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Jesse Owens Doku über den schnellsten Mann der Welt


Ausnahme-Leichtathlet und Publikumsliebling: Der US-Amerikaner Jesse Owens war der große Star der Olympischen Spiele von 1936 in Berlin. Eine ARD-Doku zeigt sein von Rassentrennung und Nazi-Ideologie überschattetes Leben.

Hitler war nicht begeistert: Ausgerechnet ein Farbiger, der US-Athlet Jesse Owens, wurde mit seinen vier Goldmedaillen (100 und 200 Meter, Staffel, Weitsprung) zum Star der Berliner Propaganda-Spiele von 1936. Er machte, ähnlich wie der Boxer Joe Louis, die Maxime von der Überlegenheit der weißen Rasse zunichte und sorgte dafür, dass die Nazi-Olympiade ein weltoffeneres Gesicht bekam.

Doch kaum jemandem ist bewusst, dass die US-Verantwortlichen nur widerwillig Schwarze zu den Olympischen Spielen schickten. Vor der Teilnahme in Berlin spaltete eine heftige Boykott-Debatte die Gruppe der afroamerikanischen Sportler. Und trotz der Triumphe in Berlin verlief Owens' Leben nach den Olympischen Spielen enttäuschend - die Sportfunktionäre weigerten sich sogar, seine Leistungen anzuerkennen, weil er nicht von weißer Hautfarbe war. Am Tag der Parade zu seinen Ehren wurden er und seine Frau in Hotels abgewiesen. Owens, der 1980 starb, rannte zunächst mit Pferden um die Wette, Werbeverträge erhielt er erst in den 60er-Jahren.

Die 45-minütige Dokumentation "Jesse Owens - Der schnellste Mann der Welt" von Stanley Nelson läuft am Montag, 16. Juli, um 23.30 Uhr in der ARD.

nw/Wilfried Geldner, teleschau TELESCHAU

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