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Claudia Schiffer wird 40 Jahre: Ikone der Supermodel-Ära und dreifache Mutter

Claudia Schiffer wird 40. Vor 23 Jahren zog das Mädchen vom Niederrhein mit langen Beinen in die weite Welt und wurde zum bestbezahlten Covergirl der Luxusindustrie. Heute lebt die dreifache Mutter in London.

Groß, blond, blauäugig: Mit 17 begann für Claudia Schiffer aus Rheinberg in einer Düsseldorfer Diskothek ein atemberaubender Aufstieg. Zuerst erregte die schüchterne Blondine noch als das "Frollein-Wunder", inszeniert als deutsche Brigitte Bardot, internationales Aufsehen. Bald avancierte sie zum bestbezahlten Fotomodell der Welt. Heute ist Schiffer die Ikone der Supermodel-Ära der 1990er Jahre. Ihr Vermögen wird auf 120 bis 200 Millionen Euro geschätzt. Am 25. August wird die dreifache Mutter 40 Jahre alt.

Das Covergirl der Hochglanz-Illustrierten, die wandelbare Schöne vom Niederrhein, konnte sich schon 1998 im Alter von 28 Jahren steinreich vom Laufsteg zurückziehen. Heute wohnt sie, beschützt von nepalesischen Gurkhas als Elite-Leibwächter, in einem Stadthaus im edel-szenigen Londoner Stadtteil Notting Hill und im schlossartigen Landsitz Coldham Hall. Mit ihrem Ehemann, dem smarten britischen Filmregisseur Matthew Vaughn, bekam sie im Mai das dritte gemeinsame Kind - nach Caspar und Clementine wieder ein C-wie-Claudia-Kind: Cosima. Schiffers nackter Babybauch prangte auf der Titelseite der deutschen "Vogue".

Seit Monaten halten sich Gerüchte, dass der Name Schiffer bald für ihr eigenes Modelabel stehen könnte, obwohl sie der Idee einst skeptisch gegenüber stand. Für 100 Mark bekomme man ja nicht einmal ein T-Shirt, ließ Schiffer schon in den 1990er Jahren den erstaunten deutschen Durchschnittsverdiener wissen.

Claudia Schiffer ist die makellose Frau der Luxuslabels: Chanel, L'Oréal, Revlon. Ihre Millionenverträge ließen selbst Fußballstars vor Neid erblassen. Supermodels wie Schiffer, Naomi Campbell, Linda Evangelista oder Cindy Crawford stellten Film- und Popstars in den Schatten. "Das war ein ganz tolles Gefühl und eine ganz besondere Epoche in der Modegeschichte", erinnerte sich Schiffer später in einem Interview.

Mit preußischer Disziplin und kaufmännischem Kalkül hat die große Blonde (1,82 Meter) ihre Schönheit perfekt vermarktet. Sie sei die "Vorstandsvorsitzende ihres eigenen Körpers", schrieb der "Stern". Keine Drogen, keine Skandale, keine Schwäche. Während ihre Kolleginnen Champagner-Partys in Nobel-Hotels feierten, saß Claudia schon im Flieger zum nächsten Termin. Wenn die Gage stimmte, also sechsstellig war, eröffnete sie auch Autobahn-Teilstücke und Supermärkte. Ein Privatleben habe sie jahrelang nur vom Hörensagen gekannt, sagte sie rückblickend.

Sogar ihre Verlobung mit US-Zauberer David Copperfield soll mehr eine PR-Inszenierung als eine gelebte Beziehung gewesen sein, um Schiffers Bekanntheitsgrad auf dem US-Markt zu steigern und Copperfield die Türen nach Europa zu öffnen.

Schiffer war zur richtigen Zeit am richtigen Ort: als Models neben den Marken, die sie bewarben, selbst zu Marken wurden. Plötzlich konnten sich die Schönheiten ihre Kampagnen auswählen, sogar den Fotografen bestimmen und wurden nicht mehr als schnell verfügbare Zeitarbeiterinnen herumgeschubst.

Schiffers Ausscheiden bei Chanel, als Karl Lagerfeld sie 1996 unfein als "gestrige Erscheinung" abservierte, markiert für Trendexperten folgerichtig das Ende der Supermodel-Ära. Tatsächlich scheint die Zeit der millionenschweren Rekordverträge für Models ebenso vorbei wie die der ganz großen Namen im Model-Business. Die Zeit der Casting-Sternchen in Heidi-Klum-Shows zog herauf.

In Deutschland steht Claudia Schiffer heute auf einer Stufe mit Michael Schumacher, Boris Becker oder Steffi Graf - Deutsche, die zu globalen Topstars wurden - und das Land verließen.

Vor ihrem 40. Geburtstag gibt sich die kühle Schöne wieder einmal besonders zugeknöpft. Frau Schiffer sei "nicht verfügbar", lehnt ihre Londoner PR-Agentur knapp und ohne Begründung Interview-Wünsche ab. Vielleicht hätte die Blondine ihren 40. lieber verschwiegen, weil er in der jugendfixierten Modebranche doch abträglich sein könnte - oder die geschäftstüchtige Dame hat die Exklusivrechte auch dieses Termins bereits wieder meistbietend verkauft.

Frank Christiansen, DPA / DPA