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"Schwiegertochter gesucht" So schlachtet RTL den Tod von Beates Mutter Irene aus

Vera Int-Veen und Beate Fischer
Vera Int-Veen und Beate Fischer gehen gemeinsam mit einem Kamerateam auf den Friedhof.
© RTL
Auch in der elften Staffel von "Schwiegertochter gesucht" darf Dauerkandidatin Beate nicht fehlen: Dabei ist die 34-Jährige aus Trauer um ihre Mutter Irene gar nicht auf Männerfang. RTL scheint das egal zu sein.

Sie war seit 2008 gemeinsam mit ihrer Tochter Beate in der Doku-Soap "Schwiegertochter gesucht" zu sehen: Im vergangenen Januar verstarb Irene Fischer mit nur 64 Jahren plötzlich und unerwartet. Mit einem dreiminütigen Video mit ihren besten Szenen bedankte sich RTL mit Beginn der elften Staffel der Kuppelshow bei seiner Protagonistin: Irene beim Englisch lernen, Irene auf der Wasserrutsche, Irene im Thailand-Urlaub - der Sender zeigte die schönsten, lustigsten und rührenden Momente von Irene. Ein gelungener Abschied - wäre da nicht Vera Int-Veen.

Die Macher der Sendung hielten es für eine gute Idee, das Schicksal von Dauerkandidatin Beate auch in die neue Staffel einzubauen. Und das obwohl sie selbst von sich sagt: "Für neue Männer bin ich noch nicht bereit." Ihr ein Date zu verschaffen, scheint auch nicht die Absicht des Hausbesuchs von Moderatorin Vera Int-Veen zu sein. Stattdessen soll der Tod von Mutter Irene für die Show ausgeschlachtet werden.

Beate Fischer weint am Grab ihrer Mutter Irene

"Seit der Beerdigung von der Mama schlagen wir uns im Großen und Ganzen durch", sagte Beate Fischer beim Interview mit RTL. Sie sitzt neben ihrem Vater Gerd in ihrem Wohnzimmer im Örtchen Grainet im Bayerischen Wald und ringt um Worte. Die Todesursache sei bis heute unklar. Presseberichte, wonach Mutter Irene an einer Lungenentzündung oder Herzversagen starb, seien falsch. "Was wir wissen, was der Arzt uns gesagt hat, ist, dass sie eines natürlichen Todes gestorben ist. Sie ist friedlich eingeschlafen", sagte Beate Fischer in der Doku-Soap.

Doch damit lässt es RTL nicht gut sein. Stattdessen begleitet Vera Int-Veen Beate auf den Friedhof. Während die Kamera munter drauf hält, spielt die Musikredaktion Titel wie "Candle in the wind" von Elton John oder "Nothing compares to you" von Sinead O'Connor ein. Das Ziel scheint klar: Auf die Tränendrüse drücken. Als Beate Fischer ein im Internet gefundenes Gedicht verliest, scheint die Mission erfüllt. Beate weint am Grab ihrer Mutter. Nahaufnahme. Betroffenheitsmimik bei Vera Int-Veen.

Mehr Respekt hätte gut getan

Egal ob die Empathie der Moderatorin echt ist oder nicht, ob der Unterhaltungs-Grundsatz "Show must go on" hier gilt oder ob Beate Fischer das alles freiwillig tut: Es hätte der Show gut zu Gesicht gestanden, den Tod von Mutter Irene weniger theatralisch auszuschlachten. Aus Respekt für Irene - und für ihre Tochter Beate.


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