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Zuschauer feiern "Tatort" mit Mehmet Kurtulus: Cenk Batu darf nicht sterben!

Der Hamburger "Tatort" mit Mehmet Kurtulus alias Cenk Batu ist ein schwerer Fall: schwache Quoten, aber grandiose Kritiken. Nun soll Schluss sein. Doch die Fans fordern eine neue Chance.

Von Carsten Heidböhmer

Auf der Facebook-Seite von stern.de wird gewöhnlich kontrovers diskutiert. Doch dieses Mal herrschte große Übereinstimmung: "Einer der besten Tatorte der letzten Monate", jubelte Mario S. "Super klasse Tatort! Sehr spannend und selten habe ich so eine einhellige Meinung hier gelesen", ergänzte Eva P. Und Sabrina F. schrieb: "Mehmet Kurtulus hat 'Tatort-am-Sonntag' wieder sehenswert werden lassen."

Bedauern Sie, dass Mehmet Kurtulus den "Tatort" verlässt?

Die große Mehrheit zeigte sich begeistert von Mehmet Kurtulus' vorletztem Auftritt als verdeckter Ermittler Cenk Batu. Doch im nächsten Jahr beendet Kurtulus sein Engagement beim Hamburger "Tatort", er wird von Til Schweiger abgelöst - ein Umstand, der bei manchem stern.de-Leser auf wenig Begeisterung stößt: "Und so etwas wird für den Langweiler Schweiger geopfert. Eine Schande ist das", schreibt Michael S. Insbesondere beim weiblichen Publikum scheint Kurtulus gut anzukommen, der diesmal wieder einige Szenen mit nacktem Oberkörper spielen durfte: "Mehmet, komm zurück! Du bist so heiß", schmachtet Judika B. Zeit also für eine Aktion - rettet Cenk Batu?

"Ein 'Tatort', der keiner ist"

Doch nicht nur Hauptdarsteller Kurtulus sorgt für Begeisterung. Während gewöhnlich "Tatort"-Folgen nach dem immergleichen Schema ablaufen - zu Beginn gibt es ein Leiche, am Ende wird der Täter präsentiert - haben Drehbuchautor Alexander Adolph und Regisseur Lars Becker in "Der Weg ins Paradies" die konventionelle Dramaturgie über den Haufen geworfen und sich sogar den typischen Mord gespart. So radikal war die Vorgehensweise, dass einige Zuschauer den Film gar nicht mehr als "Tatort" einordnen mochten: "Spannend... aber kein 'Tatort' mehr", schrieb Sabine L. bei Facebook. Für Christian S. kein Problem: "Wow, wie ein 'Tatort', der keiner ist, so gut sein kann!"

Während die stern.de-Leser jubeln, nahm das restliche Fernsehpublikum den Fall eher reserviert auf: Lediglich 6,76 Millionen Zuschauer sahen am Sonntagabend den "Tatort". Ein unterdurchschnittlicher Wert. Zum Vergleich: Die Münsteraner "Tatort"-Folge "Herrenabend" sahen in diesem Jahr 11,86 Millionen Menschen - und damit fünf Millionen mehr.

"Es war Mehmets Wunsch"

Ein Problem, das auch NDR-Fernsehspielchef Christian Granderath nicht ignorieren kann. Dennoch betont er, dass Mehmet Kurtulus von sich aus die Zusammenarbeit beendet hat: "Die Quote war nicht der Grund, der zum Rückzug von Mehmet Kurtulus geführt hat. Wir hätten gerne mit ihm weitergemacht", sagte Granderath auf Anfrage von stern.de.

Der neue Hamburger Ermittler Til Schweiger verspricht auf jeden Fall bessere Einschaltquoten. Der NDR dürfte die rote Laterne für den quotenschwächsten "Tatort" wohl abgeben. Dennoch wird der Wechsel nicht jeden erfreuen: "Cenk ist einfach toll! Ich denke mit Grauen an den Schweiger", schreibt stern.de-Leserin Alexandra B. Es sieht so aus, als müsse der NDR noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten.