HOME

WM-Rückblick: Mein Monat als Kulturbanause

Vier Wochen WM haben aus einem kulturinteressierten Menschen einen dumpfen Fußball-Glotzer gemacht. So schön diese Zeit war: Es ist gut, dass nun etwas Ruhe einkehrt - und Kultur.

Von Carsten Heidböhmer

"Es wird Zeit, dass sich was dreht": Mehr als vier Wochen lang war dieser Titel von Herbert Grönemeyers WM-Hymne das Motto für mein Leben - von dem stürmischen Auftaktsieg unserer Jungs gegen Costa Rica über das bittere Halbfinal-Aus gegen Italien bis zum dramatischen Finale. Meinen kompletten Tagesablauf habe ich nach den Anstoßzeiten ausgerichtet. Lediglich einige der Arbeitnehmer-unfreundlichen 15-Uhr-Spiele sind mir durch die Lappen gegangen, doch ansonsten habe ich mir angeschaut, was nur ging. Selbst Grottenkicks wie Ukraine gegen Saudi-Arabien habe ich am Bildschirm verfolgt.

Notwendige Tätigkeiten wie Nahrungsaufnahme und die dazu erforderlichen Einkäufe wurden auf die Stunde zwischen den Spielen gelegt. Auch an anderem wurde gespart: Die Wohnung musste vier Wochen ohne Reinigung auskommen; in der Tageszeitung las ich nur noch den Sportteil, und Freunde, die sich nicht für Fußball interessieren, hatten in dem Monat nichts zu melden. Muss ich noch erwähnen, dass für Kultur nun wirklich keine Zeit mehr übrig war?

Nur die Sportfreunde drehten sich auf meinem Plattenteller

Und so lebte ich einen Monat lang wie ein Barbar. Der Fernseher lief permanent. Dazu gab’s bevorzugt Bratwurst und Bier. Als Musik war lediglich der Mitgrölsong "'54, '74, '90, 2006" der Sportfreunde Stiller geduldet. Und die Gespräche drehten sich um Fragen wie: "War das jetzt Abseits?" oder "Warum macht der Ronaldo ständig Schwalben"?

Für andere Aktivitäten war das Zeitbudget dagegen äußerst knapp. Konzerte? - Keine Zeit. Bücher? - Kann man das essen? Auf meinem Schreibtisch stapeln sich seit Wochen die neuesten CDs - keine einzige fand bislang den Weg in meinen CD-Spieler. Es ist schon Wochen her, dass ich einen Kinosaal von innen gesehen habe. Und auch die Billy-Wilder-Reihe, die das Erste anlässlich seines 100. Geburtstags zeigte, ging an mir vorbei. Es galt, alle Kräfte zu bündeln für den Weg nach Berlin.

Die Stille nach dem letzten Schuss

Das alles erscheint im Rückblick wie ein einziger großer Rausch, eine nicht enden wollende Party. Nun, nach Abpfiff des letzten Spiels, bleibt ein etwas schaler Geschmack zurück. Einen Kater würde ich es nicht direkt nennen, aber eine gewisse Leere ist da. Und Zeit, sich endlich mal wieder Gedanken zu machen über andere Dinge als einen Ball, dem 22 Männer hinterherhecheln.

Jetzt erst merke ich nämlich, was ich all die Wochen vermisst habe: Momente der Besinnung und des Glücks, die einem widerfahren, wenn man in Ruhe einer CD lauscht, ein Buch liest oder einen Film sieht. Und so mischt sich bei allem Wehmut über das Ende dieser fantastischen Weltmeisterschaft auch ein großes Stück Vorfreude auf die Wochen, die jetzt kommen. In dem der Ball endlich ruht. Noch mehr als vor vier Wochen gilt nun: Zeit, dass sich was dreht. Auf meinem Plattenspieler, in meinem DVD-Player, und auch meine Gehirnwindungen könnten ein paar Drehungen vertragen.

Es gibt - und das ist das Schöne an dem Ende der WM - eben doch sinnvollere Beschäftigungen als Reinhold Beckmann oder Steffen Simon beim Dampfplaudern zuzuhören. Gleich heute Abend fang ich an: Ich setze mich aufs Sofa, schalte meine Stereoanlage ein und lege eine gute Platte auf. Welche, weiß ich noch nicht. Aber ganz gewiss keinen Herbert Grönemeyer, und auch die Sportfreunde haben ab sofort nichts mehr zu melden. Heute beende ich den Ausnahmezustand und nehme mein altes Leben wieder auf. Es wird Zeit.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(