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Satire-Sendung "Heute-Show": "In your face, facebook" - Warum Merkel wirklich mit Facebook Schluss macht

Facebook feiert in dieser Woche seinen 15. Geburtstag. Allerhöchste Zeit also für Angela Merkel, ihren Facebook-Kanal dicht zu machen. Was wirklich dahinter steckt, entlarvt Oliver Welke.

Oliver Welke knüpft sich in der "Heute-Show" Facebook vor.

Oliver Welke knüpft sich in der "Heute-Show" Facebook vor.

Erst vor wenigen Tagen verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Hiobsbotschaft - zumindest für das Unternehmen Facebook, das erst kürzlich mit einer Umsatzsteigerung von 30 Prozent geprahlt hatte. Doch zumindest in Deutschland läuft nicht alles rund. Die Kanzlerin persönlich richtete das Wort an ihre Facebook-Gemeinde: Sie sei nicht mehr CDU-Vorsitzende und werde daher ihre Facebook-Seite schließen.

Was für ein Verlust! Das empfindet auch Oliver Welke in der ZDF-Satiresendung "Heute-Show" so. "Was lese ich denn jetzt zum Einschlafen?", fragt Welke ironisch das Publikum. Und merkt an, dass anscheinend nur CDU-Vorsitzende auf Facebook sein dürfen. Aber sie sei ja noch bei Instagram und vermutlich gehe sie bald zurück zu studiVZ.

Merkels Insta-Kanal ist "unprofessionell" - sie benutzt keine Filter

Wobei der Instagram-Kanal gar nicht mal so gut ankommt. Die Netzreporterin Larissa zerpflückt den Insta-Auftritt der Kanzlerin: Es seien die schlimmsten drei Minuten ihres Lebens gewesen. Sie habe vor Langeweile geweint, und Merkel würde nicht mal Filter benutzen. Das Schlimmste für sie: Auf sechs Bildern habe die Kanzlerin immer die selbe Jacke an. Sie findet den Kanal unprofessionell.

Dass Merkel nicht mehr bei Facebook ist, könnte, so vermutet es die "Heute-Show", vielleicht noch einen weiteren Grund haben: Das Bundeskartellamt in Bonn hat erst vor wenigen Tagen festgestellt, dass Facebook marktbeherrschend sei und seine Stellung beim Sammeln von Daten missbraucht. Wie bitte? Etwas ganz Neues, wie Welke ironisch betont.

Tatsächlich machen es die User dem Datenkraken aber auch leicht, wie ein Einspieler aus dem "ARD-Morgenmagazin" zeigt. Dort werden junge Erwachsene befragt, ob es sie beunruhigt, dass ihre Daten im Umlauf sind. Beunruhigend ist auch die Reaktion der Jugendlichen: Es ist ihnen völlig egal. Deutschland ist für Facebook gewissermaßen ein "Daten-Eden", lästert die "Heute-Show". Was eigentlich witzig klingen soll, schlägt schnell in bittere Wahrheit um. Facebook verkauft hierzulande Daten und muss dafür nicht einmal Steuern zahlen wie beispielsweise in Frankreich.

Deutschland ist Facebooks "Daten-Eden", lästert die "Heute-Show"

Aus der Sicht von Welke hat Facebook gar keine Skrupel. Denn der Datenhunger des Monopolisten kenne keine Grenze, sagt er und belegt dies mit einem Nachrichten-Einspieler des Senders "N-TV": Wie erst kürzlich bekannt wurde, wurden Jugendliche dafür bezahlt, ihre gesamten Chats, Fotos und Standorte offen zu legen - bereits 13-Jährige erhielten von der Firma Geld, berichtet "N-TV".

Welke hat diesen beunruhigenden Nachrichten noch einen Gedanken hinzuzufügen: Vielleicht seien die Typen, die vor Schulen herumlungern, nicht immer Drogendealer? Sie könnten auch für Facebook arbeiten: "Die Datenfänger von Hameln" - Leute also wie Mark Zuckerberg beispielsweise, der Facebook-Boss.

Sehen Sie die ganze Sendung hier in der ZDF-Mediathek.

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dsw