VG-Wort Pixel

"ZDF Magazin Royale" Böhmermann erzählt "Eierwurf von Halle" als Musical – sein Kohl-Darsteller ist ein Musikstar

Sebastian Krumbiegel in Böhmermanns Musical "Der Eierwurf von Halle"
Sebastian Krumbiegel in Böhmermanns Musical "Der Eierwurf von Halle"
© Screenshot ZDF
Mit seinem Musical "Eierwurf von Halle" erzählt Jan Böhmermann im "ZDF Magazin Royale" ein Stückchen deutscher Geschichte. Für die Rolle des Helmut Kohl besetzte er einen deutschen Musikstar. 

"Heute wird ein großer Tag. Für mich, für dich, für uns", singen Jens und Maik (mit ai), nachdem die zwei Männer eine Nacht miteinander verbracht haben. Es ist der 10. Mai 1991, ein besonderer Tag in der deutschen Geschichte, der Tag des Eierwurfs von Halle.

Und genau diese Geschichte erzählt Jan Böhmermann in seinem gleichnamigen Musical im "ZDF Magazin Royale". 

Jan Böhmermann inszeniert "Eierwurf von Halle"

Seine Protagonisten, Jens und Maik, ahnen nach ihrem One-Night-Stand noch nicht, dass sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Jens ist Personenschützer von Bundeskanzler Helmut Kohl, der an dem Tag in die ostdeutsche Stadt kommen wird. Maik ist leidenschaftliches Juso-Mitglied, für ihn sind CDU und Kohl die Bösewichte. Er und seine Freunde haben sich vorgenommen, den Bundeskanzler zu konfrontieren. 

Kohl selbst wird von keinem Geringeren besetzt als Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel. Der hat sich nicht nur den breiten Pfälzer Akzent draufgeschafft, sondern stellt den CDU-Politiker als fiesen und arroganten Wessi-Aufräumer dar: "Wenn das hier eines Tages alles blühende Landschaften sein sollen, müssen wir vorher Unkraut rupfen. So macht man das in einer freien Marktwirtschaft", singt er, während er (mit Jens an seiner Seite) durch den Osten fährt. Jens erwidert: "In einer freien und sozialen Marktwirtschaft, Dr. Kohl." Woraufhin der ihn abwinkt, "jajaja, wie auch immer".

Sebastian Krumbiegel als Helmut Kohl

Angekommen am Schauplatz des Geschehens präsentiert sich Kohl als Staatsmann, bis er versteht, dass besonders die Jusos ihn da überhaupt nicht sehen wollen. "Gern geschehen, könnt ihr mich sehen, ich bin der Kanzler", singt der Krumbiegel-Kohl. Die Jusos skandieren: "Lügner Kohl, weg mit Lügner Kohl!"

Irgendwann erkennen sich auch Jens und Maik wieder, kurz bevor das Ei schon in der Luft ist, auf dem Weg Richtung Kanzler Kohl. Das Ei, das nicht einfach nur Ei ist, sondern dargestellt wird von Sängerin und Musicaldarstellerin Angelika Milster. "Warum wurde ich genommen? Aus einem Sechserpack-Karton? Ich schwebe leicht wie eine Feder, ich fliege davon. Ich bin ein Ei. Und doch viel mehr. Ich bin allegorisch, bin eine Metapher", singt sie und weiter: "Stehe ich sinnbildlich für die Einheit, zerbrechliche Republik? Oder symbolisiere ich Deutschland, wenn ich durch die Lüfte flieg?"

Jan Böhermann parodiert Rapper Kollegah

Appell vom Satiriker

Am Ende wird aus der satirischen Musicaldarstellung eines zeitgeschichtlichen Ereignisses eine (kleine) Liebesgeschichte. Jens und Maik tanzen in einer kitschigen Schlosskulisse und erkennen, dass sie mit ihren unterschiedlichen Ansätzen doch eigentlich perfekt zueinander passen. "Ein Ei kann eine Brücke sein", singen sie. Sie küssen sich, Ende gut, alles gut. 

Aber dann tritt Böhmermann auf den Plan und findet noch ein paar gesungene Schlussworte: "In einem Land, gespalten und entzweit, lebt ein Volk in Zwietracht und in Streit. Nein, nein, nein! Deutschland, mach dich endlich frei!", appelliert er. 

Quelle: ZDF Mediathek 

ls

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker