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Momente der TV-Geschichte Heulende Menschen vor dem Fernseher – als die ganze Welt mit England trauerte

Beerdigung von Prinzessin Diana
Dianas Bruder, der Earl of Spencer, Prinz William, Prinz Harry und Prinz Charles bei der Trauerfeier zu Ehren der verstorbenen Prinzessin
© Fiona Hanson / Picture Alliance
Unvergessen ist der Anblick der jungen Prinzen William und Harry, die hinter dem Sarg ihrer verstorbenen Mutter lang laufen. Zwei Milliarden Menschen verfolgten Lady Dianas Trauerfeier 1997 live an den TV-Geräten.

Prinz Harry sagte vor einigen Jahren, hinter dem Sarg der eigenen Mutter herzulaufen, während die ganze Welt zuschaut, sollte kein Kind machen müssen. Harrys Bruder, Prinz William, erinnerte sich in einer Diana-Doku daran, dass er seine Haare wie ein Schutzschild empfand. "Ich hatte das Gefühl, wenn ich auf den Boden schaute und mir die Haare ins Gesicht fielen, konnte mich niemand sehen", erklärte er.

Trauerfeier von Prinzessin Diana: Alle Welt starrt auf die Prinzen

Die beiden Prinzen waren gerade mal 15 und zwölf Jahre alt, als sie gemeinsam mit ihrem Onkel und Vater hinter dem Sarg durch London bis zur Westminster Abbey marschierten. Die Mienen geschockt, das Trauma stand ihnen ins Gesicht geschrieben. 

Diana war am 31. August 1997 in Paris nach einem Autounfall im Pont de l'Alma Tunnel verstorben. Am 6. September dann die große Trauerzeremonie in der traditionsreichen Westminster Abbey. Vor Ort waren nicht nur die royalen Familienmitglieder, sondern auch internationale Stars. Elton John sang in der Kirche seinen Diana gewidmeten Song "Goodbye England's Rose", die damalige First Lady Hillary Clinton war ebenfalls gekommen sowie auch Tom Cruise und Nicole Kidman.

Bewegende Rede von ihrem Bruder

Dianas Bruder hielt während der Zeremonie eine Rede, in der er die Presse für ihren Umgang mit seiner berühmten Schwester rügte. 

"Ich glaube nicht, dass sie jemals verstanden hat, warum ihre wirklich guten Absichten von den Medien verspottet wurden, warum es den Anschein hatte, als gäbe es den ständigen Drang, sie zu Fall zu bringen", sagte er und wandte sich dann mit einer Aufforderung an die Öffentlichkeit: "Sie würde wollen, dass wir uns heute verpflichten, ihre geliebten Jungen William und Harry vor einem ähnlichen Schicksal zu schützen, und ich tue dies hier, Diana, in Ihrem Namen. Wir werden nicht zulassen, dass sie die Qualen erleiden, die Sie früher regelmäßig zu weinerlicher Verzweiflung getrieben haben."

Zwei Milliarden Menschen schauten zu

Auf den Straßen der britischen Hauptstadt tummelten sich derweil Millionen Schaulustige, die einen Blick auf die Familie und den Sarg werfen wollten. Tränen flossen, die Trauer war spürbar. 

Und die Trauerfeier geht nicht nur wegen ihres tragischen Hintergrund in die Geschichte ein. Sie hat außerdem TV-Geschichte geschrieben. Die Zeremonie wurde in 187 Länder übertragen, etwa zweieinhalb Milliarden Menschen schauten gebannt vor den Fernsehern zu. Zehn deutsche Sender zeigten fast 44 Stunden lang die Bilder der Live-Übertragung. Diana wurde zum Mythos. 

Und ein Gefühl einte die meisten Zuschauer: Schmerzhaftes Mitleid mit William und Harry, diesen jungen Prinzen, die nicht mal trauern durften, ohne von der Öffentlichkeit dabei beobachtet zu werden. 

ls

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