HOME

ESC-Vorentscheid: Kein Großer wagt sich nach Wien

Einen Bart wie Conchita Wurst hat er schon: "The Voice"-Sieger Andreas Kümmert will für Deutschland beim ESC antreten. Anders als im Vorjahr muss der deutsche Vorentscheid ohne große Namen auskommen.

Von Jens Maier

Bislang sind kleine Bühnen sein Zuhause: Andreas Kümmert tingelte als Rock- und Soulsänger durch Clubs und Pubs. 2013 eroberte er die Casting-Show "The Voice of Germany" und gewann mit seiner Eigenkomposition "Simple Man" das Finale. Jetzt will er auf die größte Musikbühne Europas und vor 140 Millionen Fernsehzuschauern im kommenden Mai für Deutschland beim Eurovision Song Contest singen.

Kümmert ist einer von sieben Kandidaten, die am 5. März am deutschen Vorentscheid "Unser Song für Österreich" teilnehmen. Wie der NDR bekannt gab, werden sich auch Fahrenhaidt, Faun, Alexa Feser, Mrs. Greenbird, Laing und Noize Generation um das Ticket nach Wien bewerben. Mit welchen Songs die Künstler teilnehmen, wird erst zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt. Wer schließlich für Deutschland antritt, werden die Zuschauer per Telefonabstimmung entscheiden.

"Ich sehe es als eine große Chance, meine Songs einem breiten Publikum präsentieren zu können", sagte Kümmert, der neben den anderen Kandidaten von einer internen Jury aus Produzenten, Musikexperten und Fernsehmachern ausgewählt wurde. "Unsere Auswahl für Hannover - und das war ein intensives Ringen in unseren Meetings - hat sich an der Qualität der Songs und der Musiker orientiert", sagte Thomas Schreiber, Unterhaltungschef beim NDR.

Keine großen Namen in Hannover

Anders als in den Jahren zuvor fehlen auf der ESC-Vorentscheid-Bühne die ganz großen Namen. 2014 nahmen zum Beispiel Unheilig oder Santiano - die bereits Millionen von Platten verkauft hatten - an der Vorauswahl teil. Statt Chart-Stürmer sind es Nachwuchskünstler, die in der Hannover-Arena auf der Bühne stehen. Das liegt auch daran, dass bei etablierten Künstlern die Angst vor einem Scheitern groß ist. Im vergangen Jahr schnappten die Newcomer von Elaiza Unheilig den Platz für Kopenhagen weg - und das obwohl den Namen der Mädchenband wenige Wochen zuvor noch niemand kannte.

Beim Finale in Dänemark wurde die Auswahl der deutschen Zuschauer nicht goutiert. Es sprang nur ein enttäuschender 18. Platz heraus. Trotzdem bleibt der NDR bei seinem Konzept, auch dieses Mal wieder eine sogenannte Wildcard unter Newcomern bei einem Clubkonzert am 19. Februar in Hamburg zu vergeben. Vielleicht lauert ja auch diesmal die größte Gefahr für Kümmert, Laing und Co. unter den Underdogs.

mai