VG-Wort Pixel

Die Morgenlage Immer mehr Waffenscheine in Deutschland - Polizei zeigt sich besorgt

Hände laden eine Schreckschuss-Pistole "Walther P22" mit einem Magazin
Wer eine solche Schreckschuss-Pistole führen möchte, braucht einen kleinen Waffenschein
© Oliver Killig/zb / DPA
Republikaner kritisieren Trump-Vorschlag +++ SPD-Schiedsgericht verhandelt über Parteiausschluss von Sarrazin +++ NBA-Spieler knien bei Liga-Comeback +++ Die Nachrichtenlage am Freitag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

der kleine Waffenschein erlaubt Menschen das Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen in der Öffentlichkeit. Und die Zahl derer, die in Deutschland einen kleinen Waffenschein besitzen, steigt. Rund 44.000 Menschen haben den Kleinen Waffenschein im vergangenen Jahr neu beantragt. Das Bedürfnis nach Sicherheit, Schutz oder Abschreckung steigt also offenbar. Die Polizeigewerkschaft sieht diesen Trend sehr kritisch. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag: 

Immer mehr Deutsche haben einen Waffenschein

In Schleswig-Holstein besitzen einem Medienbericht zufolge im Verhältnis zur Einwohnerzahl am meisten Menschen den Kleinen Waffenschein. Je 1000 Einwohner gibt es in dem Bundesland 10,4 Kleine Waffenscheine, wie aus einer Umfrage der "Rheinischen Post" bei den Ländern hervorgeht. Dahinter folgen das Saarland (10,2) und Nordrhein-Westfalen (9,5). Das geringste Interesse an Schreckschusspistolen und Co. scheinen demnach die Hamburger zu haben (4,4). Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 8,2.

Insgesamt stieg die Zahl der Kleinen Waffenscheine laut der Recherche in den vergangenen zwölf Monaten um rund 44.000 auf 686.000. Die Polizeigewerkschaft GdP bezeichnet den Trend als "äußerst beunruhigend". "Mehr private Waffen schaffen nicht mehr Sicherheit - im Gegenteil", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek der Zeitung.

Widerstand gegen Trumps späteren Wahltermin

US-Präsident Donald Trump ist mit seinem Vorstoß zu einer möglichen Verschiebung der Wahl im November auf Widerstand auch in seiner eigenen republikanischen Partei gestoßen. "Niemals in der Geschichte dieses Landes, durch Kriege, Depressionen und den Bürgerkrieg hindurch, haben wir jemals eine vom Bund geplante Wahl nicht pünktlich abgehalten", sagte der Mehrheitsführer von Trumps Republikanern im US-Senat, Mitch McConnell, am Donnerstag (Ortszeit) dem lokalen Sender WNKY in seinem Heimat-Bundesstaat Kentucky. Die Wahl werde wie geplant am 3. November stattfinden.

Trump hat seinen Vorschlag für eine Verschiebung der Präsidentschaftswahl inzwischen relativiert. Er wolle keine Terminänderung, sagte Trump am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Er warnte jedoch erneut vor der vermeintlichen Gefahr massiven Betrugs bei der wegen der Corona-Pandemie zu erwartenden hohen Zahl von Briefwahlstimmen.

Seehofer sieht Verhältnis zu USA belastet

Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht den Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland als Belastung für das transatlantische Verhältnis. "Das ist ein sehr unschöner Vorgang, der die deutsch-amerikanischen Beziehungen natürlich belastet", sagte der CSU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". "Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass diese Lücke, die da durch den Abzug der US-Soldaten entsteht, ausgeglichen und geschlossen wird."

NBA-Spieler knien bei Liga-Neustart

Zum Auftakt der Rest-Saison in der NBA haben sich alle Spieler der Utah Jazz und der New Orleans Pelicans unmittelbar vor dem Abspielen der US-Nationalhymne hingekniet. Die Basketballer trugen zudem schwarze T-Shirts mit weißer Schrift und dem Slogan "Black lives matter" (Schwarze Leben zählen). Auch alle im TV sichtbaren Trainer, Betreuer und Schiedsrichter beteiligten sich an dem symbolischen Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und knieten nieder.

