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Netflix, Amazon und Co: Für die Zeit zuhause: Fünf Serien-Tipps und welche Sie sich getrost sparen können

Dutzende neue Serien starten auf Netflix, Amazon oder Sky. Doch welche sollten Sie anschauen und welche lieber nicht? Das sind die Serien-Tops und -Flops.

Helena Bonham-Carter in "The Crown"

Helena Bonham-Carter als Prinzessin Margaret in der Netflix-Serie "The Crown"

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Heute halten Streaminganbieter wie Netflix, Amazon Prime, Apple TV+ oder Sky Dutzende neue Serien parat. Eine gute Voraussetzung für die kommenden Wochen, in denen sich Deutsche vornehmlich in den eigenen vier Wänden aufhalten sollen. Allein 2019 starteten über 100 neue Shows. Welche lohnt sich und welche war eher zum Abschalten? 

Streaming-Tipps für die Corona-Isolation. Einschalten:

1. "The Crown" (Staffel 3), Netflix

"Sissi"-Fans können ihre alten DVDs im Schrank lassen. Sie bekommen bei "The Crown" die richtige Mischung aus royalen Intrigen, opulenten Bildern und spannender Geschichtsstunde. Mit der Serie über das Leben von Queen Elizabeth II. ist Netflix ein Meisterwerk gelungen. Für Staffel drei, die in den 60er und 70er Jahren spielt, wurden die Schauspieler komplett ausgetauscht. Die Queen (Olivia Colman) ist reifer geworden und muss erstmals erfahren, was es heißt, ins mediale Kreuzfeuer zu geraten. Helena Bonham-Carter als Prinzessin Margaret und Josh O'Connor als Prinz Charles spielen herausragend gut. Fazit: Königsfilme müssen nicht voller Heiler Welt und Klischees sein, um gut zu sein.

2. "The Morning Show", AppleTV+

Jennifer Aniston spielt eine frustrierte Nachrichtensprecherin, Reese Witherspoon ihre aufstrebende Widersacherin. Die Apple-Serie "The Morning Show" glänzt mit Starbesetzung. Aniston ist die Rolle der genervten und angespannten Nachrichtenlady wie auf den Leib geschneidert. Auch wenn das Drehbuch teilweise zu vorhersehbar geraten ist, bleibt die Serie intelligente Unterhaltung mit Instant Appeal - und zwei brillanten Hauptdarstellerinnen.

3. "The Boys", Amazon Prime

Superhelden-Filme sind nicht jedermanns Geschmack. Doch vergessen Sie die üblichen Batman- und Superman-Klischees: In "The Boys" werden Superhelden nicht gefeiert, sondern zu Antihelden: korrupte und narzisstische Stars, die Bestandteil einer knallharten Vermarktungsindustrie sind. Die achtteilige Gesellschaftssatire ist spannend und dank der zynischen Dialoge witzig zugleich. Doch Achtung: Die Kontrahenten gehen mit erschreckender Brutalität vor. "The Boys" ist kein Kuschelfernsehen.

4. "Ted Bundy: Selbstporträt eines Serienmörders", Netflix

Viel Kritik musste sich Netflix für die Produktion dieser Mini-Dokuserie gefallen lassen. Der Vorwurf: Der brutale Serienmörder Ted Bundy werde durch den Vierteiler verherrlicht und selbst zum Opfer stilisiert. Vor allem Zac Efron in der Hauptrolle macht es dem Zuschauer schwer, einen skrupellosen Killer zu entdecken. Doch die Originalaufnahmen, die auch in der Doku zu sehen sind, machen deutlich: Bundy war äußerlich keine Bestie, sondern ein charmanter Typ. "Ted Bundy" ist ein detailreiches und erschreckendes Porträt. Das Original Video- und Tonmaterial vermittelt eine schauderhafte Intimität. Ein Stück realer Horror.

5. "Sex Education", Netflix

In "Sex Education" geht es um Teenager Otis, der eine Sexualtherapeutin zur Mutter hat. Obwohl ihm jegliche praktische Erfahrung fehlt, gibt er seinen Sex gestressten Mitschülern bald wertvolle Tipps fürs erste Mal. Mit der Serie ist Netflix ein liebevolles Porträt über das Erwachsen werden gelungen. Gefühlvoll, mitreißend, schön. Und das Beste: Witze über Sex müssen gar nicht flach und peinlich sein.

Abschalten:

1. "Catherine the Great", Sky

Es ist großartiger Serienstoff: Ein junges deutsches Mädchen wird an den russischen Zarenhof verheiratet, gerät in Ränkespiele und wird selbst zur Intrigantin und mächtigsten Frau Europas: Doch die vierteilige Miniserie "Catherine the Great" ergeht sich in Kitsch und ergötzt sich vor allem am Liebesleben der Monarchin. Auch Hauptdarstellerin Helen Mirren kann am Ende nicht verhindern, dass die Serie mehr "Denver-Clan" als "The Crown" ist. Immerhin mit opulenten Kostümen.

2. "Game of Thrones" (Staffel 8), Sky

Es ist das schlechteste Staffelfinale seit dem vergurkten und komplizierten Ende von "Lost": Die "Game of Thrones"-Macher waren mit der finalen Staffel hoffnungslos überforderte. Zu viele akribisch erzählte Handlungsstränge sollten in kurzer Zeit (Staffel 8 hat nur sechs Folgen) aufgelöst werden. Das konnte nur schief gehen. Eine Online-Petition mit mehr als 1,8 Millionen Unterzeichner fordert sogar, das komplette Ende nochmal zu drehen. Bislang hilft nur: Nach Staffel 7 einfach aufhören.

Die "Game of Thrones"-Doku zeigt die emotionalen Dreharbeiten - und die wahren Stars der Serie

3. "What / If", Netflix

Die Serie mit Renee Zellweger in der Hauptrolle tarnt sich als sexy Thriller, entpuppt sich jedoch schon in der zweiten Folge als klischeehafte und harmlose Soap. Selbst bei GZSZ ist das Drehbuch raffinierter. Auch die Leistung der Schauspieler reicht gerade mal an die mittelmäßiger Doku-Soaps im RTL-Programm heran. Bridget Jones, wo bist du, wenn man dich braucht?