt, aufgerüscht und nachgeplüscht, mit einem Tshirt, das aussieht wie das auftätowierte Oberteil eines Taucheranzuges, bestens gelaunt, mit klarem Blick, zwischen Royal und Realo.

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Das "Kacki"-Drama

Wer jetzt von Bestbesetzung munkelt, könnte richtig liegen, Paris St. Germain ist nichts gegen diese Traum-Elf. "They don’t have Springboks here", gibt Anouschka Renzi dem hiesigen Jeep-Fahrer zu verstehen und fällt fast in Ohnmacht, als sie lernt, dass sie ihr Geschäft, ihr "Kacki", ihre "Fäkalien", selbst entsorgen muss. Direkt nach Kackigate wischt sich Anouschkack auch noch mit dem Handtuch von Tina Ruhland übers Gesicht, was die wiederum auf 180 bringt wie ein Manta mit Abarth-Anlage. Und so geht es quer durch die Bank weiter. Filip Feuerstein macht Dampf unterm Kochkessel, Linda hatte noch nie einen One-Night-Stand, arbeitet stattdessen mit einem 90-Tage-Bann, wenn es um den ersten Sex geht, und zofft sich binnen zwei Happen mit Tina um den Tofu, als wäre der morgen verboten. Auf dem Örtchen wischen sich Anus-schka und Jasmin anschließend mit dem Desinfektionstuch durch den Schritt, was zwar "etwas brennt", aber irgendwie doch auch schön sauber macht.

Die Dschungelprüfungen gibt es gleich doppelt, eine akrobatische Variante, zweigeteilt in Steilwand und überdimensionale Klackerkugeln. Und was hier an Fingernagelknabber-Faktor fehlt, macht das Ekelgefühl beim Eingeweide-Essen wieder wett: Ein Schlimme-Augen-Aquarium, Kudu-Pimmel und Tier-Hoden stehen zum Verzehr bereit, gekotzt wurde dabei, wie sonst erst frühestens in Folge 3. "Wer hat so fette Eier?" wollte Tina Ruhland beim Testikel-Ertasten wissen. Das Warzenschwein, das Warzenschwein, so lautete die Antwort. Der anschließende Ei-Appetit wurde entsprechend kleingeschrieben. Haben wir etwas vergessen bei dieser facettenreichen Jungfernfahrt? Ach genau, wie Peter Halthof sich mit den Worten "Ich bin Pfadfinder" die Karte schnappt und sie dann stoisch falsch herum hält, das war einfach großartig. Und die Push-Up-Unterhosen vom Glööckler? Wunderschöön. Das Camp ist  zurück, es lebe das Camp. So erlebnisreich und bunt darf es gern bleiben. Wir lesen uns morgen wieder.


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