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"Miss Germany 2007": Ein ganz normaler Schönheitswahn

Sie ist Schülerin, dunkelhaarig und die schönste Frau des Landes. Nelly Marie Bojahr wurde zur neuen "Miss Germany" gewählt. Doch auch für die, die nicht gewinnen, kann sich die Teilnahme lohnen - so lange keine Chefs davon wissen.

Von Björn Erichsen

Die drei Missen halten sich aneinander fest, fast so, als würden sie sonst umfallen. Vor ihnen unzählige Kameras, Blitzlichtgewitter, Stimmgewirr, von dem niedergegangen Funkenregen liegt noch Rauch in der Luft. Soeben ist Nelly Marie Bojahr, gerade einmal 18 Jahre alt, zu Deutschlands Schönster, zur Miss Germany 2007 gewählt worden. Eigentlich hätte sie schon im vergangenen Jahr teilnehmen können, war schon 2005 Miss Brandenburg. Doch sie wollte lieber für ein Jahr nach Australien.

Nun steht sie auf der Bühne im "Dome" im Freizeitpark Rust, die Vize-Queen Juliane Brändle und die Drittplatzierte Katie Steiner im Arm. Es ist schon ein seltsames Bild, das Medienrudel und die drei kleinen Misses, die aus großen Augen schauen und lachen. Viel natürlicher als im Wettbewerb, nicht mehr so zementiert. Ihre Anspannung weicht nur langsam.

Die 22 Mädchen waren noch so gar nicht damenhaft

Die war am Nachmittag beim öffentlichen Styling fast mit Händen zu greifen. Da huschten die 22 Mädchen, die sich über Landes- oder Sondertitel für die Endausscheidung qualifiziert hatten, noch nervös durch die dicken, roten Vorhänge, mit denen die Seitenhalle des Domes zur Garderobe umgebaut wurde. Viele gar nicht damenhaft, mit Lockenwicklern im Haar, Jeans und Turnschuhen. Angst vor Fotografen haben sie keine mehr, sie sind inzwischen abgehärtet. Seit zwei Wochen hängen die Schönheiten nun schon zusammen, waren eine Woche in Ägypten im "Missen Camp", haben geprobt, Rhetorikkurse belegt, immer wieder Pressetermine absolviert.

"Ich bin 23 Jahre alt, bin die amtierende Miss Norddeutschland und habe gerade meinen Bachelor in Business Affairs gemacht. Nun möchte ich meinen Master in "International Strategic Marketing" machen." Während ihr die Visagistin die langen Wimpern tuscht, übt Katie Steiner aus Hannover noch einmal ihr Sprüchlein, mit dem sie sich am Abend der Jury präsentieren will. Die Blondine wirkt relativ entspannt, vielleicht weil sie mit 23 schon zu den Ältesten im Teilnehmerfeld gehört. Die meisten sind 18 bis 20 Jahre alt. "Aber die Aufregung kommt noch früh genug", sagt sie. "Dem Dirndl-Tanz am Anfang sehe ich noch gelassen gegenüber, aber spätestens, wenn wir uns allein vorstellen müssen, geht der Puls hoch.

Ingo Dubinski ruft "Acts" auf die Bühne

Bis dahin ist noch ein etwas Zeit. Erst müssen die rund 900 Gäste in der festlich geschmückten Halle ihren Platz finden. Ex-TV-Moderator Ingo Dubinski präsentiert ausschweifend das Showprogramm, ruft "Acts" wie das Europa-Park-Showballett, John Kelly oder Frank-Sinatra-Imitator Jens Sörensen aus Oldenburg auf die Bühne. Auch die vielen Sponsoren kommen selbstredend zu ihrem Recht, doch die meisten Gäste widmen sich lieber dem Wein und den Kalbsmedaillons, als etwas über ein Nagelstudio und die neuen Attraktionen des Europarks zu erfahren.

