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Lara Spencer: US-Moderatorin macht sich über Prinz George lustig – und erntet heftigen Shitstorm

Es sollte witzig sein. Doch mit ihrem Kommentar in der TV-Sendung "Good Morning America", in der sie sich über den Ballett-Unterricht von Prinz George lustig machte, erntete die US-Moderatorin Lara Spencer einen heftigen Shitstorm. 

TV-Moderatorin Lara Spencer

Lara Spencer moderiert die US-Sendung "Good Morning America"

Picture Alliance

Es sollte offenbar einfach nur witzig sein. Doch mit ihrem Kommentar in der TV-Sendung "Good Morning America", in der sie sich über die Unterrichtsfächer von Prinz George lustig machte, erntete die US-Moderatorin Lara Spencer einen heftigen Shitstorm. In der Nachrichtensendung wurde der Stundenplan von Prinz George thematisiert. Der älteste Sprößling von Herzogin Kate und Prinz William kommt nach den Sommerferien in die zweite Klasse der Thomas's Battersea School in London. Dort wird der Sechsjährige neben Mathematik, Wissenschaft und Geschichte auch die Fächer Religion, Computer-Programmierung, Poesie und Ballett belegen. 

Doch bei dem Wort Ballett muss die Moderatorin grinsen – und bringt damit auch das Publikum zum Lachen. Als dann während des Videobeitrags über den kleinen Royal ein Foto eingeblendet wird, auf dem er lachend im Gras liegt, kommentiert die 50-Jährige das mit den Worten. "Man kann nicht verstehen, warum er sich so über den Ballett-Unterricht freut. Prinz William sagt, dass George das Ballett absolut liebt. Ich habe Neuigkeiten für dich, Prinz William: Mal sehen, wie lange das noch dauert." Wieder bricht das Publikum im Studio in Gelächter aus. 

Lara Spencer kassiert Shitstorm im Netz

Doch viele Zuschauer fanden ihren Beitrag nicht so witzig und machten ihrer Wut darüber auf Twitter Luft: "Du schuldest männlichen Tänzern eine Entschuldigung", schrieb einer. Ein anderer merkte an: "Das ist ekelhaft. Es ist nichts falsch daran, wenn Jungs Ballettunterricht nehmen."  

Der Choreograph Brian Friedman, der auch schon mit Superstars wie Brittney Spears, Beyoncé und Mariah Carey zusammengearbeitet hat, nahm sich die Äußerung besonders zu Herzen. Er postete in seiner Instagram-Story unter anderem ein Video mit tanzenden Männern, versehen mit dem Hashtag #boysdancetoo.

"Man kann nicht verstehen, warum er sich so über den Ballett-Unterricht freut", kommentierte die TV-Moderatorin dieses Foto von Prinz George, aufgenommen von seiner Mutter Kate im Garten ihres Hauses im Kensington-Palast

"Man kann nicht verstehen, warum er sich so über den Ballett-Unterricht freut", kommentierte die TV-Moderatorin dieses Foto von Prinz George, aufgenommen von seiner Mutter Kate im Garten ihres Hauses im Kensington-Palast

DPA

Zudem postete er den Videobeitrag über Prinz George aus der Sendung "Good Morning America" und schrieb dazu: "Siehst du dieses süße Gesicht, den zukünftigen König von England? Dieser bezaubernde Junge wird von einer erwachsenen Frau im TV in Amerika wegen des Balletts beschämt! @lara.spencer, Sie sollten sich wegen Ihrer Persönlichkeit schämen, ebenso wie @gstephanopoulos für das Lachen darüber & @goodmorningamerica für das öffentliche Beschämen von kleinen Jungen! Als ich als Tänzer aufwuchs, wurde ich schrecklich gemobbt,  genau wie ihr Kommentar Mobbing ist. Sie lehrt damit, dass es in Ordnung ist, über tanzende Jungs zu lachen, und das ist so traurig. Denken Sie nur an die kleinen Jungs, die das vielleicht gesehen haben und ihre Leidenschaft Ihretwegen aufgeben könnten. Es macht mich wütend und ich würde mich freuen, wenn jeder dies teilen und wegen ihrer Unsensibilität eine öffentliche Entschuldigung an Prinz George, die königliche Familie, alle männlichen Tänzer und alle Tänzer im Allgemeinen erzwingen würde."

Moderatorin entschuldigt sich auf Instagram

Viele seiner Choreographen-Kollegen pflichteten Friedman bei. "Was für eine beschämende, veraltete und schädliche Haltung, die an die Massen übermittelt wird", schreibt die Choreographin und Theater-Direktorin Arlene Phillips. "Das ist schrecklich und voller Unwissenheit", kommentiert der Choreograph Kyle Hanagami. Auch Sängerin Christina Milian schaltete sich in die Diskussion ein. "Es ist nichts falsch daran, wenn Männer oder Jungen Ballett machen (…) Das Kind eines anderen zu beschämen, ist nicht cool. Ich bin sicher, dass sie nicht an all das gedacht hat und hoffentlich kann jemand etwas Verstand in diese Situation bringen."

Sogar eine Online-Petition wurde ins Leben gerufen. Darin heißt es unter anderem, dass "das ewig geschlechtsspezifische Stigma gegen tanzende Männer eine Kultur des Mobbings und der Einschüchterung verewigt". Die Forschung zeige jedoch, "dass junge Menschen, wenn sie sich (…) mit Tanz beschäftigen, in der Schule, in der Arbeit und im Leben sehr davon profitieren (…)" Unter anderem würden sie dadurch ihre Fähigkeiten in Bezug auf Mut, Ausdauer, Zusammenarbeit und Kreativität verbessern. Der Initiator der Petition fordert zudem "nicht nur eine Entschuldigung im Namen von Lara Spencer, Good Morning America und ABC, sondern wir wünschen uns, dass ein zukünftiger Fokus auf dem Nutzen der Tanzausbildung für junge Menschen, insbesondere Männer und Jungen, liegt." Nach nur 22 Stunden hatten bereits fast 21.000 Menschen die Petition unterschrieben.

Inzwischen hat sich die TV-Moderatorin öffentlich entschuldigt. Auf ihrem Instagram-Account schrieb sie: "Ich entschuldige mich aufrichtig für einen unsensiblen Kommentar, den ich gestern in den Nachrichten gemacht habe", schreibt sie. Vom Ballett bis hin zu allem, was man im Leben erforschen will, sage ich MACH ES. Ich glaube fest daran, dass wir alle frei sein sollten, unsere Leidenschaften zu verfolgen. Klettere auf deinen Berg - und liebe jede Minute davon."

Quellen: Youtube, Instagram1, Instagram2, Twitter, Change.org

jek