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Zehn Millionen Zuschauer sahen am Sonntagabend den neuen Fall des Münsteraner "Tatort"-Duos. Was macht Jan Josef Liefers und Axel Prahl beliebter als "Wetten, dass ..?" und alle Krimis?
Kommissar Thiel und Professor Boerne vom Münster-"Tatort" waren in Hochform: Zwischen Kalauern am laufenden Band gelingt die Abhandlung des Themas Intersexualität in Kombination mit der Lösung eines Kriminalfalls. Bravourös und nur ein bisschen eklig.
Die komischsten "Tatort"-Ermittler sind auch die erfolgreichsten: Kommissar Thiel und Professor Boerne alias Axel Prahl und Jan Josef Liefers bescherten dem ARD-Krimidauerbrenner am Sonntag die höchste Einschaltquote seit 18 Jahren.
Direkt nach der Geburtstagsfeier des Kartoffelkaisers, auf der es so hoch her geht, dass alle ein wenig "tirili" sind, muss ein Gast sterben. Doch von der Aufklärung des spannenden Falles lenken viele Klischees ab, die den Zuschauer schlicht ärgern.
Der Münsteraner "Tatort"-Kommissar jagt einen Serien-Vergewaltiger: War der aktuelle Fall von Thiel und Börne eine gelungene Gratwanderung zwischen Komik und ernstem Thema? Oder wurden Frauen, die bedroht und vergewaltigt werden, veralbert? Kathrin Buchner und Carsten Heidböhmer sind unterschiedlicher Meinung.
Sie sind Deutschlands bekannteste Gerichtsmediziner: Michael Tsokos im wirklichen Leben, Jan Josef Liefers im "Tatort" aus Münster. Der stern traf beide zum Obduktions-Gipfel. Heraus kam ein Austausch über Qualitätssicherung bei Toten, das Frühstück nach der Obduktion und Angehörige im Sektionssaal.
Thiels Vater unter Mordverdacht, Boerne doziert über die potenzsteigernde Wirkung von Spargel: Der Münster-"Tatort" nahm sich wieder viel Zeit für humoristische Einlagen - was, angesichts der Schwere der Themen, deplaziert wirkte.
Ein persischer Prinz als Mumie, archäologischer Hokuspokus, Zwerg Alberich auf Liebespfaden: Der Münsteraner "Tatort" macht einen auf "Jäger des verlorenen Schatzes", glänzt trotz irrer Story durch Beständigkeit und erreicht eine Traumquote.
Regisseur Andreas Dresen hat nach dem gleichnamigen Roman von Christoph Hein das beklemmende Porträt eines Strauchelnden in Szene gesetzt - lakonisch, aber mit Sympathie für seine Figuren.
Da bleibt einem das Popcorn im Halse stecken: "Mondkalb" zeigt meisterlich, wie zwei Menschen aneinander scheitern. In den Hauptrollen brillieren Juliane Köhler als Wortkarge à la Ingmar Bergman und "Vorzeige-Ossi" Axel Prahl als Schläger-Papa.
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