Bewegung kommt in die Sache als Organisator Horst Klemmer die Jury vorstellt. Die ist in diesem Jahr besonders groß und bunt zusammengewürfelt. Um Deutschlands Schönste zu wählen, muss man entweder Sponsor, oder aber mal irgendwie bekannt gewesen sein. Anke Huber und Claudia Kohde-Kilsch sind dabei, auch Ex-Fußballer wie Ulli Stein und Fredi Bobic. Bei Jahrhundert-Playmate Gitta Saxx oder Schönheitschirurg Werner Mang kann man Kenntnis über die zu beurteilende Materie sicher voraussetzen. Den meisten Applaus bekommt Box-Weltmeister Artur Abraham. Einen Lacher gibt es, als Horst Klemmer die 26-fache Deutsche Meisterin der rhythmischen Sportgymnastik Magdalena Brzeska hinter der Bühne vergisst.

Dabei beherrscht Horst Klemmer das Geschäft mit der Schönheit wie kein Zweiter. Er ist das Urgestein der Miss-Wahlen-Branche, war schon in der 60er Jahren dabei, als der Titel Miss Germany noch exklusiv von den Opal Textilwerken vergeben wurde. Mit seiner Firma MGC ist er Marktführer, wenn es um Miss-Wahlen geht, rund 250 Veranstaltungen führt die Firma aus Oldenburg durch. Bis es ihm 1999 gelang, sich den Titel Miss Germany schützen lassen, war die Branche sehr unübersichtlich, prinzipiell konnte jedermann Deutschlands schönste Frau küren. Heutzutage existiert mit dem Wettbewerb "Miss Deutschland" nur noch ein ernstzunehmender Konkurrent.

Der Rhetorikkurs trägt Früchte

Die Jury drängt sich inzwischen an den Seiten des Laufstegs. Als die Missen im Abendkleid vorüber schreiten, ist Wachsamkeit gefragt, beachtlich wie synchron sich die Augenpaare von Mit-Juror Urs Meier und Fredi Bobic bewegen. Katie Steiner, im goldglänzenden Abendkleid, bringt ihren Text fehlerfrei runter, ein wenig mechnanisch klingt es, aber "Strategic Marketing" lässt sich eben nur schwer hauchen. Der Rhetorikkurs trägt Früchte, man merkt, dass sich die Missen um eine besonders deutliche Aussprache bemühen. Sie alle sind ja reine Amateure, viele noch Schüler, Bank-Azubis oder Rechtsanwaltsgehilfinnen. Aber sie bemühen sich alle sehr mit ihren jungen Jahren. Das macht den Wettbewerb charmant, mehr als eine reine Fleischbeschau.

Nach der Bikini-Runde wird es übersichtlich auf der Bühne. Nur zehn Kandidatinnen sind weiter gekommen, auch Katie darf gleich noch einmal von ihren akademischen Erfolgen erzählen, auch "Strategic Marketing" kommt wieder vor. Dass sie einmal bei "McKinsey" arbeiten möchte, kommt in der Halle nicht so gut an, aus dem hinteren Bereich hört man es Murren und Katie fallen mal ganz kurz mal die Mundwinkel herunter. "In dem Moment dachte ich wirklich, das alles vorbei ist", erzählt sie hinterher. "Aber das waren ja praktisch noch mal die selben Fragen wie in der ersten Runde."

Entscheidung nebst Nationalhymne

Nach großem Gemurmel der Jury gibt es die Entscheidung, dazu selbstredend die Nationalhymne. Nelly Marie Bojahr weiß in etwa, was auf sie zukommen wird. Als Preis bekommt sie ein Luxus-Cabrio für ein Jahr, ein paar Reisen und wird praktisch komplett eingekleidet. Außerdem wird sie Deutschland bei der Wahl "Miss Hawaiian Tropic" vertreten. Insgesamt hat sie 250 Termine von der Fernsehshow bis hin zur Eröffnung eines Einkaufszentrums. Miss Germany zu sein ist ein Fulltime-Job.

"So gesehen ist es schon ganz gut, dass ich nicht gewonnen habe", sagt Katie hinterher, glücklich über den dritten Platz und schätzt das Ergebnis realistisch ein: "Für uns anderen wird das Leben weitergehen wie bisher. "Es war eine schöne Erfahrung, aber in meinen Lebenslauf würde ich den dritten Platz nicht schreiben. Mein Arbeitgeber muss ja nicht unbedingt wissen, dass ich an Miss Wahlen teilnehme."

Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.