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Kühn kuckt - die TV-Kolumne: Töröööööööööö!

Benjamin Blümchen wird 30. Kaum jemand hat mehr getan für das Wohl der Menschheit. stern-Redakteur Alexander Kühn schüttelt ihm und seinen Artgenossen den Rüssel.

Neulich, sonntagmorgens auf Vox. Ein Mann stülpt sich einen Plastiksack über den Unterarm, schleicht sich von hinten an einen Elefanten heran, greift ihm anal ins Eingemachte, arbeitete sich manuell durch den Darm und ruckelt dem Dicken von hinten an der Prostata, bis der zu stöhnen beginnt.

Ein Sprecher aus dem Off erklärt, es sei zu gefährlich, einen Elefanten auf herkömmliche Weise zu befriedigen: Der Penis werde anderthalb Meter lang und schlage um sich, dabei seien schon Menschen verletzt worden. In den Sekunden des Glücks bäumt der Elefant sich auf, wirft den Rüssel nach oben, die Ohren nach hinten. Und faucht.

Was als Rüsselporno daherkam, war eine Doku der BBC, "Der masturbierte Elefant". Es ging um Artenschutz. Weil Elefanten in Gefangenschaft sexuell gehemmt sind, sammelt Thomas Hildebrandt vom Tierpark Berlin-Friedrichsfelde in einem Kanister Elefantensperma und befruchtet damit Elefantenkühe. Danke BBC, danke Vox, für das einzigartige Naturschauspiel.

Tanzwettbewerb für Elefanten auf RTL?

In diesen Minuten erreicht uns per E-Mail eine Leseranfrage von Erwin H. aus S.: "Liebe stern-Redaktion, ich kann nur ARD und ZDF empfangen, weil ich habe keine Schüssel. Mein Nachbar hat mir heute erzählt, dass RTL einen Tanzwettbewerb für Elefanten veranstaltet. Darf das sein? Ist das nicht Tierquälerei?" Lieber Herr H., Ihr Nachbar verwechselt da etwas: Die beiden Dickhäuter bei "Let's dance" waren Markus Majowski und Guildo Horn. Und die ebenfalls mittanzende Sängerin, die jetzt Jasmin Wagner heißt und früher Blümchen, steht in keinerlei verwandtschaftlicher Beziehung zum berühmtesten Elefanten aller Zeiten, dem gleichnamigen Benjamin. Sonst hätte sie ja einen Rüssel.

Blümchen geistige Mutter mit Peter Lustig verheiratet

Wir lieben ihn, unseren Benjamin Blümchen. Mehr als wir Wendelin liebten, der einst beim "Großen Preis" neben Wum auf der Couch saß und mit Wim klönte. Und mehr als Schnappi und Knut und Otti Fischer. In wenigen Tagen feiert Benjamin Blümchen, törööö, seinen 30. Geburtstag; im Juli 1977 erlebte er seine ersten Abenteuer, damals auf Hörkassette. Später wurde er Fernsehstar. Seine Mutter, was nicht ganz korrekt ist, weil auch ihr der Rüssel fehlt, also seine geistige Mutter, ist Elfie Donnelly. Erfinderin von Bibi Blocksberg. Und eine zeitlang verheiratet mit dem großen Latzhosenträger Peter Lustig.

Eine weitere Mail erreicht uns, vom Leser Friedbert L. aus W.: "Ich möchte Sie hiermit hinweisen auf eine Studie von Gerd Strohmeier, einzusehen auf der Internetseite der Bundeszentrale für Politische Bildung." Vielen Dank, Herr L., für den Hinweis - aber was müssen wir dort lesen! "Trotz des großen Erfolgs der Hörspiele von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg ist insgesamt festzustellen, dass diese die Entwicklung politisch mündiger Bürgerinnen und Bürger kaum fördern, wenn nicht sogar behindern." Äußerst bedenklich sei zum Beispiel die Darstellung von Politikern als faul, reich und verschlagen sowie die Darstellung der Polizisten als inkompetente Handlanger der Politik.

Kaum einer hat so viel für die Menschheit getan wie Blümchen

Lieber Gerd Strohmeier, jetzt sagen wir Ihnen mal was: Kaum jemand hat so viel für die Menschheit getan wie Benjamin Blümchen. Als in seiner Heimat Neustadt die Masern ausbrachen, wurde er Kinderarzt. Als der Sommer den Leuten aufs Gemüt schlug, arbeitete er als Bademeister. Und Feuerwehrmann war er auch schon. Alles zum Nutzen der Allgemeinheit. Wenn Sie weiter unseren Benjamin schlecht machen, Herr Strohmeier, dann, dann - dann schicken wir Thomas Hildebrandt vom Tierpark Berlin-Friedrichsfelde bei Ihnen vorbei!