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Medienschelte Bundestagspräsident Lammert attackiert "Heute-Show"


Bundestagspräsident Norbert Lammert kritisiert deutsche Medien als zu schnell und oberflächlich. Oft würden Menschen auch persönlich niedergemacht. Besonders schlimm findet er die "Heute-Show".

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die politische Berichterstattung der Medien im Wahljahr kritisiert und ihnen eine Tendenz zur Sensationsberichterstattung vorgeworfen. In einem Interview mit der "Berliner Zeitung" sagte er: "Durch die Digitalisierung und die daraus folgende Dominanz der elektronischen Medien gegenüber den Printmedien hat sich ein Vorrang von Schnelligkeit gegenüber Gründlichkeit auch in der politischen Berichterstattung entwickelt, von Schlagzeilen gegenüber Analysen, von Personalisierung gegenüber Sachthemen und eine grausame Dominanz der Unterhaltung gegenüber der Information."

Der "fast ultimative Beleg" hierfür sei die Polit-Satire "Heute Show" im ZDF, sagte Lammert. Er kritisierte weiter: "Es gibt viele Beispiele für die Neigung, nicht nur kritisch mit Parteien, Regierungen und Politikern umzugehen, sondern auch Menschen persönlich niederzumachen." Regelmäßig gebe es dann im Nachhinein selbstkritische Bemerkungen prominenter Journalisten, auch sie seien "Teil der Meute" gewesen. "Noch schöner wäre es, wenn es solcher nachträglicher Sympathiebekundungen gar nicht bedürfte", sagte Lammert.

Schon im Oktober kritisierte Lammert im Rahmen einer Preisverleihung, bei der er die Laudatio auf ZDF-Moderator Claus Kleber hielt, einen Qualitätsverfall im deutschen Fernsehen. Auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gehe es nur noch um "Quote, Quote und nochmals Quote", bemängelte Lammert und stellte den Rundfunkbeitrag infrage.

sas/DPA DPA

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