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Interview auf ORF3: Harald Schmidt klagt über Political Correctness und Sprachpolizei

So böse hat man Harald Schmidt lange nicht mehr erlebt. Im Interview mit dem österreichischen TV-Sender ORF3 klagt der Satiriker über den linksliberalen Mainstream und spottet über das moderne Familienbild.

Harald Schmidt

Harald Schmidt sorgt mal wieder mit einem Interview für Furore.

DPA

Die Sendung ist noch gar nicht ausgestrahlt worden, doch schon vorab sorgen die Zitate für Furore. Harald Schmidt hat dem österreichischen Kultursender ORF3 ein Interview gegeben und seine Sicht der Dinge präsentiert. Dabei lieferte er auch eine eigenwillige Zeitdiagnose ab: "Heute würde ich mir sehr genau überlegen, was ich auf einer Bühne mache", sagte Schmidt, angesprochen auf das Thema Social Media. Man müsse heute damit rechnen, dass alles in den sozialen Medien verkürzt, falsch mitgeteilt und falsch kommentiert werde.

Seine Einschätzung: "Mit den heutigen Maßstäben, auch der Political Correctness, der Sprachpolizei und des linksliberalen Mainstreams, hätte ich meine Show nach einer Woche abgenommen bekommen", sagt der Satiriker, der lange Jahre auf Sat.1 und in der ARD eine Late-Night-Show hatte.

Harald Schmidt: "Ich habe mich nie zum Familientrottel machen lassen"

Auch zur männlichen Geschlechterrolle und zum allgemeinen Familienbild äußerte sich der Schwabe. "Man ist eigentlich in Deutschland verpflichtet, zu sagen: Der größte Moment in meinem Leben war, als ich bei der Geburt meines Kindes dabei war", sagte Schmidt. "Das ist Pflicht. Und dann noch die rustikale Version: Mir schoss das Wasser waagrecht aus den Augen, denn da habe ich gemerkt, wie klein ich bin." Er selbst definiert sein Rollenverständnis als "sehr traditionell": "Ich habe mich nie zum Familientrottel machen lassen. Oder wie ich es nenne: Kategorie 'Daddy Weichei'."

Ausgestrahlt wird das Interview am heutigen Dienstag um 19.45 Uhr in der Sendung "Kultur Heute", die im österreichischen Fernsehsender ORF3 zu sehen ist. Die Zitat hat der Sender vorab der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" zur Verfügung gestellt.

Sticheleien gegen Böhmermann und Rezo

Erst vergangene Woche hatte Harald Schmidt mit einem Video-Interview von sich reden gemacht, das er den "Stuttgarter Nachrichten" gab. Darin machte er sich über den Hype lustig, den das CDU-Video des Youtubers Rezo ausgelöst hatte. Im selben Gespräch attackierte er auch seinen früheren Mitarbeiter Jan Böhmermann. "Ich glaube, dass man ihm beim ZDF eigentlich gerne los wäre. Ich glaube, dass man im Strahl kotzt, wenn man sieht, was er wieder für einen Ärger bringt", sagte Schmidt über den Moderator des "Neo Magazin Royale". 

Mit seinen neuen Äußerungen macht sich Harald Schmidt vermutlich neue Gegner. Das wird den 61-Jährigen nicht stören: Er hat es nicht mehr nötig, sich beliebt zu machen.

Quelle: "Der Standard"

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