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Inklusion Thema bei "Günther Jauch": Henri und die überforderte Elite

Die Talk-Runde bei Günther Jauch redet über Inklusion und erreicht dabei ein beachtliches Niveau. Dennoch fördert sie doch all die alten Vorurteile über Menschen mit Behinderungen zutage.

Von Jan Zier

Henri, 11, macht gerade viele Schlagzeilen. Weil er aufs Gymnasium will. Obwohl er das Down-Syndrom hat. Nun rümpfen viele die Nase, also innerlich, und die Inklusion ist wieder ein großes Thema im Land, also die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung. Natürlich kennt kaum einer von denen, die gerade über ihn reden, Henri überhaupt. Aber viele haben eine Meinung dazu. Nun hat auch Günther Jauch das Thema aufgegriffen: "Mit Down-Syndrom aufs Gymnasium - freie Schulwahl für behinderte Kinder?"

Die Antwort der Runde ist im Grunde ein differenziertes Nein. Überhaupt ist es an diesem Abend eine sehr ernsthafte Debatte zu einem sehr ernsthaften Thema. Das Niveau der Diskussion liegt also erfreulich weit über dem, was Talkshows sonst oft so bieten. Und doch zeigt sie auch all die Vorurteile auf, die landläufig so kursieren, mehr oder minder versteckt.

Da sind die Eltern, die Angst haben, ihr Kind könnte irgendwie "zu kurz" kommen, könnte womöglich die eigenen Erwartungen nicht erfüllen - und die natürlich einen Schuldigen suchen. Und nun in der Inklusion finden, wie Mutter Kirsten Ehrhardt sagt. Eine "fast panische Angst" sei das, sagt Ehrhardt. Ohnedies würden Menschen mit Behinderungen immer nur als defizitär betrachtet. Und selten als Bereicherung.

Bremst die Inklusion?

Dann gibt es Gymnasial-Direktoren wie Josef Kraus, der auch Vorsitzender des deutschen Lehrerverbandes ist. Es dürfe nicht sein, dass "die Leistungsfähigeren" durch die Inklusion gebremst würden, sagt er, und dass Inklusion "auch falsch sein kann". Kraus ist einer von denen, die im Gymnasium eine Anstalt zur Förderung der geistigen Elite sehen. Und die die Förderschulen verteidigen. Kraus hat einen Neffen, 24, der auch das Down-Syndrom hat. Und der in der Regelschule "untergegangen" wäre, so Onkel Kraus. So aber sei aus ihm ein "relativ selbstbewusster Mann" geworden, der "relativ selbstständig" leben könne. "Ist es sinnvoll", fragt Kraus, "ein Kind auf eine Bildungslaufbahn zu schicken, auf der es früher oder später eine Enttäuschung nach der anderen erlebt?" Kraus hält nur die Hälfte aller Förderschüler mit Behinderungen überhaupt für "inkludierbar" - und macht sich damit in der Debatte einige Feinde. Nicht inkludierbare Kinder "darf es nicht geben", antwortet Ehrhardt mit Verweis auf UN-Behindertenrechtskonvention - und dass in Diskussionen wir dieser zu viel um Leistung gehe.

Aber was ist mit stark verhaltensauffälligen Kindern, Kindern, die durch ihre Behinderung im Unterricht aggressiv werden? Schwierige Frage. Lehrer Jan-Martin Klinge ist einer von denen, die die Inklusion nicht nur in ihrer Klasse praktizieren, sondern auch engagiert verfechten. Er sei "total dagegen", dass Menschen mit Behinderungen, dass "Schmuddelkinder" irgendwohin "abgeschoben" würden. Dennoch will auch er nicht alle Förderschulen zumachen. Im Grunde, sagt er, bräuchten wir in Inklusionsschulen auch Sozialpädagogen für jedes einzelne Fach, auch für Physik oder Chemie. Es fehlt halt überall an qualifiziertem Personal. Am Geld und am Willen, es dafür auszugeben.

Das Gymnasium fühlt sich "überfordert"

Warum Henri überhaupt aufs Gymnasium soll? Natürlich werde er kein Abi machen können, nicht mal einen Hauptschulabschluss, sagt seine Mutter. Aber sie will eine "inklusive Gruppenlösung" für ihr Kind - es soll eben dort hingehen, wohin seine behinderten und nicht-behinderten Freunde, "seine Vorbilder", auch gehen. Nur will weder das Gymnasium Henri - es fühlt sich "überfordert". Noch die Eltern der anderen Kinder dort. Sie wollen nicht, dass ihre Kinder von einem wie Henri "gestört" werden. Die Mitschüler, sagt die Mutter, die seien nicht das Problem. Nur die Erwachsenen.

Soll aber keiner sagen, Menschen mit Down-Syndrom könnten ja eh nicht mal den Hauptschulabschluss schaffen: Carina Kühne hat ihn geschafft - mit 2,3. Und in Englisch hatte sie eine eins. Sie bloggt. Sie taucht. Und sie spielt Klavier. Ihrer Zwangseinweisung in die Sonderschule hat sei sich widersetzt. Menschen mit Down-Syndrom gehörten dazu, sagt Kühne.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(