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Selbstversuch: Hintern wackeln wie Miley Cyrus: Zu Besuch in einem Twerking-Kurs

Welche Muskeln sind das, mit denen ich meinen Po so wackeln lassen kann wie Miley Cyrus? Unser Reporter hat es ausprobiert.

Von Michalis Pantelouris

JWD-Reporter Michalis Pantelouris (l.) ist hochkonzentriert bei der Sache

JWD-Reporter Michalis Pantelouris (l.) ist hochkonzentriert bei der Sache

Meine Hose ist nicht kurz genug. Das ist das Erste, was mir auffällt, als ich zwischen den sechs Frauen und dem einen Mann in der Pole-Dance-Schule "Aria Arte" in Halle an der Saale stehe, um Twerken zu lernen. Alle anderen haben weniger an als ich, aber darum geht es wahrscheinlich nicht. Das Zweite, was ich denke, ist: Welche Muskeln sind das, mit denen ich meinen Po so wackeln lassen kann wie ?

Bounce, bounce, bounce: Wenn dieser Typ das lernen kann, kann es jeder – Twerken!
Twerken ist ja vor allem Arschwackeln nach oben und unten, in der Fachsprache heißt es "pop" (nach oben) und "drop" (nach unten).

Twerken ist ja vor allem Arschwackeln nach oben und unten, in der Fachsprache heißt es "pop" (nach oben) und "drop" (nach unten).

Es ist nicht so einfach zu beantworten, wie man sich das vorstellt: Ich muss gestehen, ich habe wahrscheinlich noch nie bewusst versucht, mit dem Arsch zu wackeln. So, dass er wirklich wackelt. Und wenn ich darüber nachdenke, dann fällt mir überhaupt sehr wenig ein, das ich bewusst mit meinem Hintern gemacht habe. Jedenfalls im Stehen.

Twerken wie ein Profi: JWD-Redakteur belegt einen ungewöhnlichen Tanzkurs

Ich weiß, der Gluteus Maximus ist der größte Muskel des menschlichen Körpers, bewusst benutze ich ihn allerdings eigentlich nur, um auf ihm zu sitzen. Aber jetzt bin ich hier, bei den Profis. Sandra Schlichting, die das Studio betreibt, ist Pole-Dance-, Twerk- und Alles-mögliche-andere-Trainerin und gibt gemeinsam mit ihrem Mann das Magazin "Pole Art" heraus – besser geht es wahrscheinlich nicht. Aber schwer ist es trotzdem.

Twerken ist ja vor allem Arschwackeln

Leicht in die Hocke gehen und federn. Bounce, bounce, bounce. Damit geht es los. Twerken ist ja vor allem Arschwackeln nach oben und unten, in der Fachsprache – die ich gerade zum ersten Mal höre – heißt es "pop" (nach oben) und "drop" (nach unten).

Und beides sind betonte Bewegungen. Um mich herum machen sieben Menschen perfekte Pops und Drops, und ihre Pos wackeln dabei. Ich sehe aus, als würde ich versuchen, eine zu enge unsichtbare Strumpfhose anzuziehen. "Die Bewegung kommt nicht aus der Hüfte, sondern aus den Beinen", sagt Sandra, und dabei sieht sie mich an. Damit formuliert sie natürlich das Ideal und beschreibt nicht das, was ich mache. Was ich mache, sieht aus wie der Versuch, meine Beine abzuwerfen, indem ich mich erst in der Mitte durchbreche und dann die Beine schüttle wie einen geklemmten Finger.

Und auf einmal geht es dann: Der Po wackelt fröhlich

In der Theorie geht das so: Man hockt da, so federnd, also bouncend, und drückt dann die Knie zueinander zusammen, pop, und öffnet sie, drop, und lässt dabei den Hintern entspannt, sodass er frei schwingt. Die einfachste Art, das zu üben, ist auf dem Boden: hinknien und rhythmisch die Knie zueinander und auseinander bewegen, pop, drop, pop, drop. Dafür braucht man allerdings Knieschoner, sonst tut es weh, und die Beine brennen von der Anspannung schon genug. Und dann geht es plötzlich. Der Po wackelt fröhlich, der Beat reißt mit, und der Vorteil daran, den unansehnlichsten Po der Gruppe zu haben ist, dass um einen herum lauter schönere Pos wackeln. Denn das habe ich noch nicht erwähnt: Es macht höllischen Spaß. Und es ist sexy, gerade auch deshalb, weil es so lustig ist. Und jetzt alle!

Tausend Dank an Aria Arte, poledancehalle.de

Diese Geschichte stammt aus der zweiten Ausgabe von JWD – Joko Winterscheidts Druckerzeugnis. Zu finden auch hier.

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