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TV-Kritik

"Goodbye Deutschland": Fremdscham statt Charity - so peinlich sind Nathalie Volk und Frank Otto

Liebestoller Millionär und verwöhnte Göre: Bei "Goodbye Deutschland" dürfen die Zuschauer neuerdings Frank Otto und Nathalie Volk beim Luxusurlaub zusehen. Sie nennt es "Charity". Ein peinliches Stück Fernsehen.

Nathalie Volk und Frank Otto

Nathalie Volk und Frank Otto beim "Charity" machen auf den Seychellen.

"Er hat mir an einem Tag mal Ohrringe geschenkt für 85.000 Euro - einfach so. Mein Traummann", sagt Nathalie Volk lächelnd in die Kamera. Diamonds are a girls best friend. Bei den Zuschauern hingegen kommen Gedanken nach Enteignung auf: Nehmt ihm das Geld weg, damit er endlich aufwacht. Frank Otto ist Erbe eines Millionenvermögens. Einen Teil davon gibt er für seine 39 Jahre jüngere Freundin aus. Wir dürfen ihm dabei zusehen.

Volk und Otto sind die neuen Protagonisten bei "Goodbye Deutschland ". Die Viertplatzierte von "Germany's Next Topmodel" und der Versandhauserbe und Medienunternehmer wollen zwar nicht auswandern, aber in die Welt reisen. Sie und er machen einen Ausflug auf die Seychellen. Der Grund: Charity. Otto setzt sich seit Jahren für den Schutz der Meere ein. Seiner 20-jährigen Freundin will er das Thema bei einem Aufenthalt am Indischen Ozean näher bringen. Oder wie Nathalie Volk es nennt: "Wir wollen die Welt retten. Und wenn man die Welt rettet, ist das kein Luxusurlaub."

Nathalie Volk hat kein "Forscherkleid"

Dabei bedienen die beiden alle Klischees. Sie als verwöhnte Göre, er als gelangweilter, millionenschwerer und liebestoller Endfünfziger. Es beginnt in Ottos vornehmer Villa an der Hamburger Außenalster beim Kofferpacken. "Ich habe kein Forscherkleid. Was soll ich denn machen?", fragt Volk ratlos. Im Businessclassflug geht es dann auf die Seychellen. Doch vor Ort ist Volk von der einfachen Unterkunft genervt: keine Klimaanlage, überall Moskitos. "Ich trinke eine Flasche Wein und leg mich dann hin. Das hält man ja nicht aus", jammert sie.

Es ist bewundernswert, mit welch stoischer Gelassenheit Frank Otto die Eskapaden von Nathalie Volk erträgt. Den Grund erahnen die Zuschauer, als er und Volk zwei Riesenschildkröten beim Paarungsakt beobachten. "Die machen dabei Geräusche, wie sie einem fast vertraut vorkommen, wenn sie es miteinander treiben", sagt Otto zu Volk. Spätestens jetzt suchen die Zuschauer zuhause vor lauter Fremdscham verzweifelt nach der Fernbedienung.

Frank Otto ist zu bedauern

Die Linke könnte diese Folge von "Goodbye Deutschland" als Wahlkampfmaterial verwenden. Otto und Volk liefern die besten Argumente für eine Reichensteuer. Oder doch lieber gleich Revolution? Man möchte die beiden am liebsten in die einfache Unterkunft auf den Seychellen verbannen. Für immer. Doch dann wird klar: Otto ist schon gestraft genug.

"Frank meint, ich bin die Liebe seines Lebens. Alle anderen Frauen hatten keine Bedeutung für ihn", sagt Volk über den vierfachen Vater, der bereits drei Ehen hinter sich hat. "Sie inspiriert mich zu Dingen, auf die ich alleine nicht gekommen wäre", säuselt er, während die Zuschauer zuhause in ihr Sofakissen beißen. Dann blitzt doch noch ein Fünkchen Wahrheit auf: "Ich sag's mal knallhart: Ich habe mein Leben noch vor mir. Frank hat seines schon hinter sich", sagt Volk. Übersetzt heißt das wohl: Ottos Bankkonto? Find' ich gut.