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Kritik trotz Rekordquote: War der "Tatort" aus Münster zu klamaukig?

Fast jeder dritte Fernsehzuschauer entschied sich am Sonntag für den Münsteraner Jubiläums-"Tatort". Doch nicht alle waren mit dem "Wunder von Wolbeck" zufrieden.

Jan Josef Liefers (l.) und Axel Prahl haben allen Grund zu feiern: Ihr "Tatort" brachte einen historischen Quotenerfolg

Jan Josef Liefers (l.) und Axel Prahl haben allen Grund zu feiern: Ihr "Tatort" brachte einen historischen Quotenerfolg

Der ARD-"Tatort" vom Sonntagabend ist der quotenstärkste Fall der populären Krimireihe seit 19 Jahren. 12,11 Millionen Zuschauer interessierten sich für "Das Wunder von Wolbeck", den Jubiläumskrimi zum zehnten Geburtstag des Ermittlergespanns Axel Prahl und Jan Josef Liefers in Münster. Der Marktanteil betrug 31,7 Prozent, beim jüngeren Publikum zwischen 14 und 49 Jahren auch gute 26,5 Prozent.

Zuletzt erzielten am 26. September 1993 die Kommissare Stoever und Brockmöller (Manfred Krug und Charles Brauer) mit dem Fall "Um Haus und Hof" 12,83 Millionen Zuschauer. In den Jahren davor lagen einige "Tatort"-Krimis deutlich über zwölf Millionen Zuschauern.

Verlässlicher Quotenbringer

Das Münsteraner Duo beschert der ARD regelmäßig gute Quoten: Die vorherige Folge, "Hinkebein",schalteten im März 11,78 Millionen Zuschauer ein, ihren bisherigen Rekord hatten Boerne und Thiel im Mai 2011 mit 11,83 Millionenen Zuschauern erzielt. Und bei Umfragen nach den beliebtesten "Tatort"-Ermittlern haben der Pathologe und der Kommissar immer die Nase vorn.

In der am Sonntag ausgestrahlten Folge "Das Wunder von Wolbeck" zieht es die Ermittler aufs Land. Sie müssen in einem kleinen Dorf den Tod eines Heilpraktikers aufklären. Boerne und Thiel machen in ihrem Jubiläumskrimi das, was sie am besten können: sich streiten, sich zoffen, sich anblaffen. Gespickt ist der "Tatort", wie eigentlich immer bei Fällen aus Münster, mit Klamauk und Zoten.

Nicht allen Fans allerdings gefiel die Folge uneingeschränkt gut. Vor allem auf Facebook und auf Twitter (unter #tatort) wurde über "zu viel Witzchen" und "wenig Spannung" gemeckert. Hier bei uns können auch Sie Ihr Votum abgeben.

Wie fanden Sie den Münsteraner-"Tatort" "Das Wunder von Wolbeck"?

Den zweitbesten Quotenwert des Tages erreichte am Sonntag übrigens das Formel-1-Finale in São Paulo, das mit dem Weltmeistertitel für den deutschen Fahrer Sebastian Vettel endete. 10,62 Millionen Zuschauer (40,9 Prozent) sahen ab 17 Uhr auf RTL zu. Vom hohen Zuspruch profitierten auch die Nachrichtensendungen. "RTL aktuell" kam gegen 19.08 Uhr auf 8,20 Millionen Zuschauer (25,7 Prozent), die "Tagesschau" allein im "Ersten" um 20.15 Uhr auf 8,30 Millionen (23,6 Prozent).

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ukl/kgi/DPA/DPA

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