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Rennen um May-Nachfolge: Carrie Symonds - die Geheimwaffe von Boris Johnson

Boris Johnson will neuer britischer Premierminister werden. Seine Chancen auf das Amt stehen nicht schlecht. Helfen könnte dem 54-Jährigen seine junge Freundin Carrie Symonds.

Johnson gewann durch Symonds PR-Strategie

Erst galt sie nur als eine seiner zahlreichen Affären, nun könnte sie die neue Frau in 10 Downing Street werden: Carrie Symonds: 31 Jahre jung, PR-Expertin und aktuelle Lebensgefährtin von Politiker Boris Johnson. Der Brexit-Hardliner hat gute Chancen, nach dem Rücktritt von Theresa May neuer britischer Premierminister zu werden - auch wenn er selbst einst scherzte, seine Chancen auf das Amt seien in etwa so groß "wie Elvis Presley auf dem Mars zu finden oder als Olive wiedergeboren zu werden". Die ersten beiden Wahlgänge konnte Johnson klar für sich entscheiden. In den kommenden Tagen wird das Bewerberfeld um weitere Kandidaten reduziert, bis nur noch zwei für eine Stichwahl übrig bleiben. Wer neuer Tory-Parteichef und damit Premierminister wird, soll in der Woche ab dem 22. Juli feststehen.

Carrie Symonds verpasst Boris Johnson neues Image

Carrie Symonds gilt dabei als Johnsons Geheimwaffe. Sie verpasste dem 54-Jährigen dank vegetarischer Ernährung nicht nur eine erschlankte Figur, sondern gleich noch eine neue Frisur und soll seine verbalen Ausfälle gezügelt haben. Noch im vergangenen Jahr verglich der Politiker Burka tragende Frauen mit "Briefkästen" und "Bankräubern" und warf Theresa May vor, sie habe mit ihren Brexit-Plänen "Großbritannien einen Sprengstoffgürtel umgelegt", den die Verantwortlichen in Brüssel jederzeit detonieren lassen könnten. Im Rennen um den Regierungssitz verhält sich Johnson bisher relativ zurückhaltend.

Dafür zieht seine junge Freundin im Hintergrund die Fäden. Freunde nennen sie bereits Flotus, was so viel bedeutet wie First Lady of The United States. Symonds will das britische Pendant werden. Die 31-Jährige ist die Tochter von Matthew Symonds, der Mitte der Achtziger die britische Tageszeitung "The Independent" mitgründete. Ihre Mutter Josephine Mcaffee arbeitete als Anwältin für das Blatt. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte begann sie 2009 in der Pressestelle der Torys. 2011 gehörte sie zum Team, das Boris Johnson unter dem Slogan "BackBoris2012" zur Wiederwahl als Londoner Bürgermeister verhalf. Im Alter von 29 Jahren wurde sie zur Kommunikationschefin der Konservativen ernannt.

Im vergangenen Jahr wechselte sie zum US-Medienkonzern Bloomberg, wo sie nun als PR-Expertin eine Initiative zur Rettung der Meere unterstützt. Überhaupt setzt sich Symonds für Themen ein, die bei alteingesessenen Konservativen bisher nicht so hoch im Kurs standen: Umweltschutz, Tierschutz, Frauenrechte. Johnson könnte vom Einfluss seiner Freundin profitieren und sie selbst frischen Wind in 10 Downing Street bringen.

Boris Johnson feierte auf dem 30. Geburtstag von Carrie Symonds

Das erste Mal in Verbindung gebracht wurden Johnson und die 23 Jahre jüngere Symonds im März vergangenen Jahres. Damals feierte sie in ihrem Elternhaus im Norden Londons eine wilde Sause zu ihrem 30. Geburtstag. Unter den Gratulanten waren Boris Johnson, damals noch Außenminister, Innenminister Sajid Javid und Umweltminister Michael Gove. Der Party-Ausflug der Politiker sorgte nicht nur bei der damaligen Premierministerin Theresa May für Stirnrunzeln.

Doch Brexit-Boris hat der Skandal nicht geschadet. Zwar trat er wenig später als Außenminister zurück und verkündete im September die Trennung von seiner zweiten Frau Marina Wheeler, mit der er vier gemeinsame Kinder hat. Seine Chance neuer britischer Premierminister zu werden waren jedoch noch nie so hoch wie derzeit.

Auch privat stehen die Zeichen auf Veränderung. Die Scheidung von Boris Johnson und Marina Wheeler läuft, für ihn ist es bereits die zweite gescheiterte Ehe. Seine erste Frau Allegra Mostyn-Owen hatte er 1993 für Wheeler verlassen. In Großbritannien wird bereits spekuliert, dass Carrie Symonds Ehefrau Nummer drei werden könnte, wenn Johnson erst einmal in der Downing Street eingezogen ist. Er wäre der erste Premierminister seit 250 Jahren, der während seiner laufenden Amtszeit heiratet.

Quellen: "Express", "The Sun", "The Week", "Daily Mail"