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Umstrittener ZDF-Historiker: Guido Knopp kündigt Ruhestand für 2013 an

Umstritten in der Geschichtswissenschaft, erfolgreich in den Medien: An Guido Knopp scheiden sich die Geister. Jetzt hat der Mann hinter ZDF-Formaten wie "Hitlers Helfer" seinen Ruhestand angekündigt.

In so mancher Geschichtsfakultät Deutschlands dürften heute die Sektkorken knallen: ZDF-Chefhistoriker Guido Knopp hat seinen Ruhestand für Anfang 2013 angekündigt. "Dann werde ich 65 Jahre alt und das ist der gesetzliche Beginn der 'Zeit danach'", sagte Knopp am Mittwochabend in Mainz. Seine letzte Ausgabe der Dokumentationsreihe "History" wolle der TV-Historiker am 27. Januar präsentieren - zwei Tage vor seinem Geburtstag. Knopp zeigte sich aber überzeugt davon, dass das Format auch ohne ihn fortgeführt werde.

Knopps Name ist untrennbar mit erfolgreichen TV-Formaten wie "Hitlers Helfer" (1996/1998) und "Die Deutschen" (2008/2010) verbunden. Unter Geschichtswissenschaftlern ist der Mann, der seit 1978 für das ZDF arbeitet, allerdings heftig umstritten. Manche Forscher werfen ihm vor, einen veralteten Forschungsstand als Grundlage seiner Dokumentationen zu verwenden, geschichtliche Zusammenhänge zu stark zu vereinfachen und durch emotionale Zeitzeugeninterviews die Rolle der Deutschen im Zweiten Weltkrieg zu verharmlosen.

Andere Wissenschaftler, darunter namhafte Historiker wie Hans-Ulrich Wehler und Joachim Ehlers, kooperieren dagegen mit Knopp und stellen dessen Verdienst hervor, geschichtliche Zusammenhänge einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Zwei Meinungen, die auch bei Knopps letztem großen ZDF-Projekt wieder aufeinander treffen dürften: In der achtteiligen Doku-Reihe "Weltenbrand" geht es einmal wieder um Knopps Lieblingsthema, die beiden Weltkriege. Drei Teile sollen in diesem Jahr ab dem 18. September ausgestrahlt werden, der Rest folgt 2013.

jwi (mit DPA)