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TV-Serie "The Terror": Sie wollten das Polarmeer erkunden - die Reise endet in Horror und Kannibalismus

Die Franklin-Expedition wollte das Polarmeer erkunden - doch die Reise geht ganz anders aus. Die TV-Serie "The Terror" erzählt von ihrem Scheitern in Kälte und Wahnsinn. Horror, der sich lohnt anzusehen.

Im ewigen Eis wartet ein kalter Tod.

Im ewigen Eis wartet ein kalter Tod.

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Fans des Horror-Genres mussten sich in den letzten Jahren mit zwei begnügen, die ihren Höhepunkt schon lange hinter sich hatten. Sowohl die Zombie-Oper "The Walking Dead" wie auch "American Horror Story" sind wahre Wiedergänger, die immer neu angerührt werden.

Meister der Genres

Mit "The Terror" gibt es nun neue Horrorkost, bei der sich das Zuschauen lohnt. Die Serie ist eine Verfilmung des gleichnamigen 1000-Seiten-Romans von Dan Simmons. Ein Meister des viktorianischen Grusels, der seine Kennerschaft der Epoche bereits mit dem Roman "Drood" bewies. Ein Buch, das das Kunststück fertigbrachte, die letzten Jahre von Charles Dickens im Rahmen einer ägyptologischen Horrorstory zu erzählen. Und das aus der Perspektive des größten Schauerroman-Schreibers der damaligen Zeit, Wilkie Collins.

TV Serie "The Terror": Das Monster, das aus der Kälte kam
Die Bilder zeigen die Einsamkeit des Menschen.

Die Bilder zeigen die Einsamkeit des Menschen.

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Die letzten Entdeckungen

"The Terror" basiert auf einer wahren Begebenheit, der -Expedition, und hält sich abgesehen von der Horror-Bedrohung an die überlieferten Fakten. Mitte des 19. Jahrhunderts schrumpften die weißen Stellen auf den Landkarten auf wenige Flecken zusammen. Sie zu erkunden und zu erobern wurde zur Obsession und ein regelrechter Wettlauf zu den Quellen des Nils und den Polen setzte ein. Zu den letzten weißen Flecken gehörten damals 200 Meilen am Nordrand des amerikanischen Kontinents – die legendäre Nord-West-Passage. Der nördliche Seeweg zwischen Atlantik und Pazifik versprach nicht nur Ruhm und Ehre, sondern einen enormen wirtschaftlichen Gewinn, denn die Passage wäre für den Asienhandel weitaus kürzer als alle anderen Routen.

Lady Silence, die Inuit, kennt das Schicksal, das auf die Besatzung wartet.

Lady Silence, die Inuit, kennt das Schicksal, das auf die Besatzung wartet.

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"The Terror": Wahre Geschichte  mit Horror-Potenzial

Im Jahre 1845 unternahm die britische Marine eine groß angelegte Expedition. Zwei , die "Erebus" und die "Terror", sollten die Fahrt durch das Eismeer wagen – unter dem Kommando des geeignetsten Seemannes seiner Zeit, Sir John Franklin. Er konnte nicht wissen, dass diese Passage bis heute nicht wirklich schiffbar ist. Der Ausgang seiner Reise ist ebenso bekannt wie die Geschichte von der Titanic und dem Eisberg.

Über das grauenhafte Ende der Mannschaft gibt es unzählige Bücher, Theaterstücke und Horrorfilme. Denn Franklin und seine Männer verschwanden nicht einfach im Eis. Spätere Expeditionen bargen Relikte und Hinweise auf ein grauenvolles Ende, das immer wieder zu immer neuen Spekulationen über das Schicksal der unseligen Expedition anregte.

Wer tötet schon einen Schamanen?

Und in diese Reihe gehört auch die TV-Serie "The Terror". Schon in der ersten Szene erfährt der Zuschauer in einer Rückblende, dass niemand überlebt hat. Schon nach kurzer Zeit stecken beide Schiffe im Packeis fest. Anders als erwartet, gibt das Eismeer Schiffe und Besatzung im arktischen Sommer nicht frei. Offiziere und Besatzung sind im ewigen eingeschlossen.

Dort erwartet sie nicht nur das langsame Absterben jeden Lebenswillens durch die eisige Kälte. Das ewige Knacken der Eisschollen, die die Schiffe langsam zermalmen, wird nicht nur von den weißen Eindringlingen gestört. Da draußen wartet etwas. Etwas, von dem die Mannschaft zunächst annimmt, es sei ein gewaltiger Bär. Und wie in jedem anständigen Horrorfilm zeigt sich schnell, dass es nie eine gute Idee ist, einen einheimischen Schamanen zu töten.

Großes Dialog-Theater 

Das hört sich alles wenig originell an, wie "just another horror story". Aber wer nun eine eisgekühlte Schlachte-Platte erwartet, den wird "The Terror" enttäuschen. Im Wesentlichen ist die Serie ein Kammerstück. Die Handlung spielt auf dem zusammengedrängten Raum, der im Eis Eingeschlossenen und an Bord herrscht auch nicht gerade Non-Stop-Action.

"The Terror" ist eine Dialog-Serie, die ganz wesentlich von dem Star-Ensemble bestimmt wird. Distinguierte Herren tauschen in der Offiziersmesse ihre Standpunkte aus. Und offenbaren dabei unbeabsichtigt ihre Seele. Und das ist nicht dröge, sondern hoch spannend – etwa wenn sich Sir John Franklin (Ciarán Hinds) und Kapitän Francis Crozier (Jared Harris) bei Tisch verbal duellieren. Denn hinter dem Geplänkel zeigen sich schnell die Abgründe, die das Leben im Eis zur Hölle machen.

Bilder der Verlorenheit

Meisterhaft sind auch Kamera und Nachbearbeitung, die klaustrophische Welt an Bord der Schiffe spürt man bedrückend vor dem Bildschirm. Ebenso die klirrend kalte, unnahbare Umgebung, die nicht aus Zufall den Eindruck des bekannten Bildes "Das Eismeer" von Caspar David Friedrich aufnimmt.

Alle Folgen von "The Terror" sind auf Amazon Prime verfügbar.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo