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"Polizeiruf 110"-Wiederholung Das Werk eines Wahnsinnigen: Wie ein Mörder die Kommissare König und Bukow manipuliert

"Polizeiruf 110"
Kommissarin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) besucht den Mörder Guido Wachs (Peter Trabner) im Gefängnis. Der stellt absurde Forderungen.
© NDR/Christine Schroeder / ARD
Er sieht so harmlos aus, doch Guido Wachs ist ein Psychopath. In der "Polizeiruf"-Wiederholung aus Rostock trifft er erneut auf Kommissarin Katrin König. Dabei muss die eigentlich den Tod einer jungen Mutter klären.
  • 4 von 5 Punkten
  • Ein komplexer Krimi, der von den Zuschauern volle Aufmerksamkeit verlangt

Worum geht's?

Beim morgendlichen Joggen wird Ermittlerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) Zeugin, wie zwei junge Männer eine Frau belästigen. Als sie vermitteln will, wird König selbst k.o. geschlagen und muss ins Krankenhaus. Dort wird wenig später auch die Frau vom Morgen eingeliefert, sie ist blutüberströmt und die Ärzte können ihr Leben nicht retten. Bei der Toten handelt es sich um Nadja Flemming, Mutter eines kleinen Sohnes, deren Ehe nach nur einem Jahr gescheitert ist. König und ihr Kollege Alexander Bukow (Charly Hübner) müssen die Hintergründe von Flemmings Tod herausfinden. Sie befragen den Ex-Mann und fahnden nach den jugendlichen Schlägern. Doch Katrin König hat eigentlich ganz andere Probleme: Sie wird von Frauenmörder Guido Wachs (Peter Trabner) unter Druck gesetzt, den sie durch einen Trick ins Gefängnis gebracht hat.

Warum lohnt sich dieser "Polizeiruf 110"?

Es ist vor allem das Psycho-Duell zwischen Kommissarin König und Mörder Wachs, das diesen Film sehenswert macht. Wie die sonst so toughe Profilerin zunehmend die Kontrolle verliert und ihr das Leben zu entgleiten droht. Anneke Kim Sarnau spielt das sehr überzeugend und Regisseur Eoin Moore hat dazu starke Bilder geschaffen. Der Film wird mit jeder Minute packender, denn erst zum Schluss dröselt sich auf, wie alles zusammengehört: Guido Wachs im Gefängnis, die Drogengeschäfte von Bukows Vater und der Tod von Nadja Flemming - mit der Katrin König mehr verbindet als nur das ähnliche Aussehen.

Was stört?

In der Rostocker "Polizeiruf"-Folge "Für Janina" (11.11.2018) wird die Geschichte des Frauenmörders Guido Wachs erzählt und wie König ihn hinter Gittern bringt. Später tauchte er in einer Nebenhandlung von "Söhne Rostocks" (19.1.2020) auf und kontaktierte König aus dem Gefängnis. Genau da knüpft dieser Fall nun an und schreibt die Geschichte von König und Wachs fort. Wer die Vorgeschichte nicht kennt, dürfte Probleme haben, hier mitzukommen.

Die Kommissare?

Katrin König ist eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs. Sie hat Schlafstörungen, leidet unter Atemnot und Halluzinationen. Die Tatsache, dass Guido Wachs für einen Mord im Gefängnis sitzt, den er nicht begangen hat, ist ihre Schuld - und die Zweifel an dieser Entscheidung wachsen. Wie sehr der Psychopath sie allerdings auch manipuliert, merkt sie erst spät. Kommissar Bukow sorgt sich derweil um seinen Vater, der in Drogengeschäfte verwickelt und gesundheitlich angeschlagen ist. Beide Ermittler sind lange allein mit ihren Problemen - erst am Ende merken sie, was sie eigentlich verbindet.

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Ein- oder ausschalten?

Mittlerweile hat der von Charly Hübner gespielte Kommissar Bukow den Rostocker "Polizeiruf" verlassen. Wer den großen Schauspieler noch einmal im Zusammenspiel mit Anneke Kim Sarnau sehen will, sollte unbedingt einschalten.

Der "Polizeiruf 110: Der Tag wird kommen" wurde erstmals am 14. Juni 2020 ausgestrahlt. Die ARD wiederholt diesen Fall am Freitag, 13. Mai, um 22.15 Uhr.

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