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TV-Kritik

"nissa": Enissa Amanis neue Show: Ein bisschen "Ladykracher"

Neue Sendung, neues Glück - Enissa Amani hat von ProSieben noch einmal eine zweite Chance bekommen. Das Format ist dieses Mal ein völlig anderes. In den sozialen Medien kommt es trotzdem nicht gut an.

Von Calli Weiß

Enissa Amani

Enissa Amani: Ist die Kritik an ihrer neuen Show gerechtfertigt?

Comedy-Star Enissa Amani sollte die Nachfolgerin von Stefan Raab werden. Der Hype und die Erwartungen waren groß, als im März diesen Jahres ihre Comedy-Talkshow "Studio Amani" startete. Doch der Erfolg ließ zu wünschen übrig. Die Quoten waren eher durchwachsen und sowohl den Kritikern als auch ihren eigenen Fans gefiel das Format nicht. Die Folge: ProSieben setzte ihre Sendung ab.

Nun hat die gebürtige Iranerin eine zweite Chance erhalten. "nissa - Geschichten aus dem Leben" heißt die neue Show und unterscheidet sich nicht nur im Namen von ihrer Ersten. Auch der Sendeplatz ist neu: Statt Montagabend läuft Amani jetzt am Donnerstagabend in einer Doppelfolge auf ProSieben. 

"nissa": Mischung aus Stand-up und Sketchen

Die Sendung ist etwas mehr auf die 30-jährige Komikerin zugeschnitten. Sie steht nicht mehr in einem vollgepackten Fernsehstudio, sondern im Kölner Gloria-Theater. Es geht auch verstärkt um das, was Enissa Amani ausmacht: Comedy. Die Show ist eine Mischung aus Stand-up und eingespielten Sketchen.

Jede Folge soll ein Thema haben, die Premiere dreht sich um "Karriere". Da spielt laut Amani Geld eine ganz große Rolle: "Ich bin in Frankfurt wirklich im Ghetto aufgewachsen und wir hatten gar kein Geld. Ich bin so arm gewesen, dass die Leute gedacht haben, ich bin Griechin," scherzt die Deutsch-Iranerin und fragt sofort nach Griechen im Publikum, um sich dann auch noch mit einer Umarmung für den Gag zu entschuldigen. Das macht sie sympathisch. Andererseits fragt man sich: Hätten sich Harald Schmidt oder Stefan Raab für einen Gag entschuldigt?

Die eingespielten Sketche sind meist weniger lustig. An der Besetzung liegt es auf jeden Fall nicht, denn die ist überdurchschnittlich gut: Schauspielerin Nora Tschirner ("Keinohrhasen") spielt Enissas beste Freundin, Sabine Vitua ("Pastewka") ist ihre Psychotherapeutin.

In der zweiten Folge geht es dann um das Thema "Stress". Amani teilt auch hier ganz schön böse aus: "Es gibt so Leute, die sagen: 'Ich brauche Stress.' Das ist Quatsch. Das ist so, als hätte Freddy Mercury gesagt, dass er HIV braucht." Darauf folgt wieder ein Sketch, wieder mit Nora Tschirner und Sabine Vitua in den selben Rollen.

Enissa Amani: Unter #nissa wird gehatet

In den sozialen Medien kommt die Show überhaupt nicht gut an. Ganz im Gegenteil: Enissa Amani wird zerrissen. Unter dem #nissa ist es quasi normal zu "haten".

Ist die Kritik gerechtfertigt - oder weinen viele Alteingesessenen Stefan-Raab-Fans bloß noch immer "TV Total" hinterher? "nissa - Geschichten aus dem Leben" ist weder mit "TV Total" noch mit "Studio Amani" zu vergleichen. Es hat eher etwas von "Ladykracher". Da begrüßte Anke Engelke in den ersten vier Staffeln ihr Publikum zu Beginn genau so wie Amani, anschließend wurden die Sketche eingespielt. Dass die Show noch nicht perfekt ist, ist klar. Aber sie ist eine Steigerung zum Vorgänger und sie unterhält.