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Wunsch-Krimi in der ARD: Abstimmung vorzeitig beendet: Manipulation beim "Tatort"-Voting

Aus 50 Fällen der vergangenen 20 Jahre können die Zuschauer ihren Wunsch-"Tatort" wählen, der in der ARD wiederholt wird. Doch bei der zweiten Abstimmung kam es nun zur Manipulation.

"Tatort: Fangschuss" aus Münster

Der Münsteraner Fall "Fangschuss" ist der zweite Wunsch-"Tatort" in der ARD

Die ARD-Krimireihe "Tatort" feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass haben sich die Programmverantwortlichen eine besondere Aktion für die Sommerpause ausgedacht: Elf Wochen lang, zwischen dem 21. Juni und dem 30. August werden alte "Tatort"-Episoden der vergangenen 20 Jahre wiederholt. Welcher Film ausgestrahlt wird, darüber entscheiden die Zuschauer per Online-Voting.

In der vergangenen Woche setzte sich der Münchner Fall "Wenn Frauen Austern essen" mit 12.360 Stimmen durch und siegte nur ganz knapp vor zwei Episoden aus Münster. Am kommenden Sonntag wird nun mit "Fangschuss" ein alter Fall von Thiel und Boerne ausgestrahlt. Doch bei der aktuellen Abstimmung gab es Probleme. "Das Voting wurde in Deutschland seit Donnerstag, 25. Juni, 19.00 Uhr in den letzten fünf Stunden leider von extern manipuliert", sagte ein Pressesprecher der ARD.

"Tatort"-Voting nach Manipulation vorzeitig beendet

Deshalb wurde die Abstimmung bereits am Donnerstagabend und damit früher als geplant beendet. Gezählt wurden nur die bis dahin abgegebenen Stimmen aus Deutschland. "Die österreichischen Stimmen vom ORF sind davon nicht betroffen und wurden vollständig in das Endergebnis eingerechnet", so der Pressesprecher weiter. Um eine erneute Beeinflussung zu verhindern, sollen "für die nächste Voting-Runde entsprechende Sicherheitsvorkehrungen" getroffen werden. Bisher gebe es keine genaueren Erkenntnisse, wie es zu der Manipulation kommen konnte, sagte der Sprecher auf Nachfrage des stern.

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Bis Donnerstag lieferten sich der Münsteraner Fall "Fangschuss" und der Stuttgarter Krimi "Bienzle und die blinde Wut" ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende ging der Fall von 2017 als Gewinner hervor. 41.482 Zuschauer stimmten für den Münster-"Tatort", der Bienzle-Fall von 1999 erhielt 38.489 Stimmen. Auf Platz drei landete der Wiesbadener-"Tatort" "Im Schmerz geboren" mit Kommissar Murot aus dem Jahr 2014.

Nach der Ausstrahlung des Wunsch-"Tatorts" am Sonntagabend um 20.15 Uhr beginnt eine neue Voting-Runde - dann hoffentlich ohne Manipulation.

jum