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ZDF streitet sich mit ProSieben: Joko und Klaas und die verpasste Chance

ProSieben will sie exklusiv, das ZDF will davon nichts wissen: Zwei Sender streiten sich um das Moderatorenteam Joko und Klaas. Die beiden können davon nur profitieren.

Im vergangenen Jahr waren sie beim ZDF sogar als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei "Wetten, dass..?" im Gespräch. Doch am Ende bekamen die jungen Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf doch "nur" ein Late-Night-Format bei ZDFneo. Pläne für das ZDF-Hauptprogramm soll es gegeben haben. Doch jetzt hat ProSieben zugeschlagen und verkündet, man habe das Moderatorenteam exklusiv verpflichtet.

Gestern gab der Münchner Privatsender bekannt, das Team Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ab sofort exklusiv an sich gebunden zu haben. Im Sommer soll die neue Hauptabendshow "Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt" starten. Auch weitere Folgen der Reihe "17 Meter" am Samstagabend sind geplant. Mit diesem Format hatte ProSieben bereits im Sommer vergangenen Jahres Mut bewiesen und die Nachwuchsmoderatoren vom Spartenfernsehen in die Primetime gehoben.

ZDF plant fest mit Joko und Klaas

Beim ZDF in Mainz sorgte die Meldung für Verwirrung und wurde sofort dementiert. Schließlich läuft "neoParadise", eine Late-Night-Show, die im Wesentlichen "MTV Home" gleicht, der Show, mit der Joko und Klaas auf MTV durchstarteten, nach wie vor bei ZDFneo. Noch bis Ende des Jahres sind Folgen geplant. "Wir gehen fest davon aus, dass Joko und Klaas weiter für das ZDF arbeiten und auch weiter 'neoParadise' für ZDFneo machen", sagt ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler auf Nachfrage von stern.de. Nochmal bekräftigt er, dass man sich in Mainz auch andere Formate mit den umschwärmten Jungstars vorstellen kann. Bereits vor einigen Wochen wurde gemunkelt, das ZDF könnte sich den 33- und den 28-Jährigen auf dem frei werdenden Sendeplatz von "Lanz kocht" am späten Freitagabend im ZDF vorstellen. "Auch weitere Entwicklungen jenseits von 'neoParadise' sind aus unserer Sicht möglich und wünschenswert", so Himmler. Man sei "in guten Gesprächen" sagt ZDF-Sprecher Alexander Stock.

ProSieben sieht das anders. Die bestehenden Verträge mit ZDFneo dürfen die Nachwuchsmoderatoren in diesem Jahr zwar noch erfüllen, danach sei jedoch Schluss. "Eine weitere Zusammenarbeit mit dem ZDF ist dann nicht mehr möglich", betont eine Sendersprecherin auf Nachfrage.

Wie auch immer dieser Disput ausgeht, für Joko und Klaas sind die Bemühungen der beiden Sender beste PR. Für das ZDF dagegen wäre der Exklusivvertrag von Joko und Klaas mit dem Privatsender ein Desaster und ein Beispiel dafür, dass der öffentlich-rechtliche Sender zu mutlos und unentschlossen an neue Talente herangeht. Dabei hatte Intendant Thomas Bellut erst vor wenigen Wochen betont, den Sender verjüngen und modernisieren zu wollen. Mit Joko und Klaas, den "Internet-Helden" (Bellut) wäre das möglich gewesen. Doch diese Chance scheint man in Mainz verpasst zu haben.

kmi