HOME
Neon-Logo

Seitenhiebe und Promi-Cameos: "The Man": Mit diesem Video teilt Taylor Swift gegen die Musikbranche aus

Taylor Swift ist bekannt dafür, dass ihre Musikvideos vollgepackt mit Anspielungen, Ankündigungen und Auftritten anderer Promis sind. Und auch "The Man" enttäuscht in dieser Hinsicht kein bisschen. 

Wenn Taylor Swift verkündet, dass sie ein neues Musikvideo herausbringen wird, klingeln in Millionen Fanhirnen weltweit die Alarmglocken. Denn die Videos des US-Megastars sind so gut wie nie einfach nur Videos, sondern fast immer eine wilde Sammlung aus Seitenhieben auf ungeliebte Menschen, Erinnerungen an vergangene Erfolge und Hinweisen auf zukünftige Erscheinungen. Nicht anders ist es beim Video zu "The Man", das am Donnerstag erschienen ist. In den Fan-Foren wimmelt es nur so vor wilden Theorien um sogenannte Easter Eggs, also geheime Nachrichten, die im Video versteckt sein könnten.

Und wer jetzt halbwegs nachvollziehbare Anspielungen erwartet, liegt komplett falsch. Ein Beispiel: Im Song "You need to calm down" singt Taylor in Sekunde 24 "Damn, it's 7 AM". In Sekunde 24 sind noch 2:27 Minuten vom Song übrig. Es war die Ankündigung des Videos zu "The Man", das am 27.2. um sieben Uhr morgens erschien.

"The Man" ist eine Ode an mangelnde Gleichberechtigung

Im Allgemeinen ist "The Man" eine Auseinandersetzung mit der ungleichen Behandlung und Wahrnehmung von Männern und Frauen in unserer Gesellschaft – eine Problematik, die auch Taylor Swift zur Genüge kennt. So singt sie "I'm so sick of running / As fast as I can / Wondering if I'd get there quicker / If I was a man". Und auch wenn der riesige Erfolg Swifts nicht von der Hand zu weisen ist, sieht sie Unterschiede in der Beurteilung ihrer Erfolge und ihres Privatlebens und jener, die ihren männlichen Kollegen zuteil wird.

Sie stellt Fragen wie: Wäre ich ein Mann, würde man sich dann so sehr über meine wechselnden Beziehungen auslassen, oder würde man mir dafür auf den Rücken klopfen, dass ich mich erst einmal ausprobiere, bevor ich mich niederlasse? Würde man mir Respekt für meine Arbeit zollen, anstatt sich zu fragen, ob ich all das verdient habe?

Das Video zeigt Anspielungen auf "The Wolf of Wallstreet", der Film, in dem Leonardo DiCaprio einen korrupten Bänker spielt, Serena Williams' Auseinandersetzung mit einem Tennis-Schiedsrichter, dem sie Sexismus vorwarf, das Phänomen des Manspreading, Swifts Auseinandersetzung mit Unternehmer Scooter Braun, der einst die Rechte an all ihren Aufnahmen bis auf denen auf dem Album "Lover" erstand, und und und. Wer sich wirklich reinkniet, wird in jeder Aufnahme einen neuen Hinweis, Rückblick oder Seitenhieb entdecken. Es wird sogar gemunkelt, dass die Hand, die in der Hochzeitsszene zu sehen ist, Swifts eigene sei, die darauf hinweisen soll, dass sie sich tatsächlich mit Schauspieler Joe Alwyn verlobt hat.

Ausschnitt aus dem Musikvideo zu "The Man": Eine Braut hält ihre beringte Hand in die Kamera

Handelt es sich hierbei um Swifts Hand? Gerüchte um eine Verlobung mit Joe Alwyn brodeln schon länger.

Auch Cameo-Auftritte anderer Stars gibt es wieder einige. So tauchen die TikTok-Stars Dominic Toliver, Jayden Bartels und Loren Grey, aber auch Swifts Vater Scott und die Stimme von Dwayne "The Rock" Johnson auf. Nur die Hauptrolle, die ließ Taylor Swift sich nicht nehmen: In einem aufwendigen Verfahren verwandelte sie sich selbst in sie. Ein paar Tage vor Veröffentlichung von "The Man" wurde Swift in einem Youtube-Q&A gefragt, wer die Rolle spielen würde. Sie antwortete: "Ein Boss." Wo sie recht hat …

Zuletzt noch ein kleines Easter-Egg-Schmankerl: Das Video erschien am 27. Februar. Am 27. Februar 1922 bestätigte der Supreme Court der USA den 19. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten – das Wahlrecht für Frauen. 19 ist übrigens auch die Anzahl der Hände, die "The Man" im Video nach einer sexuellen Eroberung High Fives geben. Wie gesagt …

Am Freitagnachmittag deutscher Zeit hatte das Video bereits über elf Millionen Aufrufe auf Youtube.

Quelle: "Vulture"

jgs