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Tag 3 im Dschungelcamp: Kein Mitleid für Sarah Knappik

Sie spuckte vorher große Töne und hielt dann bei ihrer Dschungelprüfung kaum länger als eine Minute durch: Seither hat Camp-Zicke Sarah Knappik einen schweren Stand bei den anderen Dschungelcampern. Und auch die Zuschauer haben kein Mitleid mit dem sensiblen Model.

Von Björn Erichsen

Jay Khan wurde wirklich wütend: Bisher war der ehemalige Boygroup-Star im Dschungelcamp höchstens durch seinen Waschbrettbauch aufgefallen. Doch jetzt vor der Kamera in der kleinen Hütte des "Dschungeltelefons" kriegt er sich kaum wieder ein: "Null Verständnis" habe er für das Verhalten von Sarah Knappik, für die Rechtfertigungen, das ganze Selbstmitleid. Und überhaupt: "Menschen gehen ins Dschungelcamp, um ihre Grenzen zu testen, Ausdauer zu beweisen und sich als Teamplayer in eine Gruppe zu integrieren – und das sind alles Sachen, die Sarah absolut nicht drauf hat." Peng.

Das Dschungelcamp nimmt Fahrt auf, so langsam bilden sich auch die Rollen aus: Katy Karrenbauer, enorm verständnisvoll, gibt die Camp-Mutti, Wedding-Planer Frank Mathée, genannt "Froonck", probiert es als Spaßkanone und Indira macht auf üppiges Dummchen - warum auch nicht?! Bei der launischen Eva Jacob weiß keiner so genau, ob sie sich nicht heimlich mit ihren Schwestern abwechselt und Camp-Guru Rainer Langhans schwebt sowieso in seiner eigenen Sphäre. Doch die eigentliche Sensation ist die bis dato weithin unbekannte Topmodel-Teilnehmerin Sarah: Die hat es fertig gebracht, sich im Dschungelcamp noch schneller unbeliebt zu machen als einst Giulia Siegel.

"Holt mich hier raus!"

Anfangs waren es nur die patzige Art und die Schlaumeiereien. Doch dann versagte die Reality-TV-Erfahrene Sarah bei ihrer Dschungelprüfung im großen Stil. Vorher tat sie wichtig, ließ sich von den anderen Insektenspray und Tarnfarbe bringen. Kaum war sie aber in den kleinen Tunnel hineingekrochen, um Sterne – und damit Essensrationen – zu ergattern, kollabierte sie vor dem selbst gemachten Leistungsdruck. An den paar einsamen Kakerlaken, die sich da im Schacht verliefen, kann es jedenfalls kaum gelegen haben. Sarah geriet in Panik, kam ins Keuchen, und nach exakt einer Minute und zwölf Sekunden musste Dr. Bob kommen und sie aus dem Erdloch befreien. Sie hatte diesen verlogenen Satz gerufen: "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!"

Und das muss man einer Horde hungriger Dschungelcamper erst einmal erklären: "Scheiße, ist mir das peinlich, ich hasse mich selbst. Jetzt müssen alle hungern wegen mir", traf sie den Nagel auf den Kopf. Als sie gut ein Dutzend Mal fabulierte, dass sie "die schwerste aller Dschungelprüfungen" gehabt habe, blieb Jay noch ruhig, obwohl seine dunklen Augen flackerten. Doch erst als sie sich auch noch weigerte, ein paar Töpfe abzuwaschen, weil sie zu erschöpft sei, schimpfte der Modellathlet los, und dann auch all die anderen.

Mehr Zuschauerbeteiligung

Das Schöne am Dschungelcamp ist, dass das Format eine besondere Form der Interaktivität bietet: Gefällt einem eine der Nasen auf dem Bildschirm nicht, kann man per Anruf dafür sorgen, dass die Nervensäge am nächsten Tag einen Kübel Kakerlaken über den Kopf geschüttet bekommt. Dafür muss man selbst noch nicht einmal die 50 Cent für den Anruf bei RTL ausgeben. Mann kann sich meist auf die anderen verlassen, ohnehin trifft es im Dschungelcamp nur selten einen Falschen. Diese Form der Zuschauerbeteiligung könnte durchaus auch mal andernorts zum Einsatz kommen: Allein bei ARD und ZDF gibt es pro Woche mindestens eine Handvoll Talkshows, die ein plötzlicher Ungezieferregen von der Studiodecke deutlich aufwerten würde.

Dampfbad im Busch

So gesehen ist es schade, dass sich Sonntagabend im Camp fast alles um Sarah drehte, hätten sich doch auch andere Teilnehmer ein paar Schaben verdient: Der agile Froonck etwa, mit seinem morgendlichen Aqua-Training im Dschungelcampteich, spätestens als er die juchzende Eva Jacob (oder eine ihrer Schwestern?) im Badeanzug auf seinen Schultern aus dem Wasser hob. Oder die Idee von Peer Kusmagk, ehemals GZSZ, im feuchtwarmen australischen Busch ausgerechnet ein Dampfbad einzurichten. Mit einer Pfanne heißer Steine im Telefonhäuschen gelang das sogar, doch der einzige, der es seither nutzt, ist Rainer Langhans.

Am Ende kannte das Publikum selbstverständlich keine Gnade mit Sarah und nominierte das labile Persönchen für die nächste Dschungelprüfung. Ausgerechnet gemeinsam mit dem wütenden Jay soll die überzeugte Vegetarierin irgendeine wurmdurchsetzte Oktoberfest-Brotzeit verspeisen. Gibt es eine Chance, dass das ohne mittelschwere Lebenskrise abläuft? Man kann Sarah Knappik jetzt eigentlich nur noch eines raten: Tasche packen und ab nach Hause, so schnell wie möglich, den Schaden irgendwie begrenzen. Hat man ja damals auch bei Giulia Siegel gesehen: Je länger sie blieb, desto schlimmer wurde es.