Die aufgezeichnete Variante von "The Star-Spangled Banner" war eine Instrumental-Version ohne den üblichen Text. Im Spiel trugen viele Spieler Botschaften statt ihres Namens auf dem Trikot. Das Knien während der Hymne als Form des Protests geht auf den Football-Profi Colin Kaepernick zurück, der 2016 als Quarterback der San Francisco 49ers auf diese Art und Weise demonstrierte.

Die USA wollen etwa 12.000 der 36.000 Soldaten aus Deutschland abziehen. Mehr als die Hälfte sollen in die USA zurückkehren, 5600 innerhalb Europas verlegt werden.

Was heute wichtig wird:

SPD-Schiedsgericht verhandelt über Parteiausschluss von Sarrazin

Das oberste Parteischiedsgericht der SPD verhandelt am Freitag (10.00 Uhr) in Berlin über den Parteiausschluss des umstrittenen Bestseller-Autors und Berliner Ex-Senators Thilo Sarrazin. Ob eine Entscheidung noch am selben Tag bekanntgegeben wird, dürfte sich erst im Lauf des Tages herausstellen. Im Januar hatte die Berliner Landesschiedskommission bereits in einem Berufungsverfahren bestätigt, dass die SPD Sarrazin wegen parteischädigenden Verhaltens ausschließen darf. Der frühere Berliner Finanzsenator ging erneut in Berufung, nun wird auf Bundesebene entschieden. Auslöser des Verfahrens war Sarrazins 2018 erschienenes Buch "Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht". 

Landgericht München verhandelt Corona-Klagen gegen Versicherungen

Das Münchner Landgericht verhandelt am Freitag (9.30 Uhr) zum ersten Mal coronabedingte Klagen gegen Versicherungen, die ihren Kunden die Kosten pandemiebedingter Betriebsschließungen nicht ersetzen. Angesetzt sind insgesamt vier mündliche Verhandlungen, Kläger sind drei Gastronomen und eine Kinderkrippe. Weitere Prozesse werden nach den sommerlichen Gerichtsferien folgen.

Frau in Berlin zu Tode geprügelt? Prozess gegen zwei Männer

Knapp sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 53 Jahre alten obdachlosen Frau in Berlin-Mitte kommen die beiden mutmaßlichen Täter ab Freitag (9.00 Uhr) vor das Landgericht. Die 42- und 35-jährigen Männer sollen den Ermittlungen zufolge in einer von ihnen bewohnten Baracke so stark auf die Frau eingeschlagen haben, dass sie gestorben sei. Die Verdächtigen seien wie das Opfer ohne festen Wohnsitz gewesen. Die Anklage lautet auf Totschlag. Zehn Prozesstage sind vorgesehen.

FC Bayern testet Champions-League-Form mit Spiel gegen Marseille

Der FC Bayern testet in einem Vorbereitungsspiel gegen Olympique Marseille seine Form vor den entscheidenden Partien in der Champions-League im August. Gut eine Woche vor dem Rückspiel im Achtelfinale gegen den FC Chelsea empfängt der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag (16.00 Uhr) den französischen Erstligisten im Stadion des eigenen Nachwuchsleistungszentrums. Zuschauer sind wegen der Corona-Regeln nicht erlaubt. Die Bayern wollen nach einer Woche Mannschaftstraining ihre Wettkampfform überprüfen. Acht Tage nach dem Test gegen Marseille empfangen sie Chelsea zum Achtelfinalrückspiel. Nach dem 3:0 im ersten Duell stehen die Chancen auf ein Weiterkommen und damit die Teilnahme am Finalturnier Mitte August in Lissabon bestens.

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre stern-Redaktion

rw/tkr DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker