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"Der Drache und der Wolf": "Game of Thrones"-Finale: Das Ende einer Ära

"Game of Thrones" ist schon wieder vorbei. Im Staffelfinale zogen die Macher noch einmal alle Register, schlossen Handlungsstränge ab - und ließen mehrere offene Fragen.

Das Logo von Game of Thrones

Die Hit-Serie "Game of Thrones" ist mittlerweile in der siebten Staffel

Achtung: Dieser Text enthält Spoiler für sämtliche Staffeln von "Game of Thrones", inklusive der gerade laufenden siebten Staffel. Wer lieber nicht wissen will, wie es weitergeht, sollte nun aufhören zu lesen.

Das war's auch schon wieder - " " ist vorbei. Zumindest für dieses Jahr. Das Finale der siebten Staffel ("Der Drache und der Wolf") erstreckt sich über 77 Minuten. Die Macher setzen auf eine wenig überraschende, dafür bewährte Rezeptur: Es gibt mehrere Wiedersehen, einen Tod - und einen folgenschweren Verrat.

Das Treffen der Königinnen

In Königszunge kommt es zum großen Wiedersehen. In einer alten Arena versammelt sich - mit Ausnahme der Starks - das Who is Who von Westeros. Daenerys, , Tyrion, Davos, Jorah, Theon, Varys und der Bluthund stehen auf der einen Seite, Cersei, Jaime, Bronn, Euron und der Berg Gregor Clegane auf der anderen. Während sich ein paar Meter entfernt die riesigen Armeen drohend gegenüberstehen, versuchen die Mächtigen in kleiner Runde eine Waffenruhe auszuhandeln.

Jon Schnee gibt sich zunächst ganz diplomatisch. Beide Seiten hätten doch den gleichen Feind, und zwar die Untoten im Norden. Nach einer kurzen Demonstration eines Zombies sind sich auch alle Parteien einig, dass sie gemeinsam kämpfen müssten. Hätte die amtierende Königin nicht eine Bedingung: Jon Schnee darf sich weder auf Cerseis noch auf Daenerys' Seite schlagen. Dumm nur, dass der König des Nordens sich nach ewigem Hin und Her schon für "Dany" entschieden hat. Und weil Jon nicht als Lügner dastehen will, lässt er lieber den Deal platzen.

Ein trügerischer Frieden

So muss Tyrion erneut ran. Im Vier-Augen-Gespräch versucht er, seine Schwester von der Dringlichkeit des Anliegens zu überzeugen. Er lässt nichts unversucht, schenkt Cersei sogar ein Glas ein. Doch als diese nicht zugreift, ist dem Zwerg sofort klar: Cersei muss schwanger sein. Schließlich schlägt in Westeros niemand ein Glas Wein grundlos aus. Kurz darauf verspricht Cersei schließlich doch noch ihre Hilfe. Ganz uneigennützig, versteht sich. Dass der gutmütige Jon Schnee ihr glaubt, ist nicht verwunderlich. Doch Tyrion müsste seine Schwester eigentlich besser kennen.

Wenig überraschend gibt Cersei später gegenüber Jaime zu, dass sie nie vorhatte, ihren Teil des Plans zu erfüllen. Stattdessen hofft sie, dass die Armeen der Starks und Targaryens im Kampf gegen die Untoten ordentlich aufgerieben werden - und sie sich nur noch mit den Überbleibseln herumschlagen muss. Selbst im Angesicht des drohenden Weltuntergangs bleibt sich Cersei treu. Als Zuschauer goutiert man diese Wendung, Jaime allerdings hat genug - und macht sich vom Acker. Er reitet Richtung Norden, offenbar aber leider ohne Bronn. Dabei haben die beiden schon so viel durchgemacht.

Gerechtigkeit in Winterfell

Im Norden dagegen scheint zunächst alles beim Alten zu sein. Kleinfinger gibt erneut den bösen Einflüsterer und intrigiert fleißig vor sich hin. Doch die Stark-Geschwister haben sich längst gegen Lord Baelish verschworen. In einer Gerichtsverhandlung wird der schmierige Lügner mit seinen Taten konfrontiert. Einige gibt er zu, bei anderen muss Bran einspringen, der als Dreiäugiger Rabe glücklicherweise zuvor alle sechs vorherigen Staffeln im Schnelldurchlauf vor seinem geistigen Auge durchspulen konnte. Arya fackelt nicht lange und demonstriert, wie gut sie mittlerweile mit einem Dolch umgehen kann.

Kleinfingers Blut ist noch nicht einmal getrocknet, da klopft Sam Tarly an Brans Tür. Bran, der Professor X von "Game of Thrones", hat offenbar lang genug ins Kaminfeuer gestarrt und erklärt: Jon ist gar kein Stark-Bastard, sondern ein Targaryen-Bastard. Das ist so nicht ganz korrekt, hakt Sam Tarly ein, der davon wenig überrascht zu sein scheint. Weil Rhaegar Targaryan und Lyanna Stark in einer heimlichen Zeremonie verheiratet wurden, sei Jon ein vollwertiger Targaryen - und dementsprechend der legitime Thronfolger. Natürlich, hakt Bran ein - das erkläre auch, warum Jon Schnee eigentlich Aegon Targaryen heißt. Na, dann ist das ja auch endlich geklärt.

Techtelmechtel mit der Drachenkönigin

Nur einer weiß davon immer noch nichts: Jon Schnee. Der vergnügt sich derweil mit Daenerys in einer Schiffskajüte - damit wäre auch klar, worauf der Episodentitel "Der Drache und der Wolf" anspielt. Sehr subtil. Bran scheint es ziemlich entspannt zu sehen, dass der begehrteste Junggeselle von gerade mit seiner eigenen Tante schläft. Tyrion dagegen scheint das Stelldichein nicht so zu behagen. Immerhin wurde das Inzest-Loch, das Jaime mit seinem Abgang für eine kurze Zeit hinterlassen hat, adäquat gestopft. Und nachdem nun noch einmal betont wurde, dass Daenerys gar keine Kinder kriegen könne, Jon diesen Fakt aber bezweifelt, dürfte eigentlich klar sein, was in Staffel 8 passiert.

Ende einer Ära

Der Showdown des Finales findet an der großen Mauer statt. Die Untoten sind endlich eingetroffen und demonstrieren ihre neueste Errungenschaft: Der Nachtkönig reitet auf dem wiedererweckten Drachen und lässt ihn die Mauer angreifen. Damit wird auch die drängendste Frage der vergangenen Woche beantwortet: Speit ein Zombie-Drache Eis oder Feuer? Die Antwort lautet: blaues Feuer. Nach 8000 Jahren fällt die Mauer in knapp zwei Minuten - das Ende einer Ära in Westeros.

Was wir noch gelernt haben

  • Der untote Drache kann genauso gut fliegen wie seine lebendigen Brüder, obwohl seine Flügel völlig durchlöchert sind
  • Rhaegar ist ziemlich unkreativ, was die Namen seiner Söhne angeht. Jons wahrer Name ist Aegon Targaryen, so hieß aber bereits ein anderer Sohn, der von Ser Gregor Clegane getötet wurde
  • Theon, der menschgewordene Feigling, hat einen überraschend festen Faustschlag

Worauf wir uns in der nächsten Staffel freuen

  • das Aufeinandertreffen zwischen Sam und Jon. Der eine wird dem anderen erklären, dass er mit seiner Tante geschlafen hat. Der andere, dass diese seine gesamte Familie bei lebendigem Leib verbrannt hat. Ausgang des Gesprächs: ungewiss
  • Cleganebowl. Endlich waren der Hund und der Berg mal wieder am gleichen Ort, doch es blieb nur bei Worten ("So endet es nicht für dich, Bruder. Du weißt, wer es auf dich abgesehen hat. Das hast du immer schon gewusst.").
  • der Kampf gegen die Untoten. Wobei: Sollten sie in ihrem üblichen Tempo marschieren, ist vermutlich wieder Sommer, bis sie in Winterfell eintreffen.
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo