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Doku über Koko: Dieser Gorilla kann mit Menschen sprechen

Vor 44 Jahren brachte Penny Patterson Gorilla-Dama Koko Zeichensprache bei. Seitdem ist sie der weltweit einzige Affe, der mit Menschen kommunizieren kann. Eine neue BBC-Doku zeigt das ungewöhnliche Zusammenleben der beiden.

Gorilla-Dame Koko lebt im kalifornischen Woodside

Gorilla Koko kommuniziert mit Menschen via Zeichensprache

King Kong, groß und gefährlich - das ist das Bild, was einem bei dem Wort Gorilla sofort in den Kopf kommt. Diese riesigen Affen, die sich auftürmen, dabei auf die Brust trommeln und vor denen man sich als Mensch besser in Acht nimmt. Doch Koko passt nicht in dieses Bild. Das etwa 1,50 Meter große und mehr als 130 Kilogramm schwere Westliche Flachlandgorilla-Weibchen wurde von Menschenhand aufgezogen und kann sogar mit ihnen kommunizieren – dank Zeichensprache.

Beigebracht wurde ihr die von der Forscherin Francine Patterson, genannt Penny. Die beiden trafen sich 1971, kurz nach Kokos Geburt, das erste Mal. Als Teil eines Experiments brachte ihr die damalige Studentin der Stanford Universität Zeichensprache bei, um zu erfahren, ob Gorillas und Menschen jemals in der Lage sein würden, miteinander zu kommunizieren. Dazu zog das Gorillababy vom Zoo im kalifornischen San Francisco zu Patterson nach Woodside. Damals lernte Koko ein Zeichen im Monat. Schon früh bemerkte Paterson, dass sie die Zeichen miteinander kombiniert. 45 Jahre später kennt die Affendame mehr als 1000 verschiedene Zeichen und versteht annähernd 2000 englische Wörter.

In einer neuen Dokumentation "Koko: The Gorilla Who Talks To People" (Der Gorilla, der mit Menschen spricht) zeigt der britische Fernsehsender BBC Bilder aus 2000 Stunden Filmmaterial, das sich im Laufe der Jahrzehnte angesammelt hat. Neben wissenschaftlichen Aufnahmen werden auch Privataufnahmen gezeigt. Man sieht, wie Koko mit Katzenbabys kuschelt, Fahrrad fährt und Prominente wie Leonardo DiCaprio oder Robin Williams trifft. Sogar die Geburtstagskerzen auf ihrem Kuchen bläst sie aus bevor sie einen Sack mit Geschenken öffnet.

Warum Gorilla Koko keine Kinder hat

Aber es kommen auch kritische Stimmen zu Wort, wie die des Psychologen und Professors Herbert Terrace, der meint, Patterson (selbst kinderlos) sei eine übereifrige Mutter, die sehr stolz auf ihr Leihmutter-Kinder sei und dazu neige, sehr viel Bedeutung auf sie zu produzieren. Und dies sei für jemand Außenstehenden nicht offensichtlich.

Auch der Regisseur des Films, Jonny Taylor, der während der Dreharbeiten viel Zeit mit Patterson und Koko verbrachte, ist nicht sicher, wie gut die Kommunikation zwischen Gorilla und Mensch tatsächlich klappt. "Es gibt eine große Kluft zwischen dem was man sieht, und dem, was man beweisen kann. Koko verfügt sicherlich über ein rudimentäres Vokabular, mit dem sie ausdrücken kann, was sie will und was sie braucht. Inwiefern sie jedoch ausdrücken kann, was sie denkt und was sie fühlt ist weit schwieriger zu ermitteln."

Auch Patterson selbst kommen manchmal Zweifel an ihrem Experiment. Aber vielmehr deshalb, weil es ihr nicht gelang, Koko ein Baby zu schenken. Eine Paarung mit einem männlichen Gorilla schlug bislang fehl.

Die ganze Dokumentation "Koko: The Gorilla Who Talks To People" zeigt BBC1 heute Abend um 20.30 (Ortszeit)

jek
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