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Hacker-Skandal Der Kontostand von Beyoncé

Eine anonyme Internetseite soll die Finanzgeheimnisse mehrerer US-Promis veröffentlicht haben. Das FBI ermittelt. Unter den Cyber-Opfern: Jay-Z, Beyoncé Knowles und Michelle Obama.
Von Frank Siering, Los Angeles

Hollywood hat einen neuen Hacker-Skandal. Die persönlichen Finanzdaten mehrerer Promis, darunter Jay-Z, Beyoncé, Kim Kardashian, Britney Spears und Ashton Kutcher sollen auf der Website www.exposed.su veröffentlicht worden sein. Ebenfalls unter den Opfern der ominösen Cyber-Piraten: First Lady Michelle Obama, Hillary Clinton und Arnold Schwarzenegger.

Sozialversicherungsnummern, Kontostände, Kreditkartenrechnungen und selbst Hypothekeninfos sollen die Hacker herausgefunden und auf der Website publiziert haben. Die Sozialversicherungsnummer ist in den USA ein wichtiges Identifizierungs-Kennzeichen für Steuerzwecke und Kreditprüfungen.

Ob die Hacker die echten Daten der Promis erwischt haben oder die Besucher der Seite an der Nase herumführen, versucht das FBI im Moment zu klären. Reporter von ABC-News entdeckten zum Beispiel Fehler bei den publizierten Telefonnummern und Anschriften der Promis. Bei Arnold Schwarzenegger etwa war eine falsche Telefonnummer aufgeführt.

Jay-Z soll 227.000 Dollar Schulden haben

"Doxxing" nennen Internet-Experten das Vorgehen, wenn Hacker Daten von Privatpersonen klauen und im Netz veröffentlichen. Demnach schuldet Rapper Jay-Z der Kreditkartenfirma American Express noch 227.000 Dollar.

Der ehemalige FBI-Agent Brad Garrett sagte ABC-News: "Ich finde es sehr verdächtig, dass die Infos online veröffentlicht wurden." Das mache seiner Ansicht nach keinen Sinn. "Cyber-Diebe hacken sich in Konten ein, um zu stehlen", so Garrett. Tatsächlich wurde bei den Promis bislang kein Cent vom Konto abgehoben. Also alles nur ein Witz? "Es würde mich nicht überraschen", sagte Garrett.

Die Website, die unter der Domain .su der ehemaligen Sowjetunion angemeldet wurde, ist immer noch zu erreichen. Mehr als 227.000 Menschen haben sich bisher durch die Dokumente geklickt. Auf der Startseite ist ein junges Mädchen mit schwarz umrandeten Augen zu sehen. Es hält den Zeigefinger zum Schweigen über die Lippen. Darüber steht "The Secret Files" ("Die Geheimakten").

Dass das FBI, dessen Direktor Robert Mueller ebenfalls zu den Opfer gehört, die Angelegenheit ernst nimmt, ist unbestritten. So rieten die Ermittler den Opfern, vorsorglich ihre Bankkonten sperren zu lassen. Die auf der Website aufgeführten Promis wurden nach Informationen von stern.de vom FBI kontaktiert und sollen eng mit den Ermittlern zusammenarbeiten.

Die Hacker scheinen übrigens keine großen Fans von US-Präsident Barack Obama zu sein. Die veröffentlichten Dokumente von Michelle Obama wurden mit dem Kommentar begleitet: "Du kannst dich bei deinem Ehemann bedanken. Dich lieben wir auch weiterhin, Michelle."

mit DPA

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