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Kommentar

Serien-Aus nach Tweet: Kein Forum für Rassisten! Warum es richtig ist, "Roseanne" abzusetzen

Twitter ist zum Spielplatz von Rassisten und Wutbürgern geworden. Und ja, jeder darf seinen Account so nutzen, wie er und die Nutzungsregeln es wollen. Die Konsequenzen müssen trotzdem klar sein: Rassismus ist Rassismus und wird nicht geduldet. 

Die Wiederauflage der 90er-Kultserie "Roseanne" war für den US-amerikanischen Sender ABC ein Erfolg. Gute Kritiken, viele Zuschauer, begeisterte Reaktionen - trotz der Donald-Trump-liebenden Hauptdarstellerin Roseanne Barr ging die Rechnung für ABC auf. Jetzt setzte der Sender die Show ab. Barr hatte die Afroamerikanerin Valerie Jarrett - einst Beraterin von Barack Obama - auf Twitter als Baby der "Muslimbruderschaft und Planet der Affen" bezeichnet. 

ABC setzt "Roseanne" nach Tweet von Roseanne Barr ab

Ein rassistischer Tweet reicht, um eine Erfolgsshow wie "Roseanne" innerhalb weniger Stunden ins Aus zu schießen. Und das ist genau richtig! Quoten hin oder her, Rassismus ist Rassismus ist Rassismus. In einer Zeit, in der der amerikanische Präsident auf Twitter verabscheuungswürdige Kommentare absondert, ist das Krisenmanagement des Fernsehsenders die konsequenteste Reaktion. 

Eine Entschuldigung der Schauspielerin - "ich hätte es besser wissen sollen" - reicht nicht, um auszulöschen, welch gefährlichen Unsinn die 65-Jährige auf ihrer Plattform verbreitet. Dort folgen Barr immerhin über 700.000 Nutzer - eine beachtliche Reichweite, die auch eine große Verantwortung mit sich bringt. Mit rassistischen Tweets wird Barr dieser Verantwortung nicht gerecht. 

Moral über Quote

Trump, den Barr verehrt, hat eine Umgebung geschaffen, in der rassistische und frauenfeindliche Kommentare unter dem Siegel der freien Meinungsäußerung geduldet, verbreitet und von vielen auch noch gefeiert werden.

Doch wer jetzt mit Meinungsfreiheit anfängt, darf eines nicht vergessen: Auch ein Fernsehsender kann frei entscheiden, welche Moral er vertritt. Und ABC setzt mit Serien wie "Blackish" oder auch "How To Get Away With Murder" immer mehr auf vielfältige Ensembles und Diversität.

"Roseanne" nach Barrs Tweet abzusetzen ist also ein starkes Signal. Der Sender stellt seine eigene Moral über die Quote. Das ist ein gutes Zeichen.

Denn wenn schon die traurige Trump Reality-Show aus dem Weißen Haus nicht abgeschafft wird, ist es doch schön zu wissen, dass Rassismus anderswo noch Konsequenzen nach sich zieht. 

Sehen Sie jetzt im Video: "Roseanne: 'Wenn man voll und ganz mit seiner White-Trash-Rolle verschmilzt'"

Roseanne: Das sagt das Netz zur rassistischen Äußerung