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Neuer Tweet Kritik an Deutschen - Boris Becker legt in Rassismus-Debatte nach

Boris Becker erntete Kritik für seine Teilnahme an einer Anti-Rassismus-Demo in London
Boris Becker erntete Kritik für seine Teilnahme an einer Anti-Rassismus-Demo in London
© Mike Egerton/ / Picture Alliance
Boris Becker demonstriert in London gegen Rassismus und erhält dafür Hasskommentare aus Deutschland. Jetzt reagiert er erneut und wirft seinen Landsleuten vor, das Thema zu ignorieren.

"Bei uns wird das ein bisschen unter den Teppich gekehrt." Mit diesem Satz legt Tennis-Legende Boris Becker in der Rassismus-Debatte nach. Der dreifache Wimbledon-Sieger erhebt Vorwürfe gegen seine Landsleute und wünscht sich eine bessere Diskussionskultur in seiner ehemaligen Heimat.

"Da habe ich wohl einen wunden Punkt getroffen gestern Abend mit meinem Tweet über meineFamilieng eschichte", sagte der dreimalige Wimbledonsieger in einem am Montagnachmittag veröffentlichten Video im Kurznachrichtendienst Twitter. Überall in der Welt werde demonstriert, das Thema Rassismus und Polizeigewalt sei überall in der Welt Thema Nummer eins. Nur in Deutschland werde das "ein bisschen unter den Teppich gekehrt", lautet Beckers Einschätzung der Lage. "Ich finde das schade."

Becker besuchte am Samstag eine Anti-Rassismus-Demonstration in London. Ein Video, das ihn mit einem Tuch vor dem Mund bei der Demo zeigt, veröffentlichte der 52-Jährige auf Twitter und erhielt dafür zahlreiche Hasskommentare und Beleidigungen mit rassistischem Inhalt. Bereits am Sonntag hatte sich Becker dagegen zur Wehr gesetzt. "Ich bin erschüttert, schockiert, erschrocken über die vielen Beleidigungen NUR aus Deutschland für meine Unterstützung der #BlackLivesMatters Demo gestern in London!", schrieb er.

Boris Becker erhält Zuspruch, aber auch viel Kritik

Mit seinem erneuten Tweet fordert er auch eine bessere Diskussionskultur der Deutschen beim Thema Rassismus ein. "Wir sollten deutlich mehr darüber sprechen. Wir sind alle eine Familie", forderte Becker, der seit Jahren nicht mehr in Deutschland, sondern in seiner Wahlheimat London lebt. In Kommentaren bekam Becker dafür erneut Beleidigungen, aber auch großen Zuspruch.

Beckers Aussage, das Thema werde in Deutschland unter den Teppich gekehrt, wollten viele nicht stehen lassen. Dutzende Twitter-Nutzer wiesen Becker auf die Demonstrationen hin, die auch in deutschen Städten am Wochenende stattfanden. Inzwischen reagierte der ehemalige Tennisprofi darauf und retweetete einen Beitrag von Sportmoderatorin Carolin Blüchel.

"Lieber Boris Becker, danke, dass du ein hervorragender Botschafter für unser Land bist. Aber bitte schließe nicht vom Hass einiger Trolle auf eine ganze Bevölkerung. Schau dir die Bilder aus München & Berlin an. Das ist ein Anfang", schrieb Blüchel auf Twitter als Antwort an Becker. Der antwortete mit einem Retweet und einem "gerne".

mai

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