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Supertalent von RB Salzburg Der FC Bayern und der BVB kämpfen um dieses deutsche Stürmer-Juwel

Karim Adeyemi
"Bis jetzt verläuft mein Weg wie geplant": Karim Adeyemi
© Christof Stache / AFP
Karim Adeyemi ist spätestens seit seinem Debüt in der Nationalelf gegen Armenien einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Der 19-jährige Münchner gilt als Sturm-Juwel, um das nicht nur Borussia Dortmund und der FC Bayern pokern.

Didi Hamann ist sich sicher: Der junge deutsche Angreifer Karim Adeyemi, zur Zeit in Diensten von RB Salzburg, wäre ab dem nächsten Sommer bei Borussia Dortmund besser aufgehoben als beim FC Bayern: Detailliert listete der Fußball-Experte des Bezahlsenders "Sky" vier Gründe auf, die ganz klar dafür sprächen: In München hätte es der 19-Jährige mit Robert Lewandowski als Konkurrenten zu tun. Adeyemi hätte keine Chance auf einen Stammplatz. Mehr als 20 Minuten Einsatzzeit pro Spiel wären da nicht drin. In Dortmund sähe es anders aus, weil für Hamann klar ist, dass Erling Haaland, die norwegische Tormaschine, den BVB verlassen wird. Zudem sei der BVB als Talentschmiede auf höchstem Niveau bekannt und überhaupt würde der Dortmunder Fußball besser zum schnellen Adeyemi passen. Punkt.

Lothar Matthäus hingegen, einer weiterer bedeutender Sky-Fußball-Experte und Schlagzeilen-Lieferant, traut es Adeyemi zu, sich trotz seines jungen Alters bei den Münchnern durchzusetzen. In seiner Kolumne schwärmte Matthäus von dessen "unfassbaren Tempo". "Er habe das Potenzial, "in einigen Jahren für die meisten Klubs unbezahlbar zu sein". Der Jung-Nationalspieler werde "sich aussuchen können, zu welchem Verein er wechseln möchte".

Für die Bayern wäre Adeyemis Verpflichtung eine Rückholaktion

Noch sind das alles Spekulationen. Verbürgt ist: Am vergangenen Samstag waren Berater Thomas Solomon und Vater Abbey in München, um erste Gespräche zu führen. Als gesichert gilt, dass die beiden vorher in Dortmund vorstellig waren. Die Angebote werden ausgelotet, schließlich gilt es, für das Sturmtalent die beste Wahl zu treffen. Auch ein Wechsel innerhalb des Red-Bull-Imperiums zu RB Leipzig wäre vorstellbar, gilt aber als nicht wahrscheinlich. Ebensowenig wie der Weg ins Ausland, zum Beispiel zum FC Liverpool.

Für die Bayern wäre eine Verpflichtung des Supertalents, das erst im September sein Länderspieldebüt unter Hans Flick feierte, eine Art Rückholaktion. Adeyemi, der in München geboren wurde, spielte bis zu seinem zehnten Lebensjahr schon einmal bei den Bayern - wurde aber aussortiert. Laut Auskunft des Spielers, weil es "nicht mehr gepasst" hat. Vielleicht war das sein Glück, denn er kam bei der SpVgg Unterhaching unter. Dort hielt Manfred "Manni" Schwabl, selbst lange Jahre Profi bei den Bayern, seine schützende Hand über das Riesentalent. Und das war notwendig. "Ich war mit Karim öfters in der Schule als mit meinen eigenen Kindern. Da hat's immer was gegeben", sagte Schwabl in einem Interview. "Er war ein kleiner Bazi" (für alle Nicht-Bayern: Schlingel, Gauner).

Schwabls Einsatz hat sich gelohnt

Für Schwabl und den Verein hat es sich gelohnt. Adeyemi entwickelte sich und wurde mit 16 Jahren für drei Millionen Euro an RB Salzburg verkauft. Noch heute haben die beiden ein gutes Verhältnis. Adeyemis Eltern, der Vater stammt aus Nigeria und die Mutter aus Rumänien, arbeiten beide für den Verein. Was die Zukunft seines Schützlings angeht, ist Schwabl optimistisch. Er sieht den Jung-Profi beim BVB besser aufgehoben: "Ich denke, er würde super nach Dortmund passen von der Spielweise her (...)". Wer das Rennen macht, weiß er nicht. "Das werden spannende Wochen".

Der Ausgang des Pokers ist also offen. Doch die Bayern meinen es ernst. Für den damals 16-Jährigen wollten sie keine drei Millionen zahlen (also schlug RB Salzburg zu). Diesmal dürften sie schon eher bereit sein, die taxierten 30 bis 40 Millionen Euro zu überweisen, die weit über Adeyemis Marktwert von 20 Millionen Euro liegen (ein begehrtes Talent kann die Preise natürlich nach oben treiben). Hinzu kommt: Schon aus Prestigegründen wollen die Bayern den Poker um das größte deutsche Sturmtalent nicht verlieren. Am Ende liegt die Entscheidung allein bei Adeyemi und seinem Umfeld.

Quellen: GOAL, Bayerischer Rundfunk, Sky sport, "Welt"


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