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Motoball Fußball mit Motorrädern: Da springt schon mal die Kniescheibe raus

Sie spielen Fußball im Dreck. Und zwar mit Motorrädern. Mit 50 PS und bis zu 80 km/h rasen sie Richtung Tor. Motoball ist der wahrscheinlich schnellste Ballsport der Welt. Und vielleicht der gefährlichste. „Schmerzen im Knie? Im Ellenbogen? Scheißegal! Nach dem Spiel könnt ihr flennen so viel ihr wollt, aber während des Spiels wird Schmerz nicht gezeigt“, sagt Dovydas Zilius. Der Anführer des 1. MSC Seelze schwört seine Mannschafft auf das Spiel ein. Sie werden nicht ohne Blessuren davonkommen. Auf dem Platz wird gedrängelt, gerammt und geschoben. „Als mir die Kniescheibe rausgeflogen ist und ich nachts vor Schmerzen nicht schlafen konnte, dachte ich daran hinzuschmeißen. Aber am nächsten Tag wollte ich gleich wieder fahren“, sagt Nandino Costa. Der schwere Lederball wird beim Motoball zwischen Stiefel und Vorderrad geklemmt. Dann rasen sie aufs Tor zu und ziehen ab. Der Torwart muss dazwischen gehen, ohne Zögern – und ohne fahrbaren Untersatz. Bei Fouls und Kollisionen gehen die Maschinen regelmäßig kaputt. Nur wer gute Mechaniker dabei hat, ist schnell wieder am Start. Das Regelwerk ähnelt dem des Fußballs. Es gibt aber kein Abseits. Gespielt wird vier Mal 20 Minuten, auf einem Sandplatz so groß wie ein Fußballfeld. In beiden Teams gibt es vier Spieler mit Motorrad und einen Torwart. Schon vor ungefähr 100 Jahren soll die Sportart in England und Frankreich entstanden sein. In Deutschland gibt es 14 Motoball-Mannschaften und sogar eine Bundesliga. Trotzdem kennt kaum jemand diese halsbrecherische Sportart. In Frankreich und Russland locken Motoball-Spiele oft tausende Besucher an. Und vielleicht ja auch bald in Deutschland.
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Sie graben mit ihren Maschinen den Sandplatz um und versuchen den Ball ins Tor zu manövrieren. Beim Motoball wird gedrängelt, gerammt und geschoben.

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