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"Begegnungen" auf Magenta TV In der Krise erfand er sich neu: Peter Maffay über seine Talkshow und die Lehren aus der Pandemie

Peter Maffay
Peter Maffay moderiert die Talkshow "Begegnungen" auf Magenta TV.
© Wolfgang Köhler / Red Rooster Musikproduktion GmbH
Wie viele Musiker war Peter Maffay zunächst von der Corona-Pandemie stark betroffen. Im stern-Interview erzählt er, wie er Krise als Chance sah - und stattdessen eine Talkshow entwickelte.

Herr Maffay, wie haben Sie und Ihre Familie die Pandemie bisher überstanden?
Das war ein sehr einschneidender Zustand. Wir wurden – wie alle anderen auch - aus unserem normalen Rhythmus rausgerissen. Wir haben dann überlegt, wie man mit den daraus entstandenen Freiräumen umgeht. Wie man überhaupt die Zeit überbrückt. Wir haben mit Red Rooster eine Firma, die 20 bis 30 Leute beschäftigt. Fährt man da die Aktivitäten runter und wartet die Entwicklung ab? Oder schaut man sich nach Alternativen um.

Für welchen Weg haben Sie sich entschieden?
Wir haben nach vorne geschaut. Wir haben zunächst ein Radioformat entwickelt, aus dem Experiment ist dann die Fernsehshow "Red Rooster TV" entstanden, die bei Magenta TV ausgestrahlt wurde. Meine Lebenspartnerin hat zudem ein zauberhaftes Kinderbuch geschrieben, bei dem ich am Rand mitgemischt habe. Und ich habe ein neues Album aufgenommen.

Sie haben das Wort "Freiräume" verwendet. Eine interessante Sichtweise auf die Pandemie: Die Krise als Chance?
Wenn wir die Tour gespielt hätten, hätten allein drei Monate im ersten Jahr gefehlt, sich Gedanken zu machen über Alternativen. Die Pandemie hat einen negativen Effekt auf die Musikbranche gehabt, auf die ganzen Dienstleister, die unsere Arbeit erst möglich machen. Auf der anderen Seite hat sie uns herausgefordert, nach anderen Möglichkeiten zu suchen: Wir haben uns mit dem Talkformat auf ein Terrain begeben, das nicht unser Tätigkeitsfeld ist. Das war nicht nur herausfordernd, sondern hat richtig Spaß gemacht.

Sie wurden wie viele Menschen durch die Pandemie quasi gezwungen, mehr Zeit mit Ihrer Familie zu verbringen – was sicherlich eine sehr schöne Erfahrung war. Befürchten Sie, dass Sie das vergessen, wenn sich das Hamsterrad irgendwann wieder dreht?
Die Gefahr besteht natürlich. Sobald wir zurückfinden zu einem anderen Rhythmus, kann es schon sein, dass sich die Hektik wieder einstellt. Das ist zum Teil unvermeidbar: Eine Tour ist nun mal eine sehr eng getaktete Angelegenheit. Aber ich glaube, gerade weil man die Erfahrung gemacht hat, wie sich die pandemische Zeit auf das Zusammenleben in einer kleinen Firma oder einer Familie auswirkt: Man wird schon versuchen, einige dieser positiven Dinge herüberzuretten in die Zeit danach. Das wäre auf jeden Fall ein Ziel.

Am Sonntag startet die zweite Staffel Ihrer Talksendung, die jetzt "Begegnungen" heißt. In der ersten Folge haben Sie Thomas Gottschalk getroffen, den Sie schon sehr lange kennen. Haben Sie dennoch Neues über ihn erfahren?
Thomas hat in den zweieinhalb Stunden in sein engeres Umfeld und seine Familie blicken lassen, ohne eine Schlüsselloch-Situation zu erzeugen. Es war ein sehr vertrautes Gespräch.

Hat es Einfluss auf das Gespräch gehabt, dass Sie wie Gottschalk in der Öffentlichkeit stehen und deshalb wissen wie es ist, wenn sich die Medien für das eigene Privatleben interessieren?
Es mag sein, dass wir aus den gemachten Erfahrungen heraus im Gespräch miteinander etwas vorsichtiger umgehen. Weil wir wissen, was man mit gewissen Äußerungen triggern kann. Ich weiß, wo die Tretminen liegen und bin deshalb bei meinen Fragen vorsichtig mit den Gästen umgegangen.

Sie haben für "Begegnungen" Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen getroffen. Wie war Ihr Eindruck: Haben die Menschen die lange Phase der Pandemie und der Isolation unbeschadet überstanden?
Das war mein Eindruck. Die Gäste sind durch die Bank Menschen, die in ihrem Leben Flexibilität und Alternativen erzeugen können und deshalb mit der Pandemie gut klarkommen. Ob in der Politik, in der Wirtschaft oder der Kulturszene. Belastung hat sicherlich jeder empfunden. Das geht ja gar nicht anders. Aber aus der Belastung heraus Lösungen zu finden, vielleicht sogar sich selbst neu zu erfinden - das ist glaube ich als Herausforderung von allen angenommen worden. Ich glaube aber auch, dass jeder froh ist, wenn dieses Schwert nicht mehr über uns hängt.

Die Talkshow "Begegnungen – Peter Maffay" läuft ab dem 14. November acht Mal sonntags auf Magenta TV


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