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"WWM"-Gewinner Leon Windscheid: "Ich sag' mal, Daniela Katzenberger hätte das auch gewusst"

Er knackte die Zauberwürfel-Frage mit dem Unterhosen-Trick: Im stern-Interview verrät "Wer wird Millionär?"-Gewinner Leon Windscheid, wie er sich vorbereitet hat und was er vom Schwierigkeitsgrad der Frage hält.

Leon Windscheid

Möchte seine Doktorarbeit auf jeden Fall zu Ende schreiben: Neu-Millionär Leon Windscheid studiert Psychologie in Münster.

Hallo Herr Windscheid, herzlichen Glückwunsch. Nicht nur zur Million, sondern auch zum Geburtstag. Sie werden heute 27.
Dankeschön.

Ist das Ihr bislang tollster Geburtstag?
Es ist auf jeden Fall der aufregendste und spannendste. Ich scheue ein bisschen davor zurück, alles was vorher war, wegen des Gewinns zu relativieren. Es gab krassere Momente in meinem Leben, die aber nichts mit Geld zu tun haben. 

Wie haben Sie den gestrigen Abend verbracht?
Ich habe Freunde zu mir nach Münster eingeladen. Wir haben erst gemeinsam die Sendung geguckt und dann ein bisschen gefeiert.

Die Sendung war eine Aufzeichnung. Mussten Sie Ihren Millionengewinn geheim halten?
Ja, das steht so in den Verträgen. Sonst wäre ja auch die Spannung weg gewesen. Seit der Sendung mit der 500.000-Euro-Frage haben mich viele Freunde gelöchert. Die wussten ja, dass mir die Millionenfrage schon gestellt wurde. Das war ganz schön schwierig. Zum Glück waren meine Freundin und meine Eltern in der Sendung mit dabei, die waren also eingeweiht.

Sie haben die Zauberwürfel-Frage richtig beantwortet. Wussten Sie es? Haben Sie es hergeleitet? Oder geraten?
Geraten überhaupt nicht. Ich habe mir vorher genau überlegt, wie ich die Frage angehen will. Da ich Psychologe bin, habe ich einen Trick angewandt, der mir hilft, Herr im eigenen Oberstübchen zu werden. Ich habe mir die Antwortmöglichkeiten nicht vorlesen lassen. Die Idee dabei: Wenn man von alleine auf die Antwort kommt, ist man sich danach sicherer, wenn diese Antwort bei den Auswahlmöglichkeiten dabei ist.

Die Fragen des Quiz: Hätten Sie alles gewusst?

    Was mir selbst im stark betrunkenen Zustand gefällt, finde ich auch ...?

    Hat es deshalb 35 Minuten gedauert, bis Sie die Frage eingeloggt haben?
    Ich hatte den Zauberwürfel viel größer in Erinnerung, nämlich mit sechs Mal sechs Würfeln je Seite. Das hat mich verunsichert. Als ich versucht habe, den Würfel geistig nachzubauen, haben meine Hände total gezittert. Und so ging es mir auch. Es ging darum, 449.500 Euro zu verlieren oder eine Million zu gewinnen. Da wollte ich mir hundertprozentig sicher sein und habe gedacht, so lange Jauch mitmacht, reize ich die Zeit aus.

    Einige sagen, die Frage sei als Millionenfrage zu leicht gewesen.
    Der Trick an der Frage war, sich das räumlich vorstellen zu können. Wer darin gut ist, hat es vielleicht einfacher. Für mich war die Frage nicht zu einfach. Ich bitte alle, die das sagen, sich vorzustellen, unter welch unglaublichem Stress man im Studio ist. Da stehen hunderte Mitarbeiter um einen rum, zig Kameras und das Publikum. Das ist eine extreme Situation. Günther Jauch meinte hinterher, er hätte die Frage selbst nicht gespielt.

    Glauben Sie, Angela Merkel hätte die Frage gelöst?
    Die ist ja extrem schlau, deshalb wahrscheinlich schon.

    Und Daniela Katzenberger?
    Puh. Wenn ich jetzt sage, Daniela Katzenberger hätte die Frage nicht beantworten können, sagen ja alle, boah, ist der arrogant. Deshalb sage ich mal: Die hätte die auch gewusst.

    Sie wären an der 64.000-Euro-Frage beinahe gescheitert. Haben Sie noch Kontakt zum Publikumsjoker, der Ihnen geholfen hat?
    Ich habe Iris Isenhardt angerufen. Es war sehr lustig mit ihr, sie ist total nett und möchte ihre 500 Euro spenden.

    Stimmt es, dass Sie sich als Vorbereitung auf die Millionenfrage in Boxershorts haben abfragen lassen?
    Ja, ich habe mich in Boxershorts vor meine WG-Kumpels und meinen Bruder gestellt und die haben mich dann mit Quizfragen gelöchert. 

    Warum?
    Ich mag ja Psychotricks. Und das ist eine Anpassung von einer psychologischen Methodik, um den Stress vor den Kameras vorwegzunehmen. Es war mir total peinlich, mich in Unterhose vor meine Freunde zu stellen. Die haben geguckt, als hätte ich sie nicht mehr alle. Also eine Stresssituation für mich und meinen Körper. Als ich dann im Studio saß, war es für mich einfacher, denn ich habe es ja schon so ähnlich erlebt.

    Gibt's ein Foto davon, wie sie da in Boxershorts sitzen?
    Leider ja, aber das ist ganz privat. Das rücke ich nicht raus.

    Windscheid

    Windscheid mit seinem Bruder Johannes (l.) und seinem Freund Olli (r.) vor dem Schiff, das die MS Günther werden soll.

    Dafür haben Sie Jauch die Klamotten abgeluchst.
    Stimmt. Das Jackett habe ich ja schon in der Sendung bekommen. Danach hat er mich in seine Garderobe gebeten und sich bis auf Unterhose und Feinrippunterhemd ausgezogen und mir seinen Anzug geschenkt. Das war schon sehr lustig, Günther Jauch auf einmal halbnackt vor sich zu sehen. Er war sehr locker und super sympathisch. Ich hatte den Eindruck, dass ihm daran gelegen ist, dass es gut für mich weitergeht.

    Und was haben Sie mit dem Anzug vor?
    Erstmal musste ich ihn verstecken, sonst hätten einige bestimmt Verdacht geschöpft, dass ich die Million gewonnen habe. Wer kommt schon mit dem Anzug von Günther Jauch nach Hause? Im März möchte ich ihn versteigern, wenn unser Kultur- und Eventschiff eingeweiht wird.

    Die Idee ein Schiff zu kaufen, werden Sie also verwirklichen?
    Ja, die Webseite www.ms-günther.de haben wir schon. Am Freitag haben wir ein Schiff in Heidelberg abgeschaut, das könnte schon in vier Tagen hier oben sein. Spätestens im März soll es dann auf den Namen "Günther" getauft werden. Herr Jauch hat ja versprochen, bei der Taufe dabei zu sein.

    Und Ihre Doktorarbeit? Schreiben Sie die trotzdem zu Ende?
    Auf jeden Fall. Das macht mir sehr viel Spaß. Im nächsten Frühjahr werde ich abgeben.

    Ist die Million denn schon auf dem Konto?

    Nein, die kommt erst Ende des Jahres, hat mir der Sender gesagt. Aber so lange komme ich noch ohne aus.


    Leon Windscheid wird am Mittwoch um 22.15 Uhr auf RTL bei sternTV zu Gast sein.

    Interview: Jens Maier