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TV-Kritik Günther Jauch: Sarrazin lehrt uns PR vom Feinsten

Hat Verbal-Krawallo Thilo Sarrazin das gleiche Gewicht wie Altkanzler Helmut Schmidt? Für Günther Jauch offenbar schon, denn auch der Ex-Bundesbanker musste sich die Talkbühne nur mit Peer Steinbrück teilen.

Von Christoph Forsthoff

Kompliment, liebe Deutsche Verlags-Anstalt! Eine bessere PR für ein neues Buch lässt sich wohl kaum initiieren: Am Tag vor dem Erscheinen von Thilo Sarrazins neuesten Ergüssen zu seiner alles andere als aufregenden These "Europa braucht den Euro nicht" führt der Titel nicht nur bereits die Bestelllisten bei Amazon an, sondern geistert auch schon durch alle Medien. Und als Krönung dieser fast kostenfreien Werbeoffensive durfte der Autor nun gestern Abend auch noch bei Günther Jauch seinen 464-Seiten-Band eine Stunde lang vorstellen. Eine Exklusivität, die ihresgleichen sucht angesichts der Tatsache, dass Sarrazin in seinem Buch offenbar - der Verlag hatte mir selbiges leider nicht vorab zur Verfügung gestellt - über fast die gesamte Länge lediglich eine (subjektive) Bestandsaufnahme zur Situation des Euro und in den Euro-Ländern sowie der in der Vergangenheit gemachten (politischen) Fehler in Sachen Währungsunion unternommen hat. Was die Frage aufwirft, warum so wenig Neues noch durch eine Talkshow weiter hochstilisiert wird - kann und darf da das Schielen nach der Quote der allein ausschlaggebende Grund sein?

Jede Aufregung schafft nur Aufmerksamkeit

Doch wahrscheinlich ist es längst müßig darüber zu diskutieren, dass jede Aufregung über krude Formulierungen und Thesen eben diesen nur zusätzliche Aufmerksamkeit, wenn nicht gar Zulauf beschert. Und so haben auch in diesem Fall zwei, drei vorab lancierte Sätze über die Verquickung des Holocausts mit der europäischen Währung genügt, dass quer durch die Parteien sich fast jede(r) aufgerufen fühlt, empört zu protestieren - so billig lassen sich Schlagzeilen produzieren. Die am Ende doch allein dem Autor zum Vorteil gereichen, denn natürlich hat keiner der sich echauffierenden Politiker das Buch auch nur ansatzweise gelesen. Anders als Peer Steinbrück, der gestern Abend den Widerpart zu Sarrazin geben durfte und selbstverständlich diese Einladung gern nutzte im Wettstreit um die Kanzlerkandidaten-Kür in der SPD - auch wenn der Ex-Finanzminister eine ähnlich lautende Unterstellung seines CDU-Nachfolgers Wolfgang Schäuble in einer Sonntagszeitung wütend zurückwies. Empörung reiche nämlich bei diesem Buch nicht: "Ich möchte Thilo Sarrazin widersprechen."

Doch leider erschöpfte sich dieser Widerspruch über weite Strecken immer wieder in einer Gerierung als großer Europäer ("Die europäische Integration ist ein Glücksfall für Deutschland"), kluger Kopf ("Wir reden über sehr komplexe Zusammenhänge") oder mahnender Prophet: "Es geht nicht mehr allein um Griechenland, es geht um Europa", schwang sich Steinbrück in staatstragende Höhen empor. Der Euro sei verflochten mit Europa, bei dem es sich mitnichten nur um einen Wirtschaftsraum handle - "dieses Europa ist eine Zivilisation". Da schien schon der Kanzlerkandidat zu sprechen…

Sarrazin bleibt gelassen

Und sein Kontrahent? Blieb gänzlich unaufgeregt und gelassen. Offenbar hat sich Sarrazin seit seinem ersten Aufreger-Bestseller "Deutschland schafft sich ab" rhetorischen Coachings unterzogen, kaum ein "Äh" entfleucht ihm noch, der Ex-Bundesbanker verhaspelt sich nicht mehr und gerät auch nicht mehr ins Stottern, wenn er angegriffen wird. So konnte er sich und die (scheinbaren) Daten und Fakten aus seinem Buch gegen die Vorzüge des Euro geordnet darstellen - und leider auch ohne jegliche kritische Hinterfragung: Wenn der Ökonom etwa behauptete, das Wachstum des deutschen Außenhandels mit den anderen Euro-Staaten sei seit Einführung der gemeinsamen Währung deutlich hinter dem Export in die übrige EU und vor allem in die übrige Welt zurückgeblieben, dann hätte hier die Nachfrage nach den absoluten Ausgangszahlen für solch eine Vergleichsrechnung kommen müssen. Kam sie aber nicht. Ebensowenig wie auch so manch anderer harter Faktencheck - stattdessen wurden haufenweise olle Kamellen aus den Talkshows der vergangenen Monate von der korrupten griechischen Bürokratie bis zu den Ursachen der Banken- und Finanzkrise noch einmal aufgewärmt. Und Jauch verbiss sich in Fragen zu den wenigen, bewusst provozierenden Formulierungen im Buch Sarrazins.

Steinbrücks Analyse des Genossen - dem er allerdings das Sozi-Du verweigerte - war da schon sehr viel treffender: Er halte gar nichts von einer Dämonisierung, denn ein "gefährlicher Mann" sei Sarrazin keineswegs - "und ich bin auch dagegen, dass diese Empörungswelle das Buch aufwertet". Doch zu eben dieser Aufwertung hatten er und Jauch zuvor eine Stunde lang mit vereinten Kräften beigetragen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(