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Fernsehquoten Mit oder ohne Talent gegen Raab


Samstagabend heißt jetzt endlich wieder: Kuscheln zu Hause, Krawall und Krawumm im Fernsehen. Die neue Staffel von "Das Supertalent" bewegt sich auf ähnlich hohem Niveau wie im letzten Jahr. Die Auftritte schwankten von skurril bis bedenklich.

Wer will eigentlich sehen, wie eine vollschlanke Frau mit Drei-Minuten-Frisur Spaghetti von der nackten Brust ihres Keller-gebräunten Freundes isst - und das auch noch mit den Händen statt mit Besteck? Jeder vierte Fernsehzuschauer hat sich am Samstagabend dafür entschieden, genau das auf RTL zu schauen. Bei "Das Supertalent 2011" konnte man verfolgen, wie Dieter Bohlen anderen Leuten zusieht, wenn sie ihre Gabe mit der Nation teilen.

Drei junge Männer tanzten mit Hüftschwung und in Stöckelschuhen. Lady Gaga hätte es gefallen, Dieter Bohlen überraschenderweise auch. Als kultureller Höhepunkt des Abends wurde der "Erlkönig" im Gewand des 21. Jahrhunderts präsentiert. Eine Frau veränderte ihr Aussehen dabei, während sie zitierte, von einer Art Lack-und-Leder-Sarah-Palin zu nur noch Lack und gar kein Leder. Das große Finale - den verzweifelten Vater, der um das Leben seines Kindes bangte - erledigte sie knieend und mit Nippelaufklebern. Kulturpessismismus war gestern.

Obwohl in absoluten Zahlen weniger Menschen vor den Fernsehern saßen als noch am Freitag, konnte RTL die Quote in der Zielgruppe sogar noch steigern. 37,3 Prozent aller Menschen zwischen 14 und 49 Jahren schauten zu. Wer nicht Bohlen guckte, der war wahrscheinlich bei ProSieben und sah zu, wie Stefan Raab nach fast sechs Stunden 1,5 Millionen Euro verspielte. Über den ganzen Abend und die halbe Nacht hinweg erzielte "Schlag den Raab" 22,3 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe und erreichte 14,4 Prozent des Gesamtpublikums.

ono

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