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Nach Kritik von Ikke Hüftgold Sat.1 setzt umstrittenes Format "Plötzlich arm, plötzlich reich" ab

Sänger Ikke Hüftgold
Sänger Ikke Hüftgold
© Christoph Hardt/Geisler-Fotopres / Picture Alliance
Sänger Ikke Hüftgold hat schwere Vorwürfe gegen die Macher der Sat.1-Reihe "Plötzlich arm, plötzlich reich" erhoben. Der Sender zieht nun Konsequenzen und nimmt die Sendung aus dem Programm.

Nach der Kritik an der Sat.1-Reihe "Plötzlich arm, plötzlich reich" hat der Sender Konsequenzen gezogen und  das Reality-Format abgesetzt. Die Sendung sei mit "sofortiger Wirkung" beendet, teilte Sat.1 auf Twitter mit – und räumte ein, dass bei einer Folge der Reihe "Fehler passiert" seien.

In der Episode hätte der Kandidat Matthias Distel, bekannt als Schlagersänger Ikke Hüftgold, mit einer Mutter und ihren Kindern Wohnung und Alltag tauschen sollen. Distel hatte die Dreharbeiten jedoch abgebrochen und den Machern der Sendung vor wenigen Tagen öffentlich "gewissenlose Quotenjagd" vorgeworfen. "Das Kindeswohl von zwei schwer traumatisierten Kindern wurde von den verantwortlichen Medienanstalten mit Füßen getreten", sagte Distel in einem Video, das er auf Instagram veröffentlichte.

Sat.1 kommentierte den Fall wie folgt: "Die Aufarbeitung des letzten Drehs von 'Plötzlich arm, plötzlich reich' läuft noch. Es steht aber außer Frage, dass hier Fehler passiert sind, für die wir die Öffentlichkeit und die Familie um Entschuldigung bitten." Doch damit sei es nicht getan. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Sendung nicht mehr zu dem Sat.1 passt, das wir gemeinsam mit und für unsere Zuschauer:innen weiterentwickeln wollen. Deshalb wird es keine neuen Folgen geben. Deshalb werden wir gedrehte Folgen nicht zeigen."

Sat.1 entschuldigt sich auf Twitter

An oberster Stelle stehe das Wohl der Kinder und der Familie, mit der man in engem Austausch stehe, so der Sender zu dem letzten Dreh. "Auch in den Monaten, die vor uns liegen, werden wir die Familie bestmöglich in ihrem Sinne finanziell und menschlich unterstützen. Es war und ist niemals Ziel von Sat.1, Menschen zu verletzen."

Auch die Produktionsfirma Imago TV äußerte sich: "Wir bedauern vor allem, dass eine an den Dreharbeiten beteiligte Familie in die öffentliche Auseinandersetzung hineingezogen worden ist. Wir stehen weiter in Kontakt mit der Familie und wünschen vor allem den Kindern, dass sie von diesen Auseinandersetzungen möglichst wenig mitbekommen."

Distel hatte unter anderem die Frage in den Raum gestellt, "ob man Kinder im Alter von acht und zehn Jahren, die offensichtlich psychische Probleme haben, rechtlich und moralisch gesehen in ein Fernsehformat ziehen kann, bei dem acht Tage am Stück bis zu zehn Stunden gearbeitet werden sollte". Der 44-Jährige erstatte sogar Strafanzeigen gegen den Sender Sat.1 und die Produktionsfirma Imago TV.

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jum/DPA

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