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Interview-Offensive: Die pornösen Fragen an David Garrett

David Garrett wehrt sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" erneut gegen die Vorwürfe seiner Ex-Freundin Ashley Youdan. "Was in Schlafzimmern passiert, geht niemanden etwas an", sagt er - und gibt doch bereitwillig Auskunft.

David Garrett

Gibt bereitwillig intime Details preis: David Garrett

Ashley Youdan ist untergetaucht. Die US-Amerikanerin, die sich unter dem Namen Kendall Karson eine Karriere als Pornostar aufgebaut hat und inzwischen als Table-Dancerin und Escort-Dame arbeitet, ist nicht zu sprechen. Am kommenden Freitag soll sie in einem Club in Toronto auftreten. Ob sie dort erscheint, ist ungewiss. Seitdem ihre 12-Millionen-Dollar-Klage gegen Ex-Freund David Garrett publik wurde, lässt Youdan nur noch ihre Anwälte sprechen. Ganz im Gegensatz zu Garrett.

Der Stargeiger geht in die Medienoffensive. Nach seinem ausführlichen Interview mit der Zeitung "Die Welt" am vergangenen Dienstag über die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn und über seine Beziehung zu der 28-jährigen ehemaligen Pornodarstellerin Youdan, meldet sich Garrett in der "Welt am Sonntag" erneut zu Wort. "Er möchte noch ein paar Dinge klarstellen", heißt es in dem Artikel. "Ich lass mir doch nicht die Butter vom Brot nehmen", sagt Garrett und bläst zur medialen Gegen-Offensive.

David Garrett spricht von "Rufmord"

Garrett führt das Interview telefonisch. Er befinde sich im Urlaub. Wo, wolle er nicht sagen, heißt es. Er versuche, ein bisschen abzuschalten. Das gelinge ihm nicht wirklich. "Es geht mir nicht gut dabei", sagt er. Er verfolge die Medienberichte über ihn und seine Ex-Geliebte. Garrett spricht von "Rufmord". Die Veröffentlichung von Details aus seinem Intimleben wolle er nicht mehr weiter hinnehmen. "Eine Gegenklage von meiner Seite ist jedenfalls nicht ausgeschlossen." 

Trotzdem spricht auch er weiterhin über sehr Privates. Zum Beispiel darüber, dass er gelegentlich Escort-Damen gebucht habe. "Ich würde es jetzt nicht unter der Kategorie 'traurig' abhaken, dass ich ein Escort-Mädchen gebucht habe. Von außen betrachtet, mag es vielleicht traurig wirken", erklärt er. Er sei aber beruflich 200 Tage im Jahr unterwegs. "Dass auch ich Nähe gesucht habe, ist menschlich nachvollziehbar, glaube ich", sagt er.

Garrett will nicht als das gewissenlose Sexmonster dastehen, für das ihn einige nach den Berichten halten. Deshalb gibt er bereitwillig auch über die Tatsache Auskunft, dass er mit Youdan und dem Münchner Model Bianca Dellermann gleichzeitig liiert war. "Ich war in zwei Frauen verliebt. Ich war das erste Mal in meinem Leben in so einer Situation. Ein totaler Zwiespalt. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere, ich konnte mich nicht für eine entscheiden. Das war moralisch verkehrt, weil ich mit den Gefühlen von zwei Menschen gespielt habe. Das darf man nicht machen", zeigt sich Garrett einsichtig.

Acht Fragen zur Porno-Vergangenheit von Ashley Youdan

Er wolle sich nicht auf Youdans "Niveau" begeben, sagt Garrett. Und trotzdem tut er genau das. Gleich mehrfach beantwortet Garrett Fragen über die Porno-Vergangenheit seiner Ex-Freundin:

- "Wussten Sie schon vor Ihrem ersten Treffen, dass Ashley Youdan nicht nur Escort-Dame war, sondern unter ihrem Künstlernamen Kendall Karson auch in Pornofilmen mitspielte?

- Das hat Sie gar nicht irritiert?

- Haben Sie mit ihr über ihre Pornofilme gesprochen?

- Kannten Sie die Pornofilme Ihrer Freundin?

- Es ist ja mutmaßlich nicht ganz einfach, zu tolerieren, dass es von der neuen Freundin auch eine realistische Aufblas-Sexpuppe bei Amazon gibt.

-  War die Beziehung zu einem Pornostar auch eine späte Rebellion gegen Ihr strenges Elternhaus?

- Haben Sie Ihre Freundin je gefragt, warum sie Pornodarstellerin geworden ist?

- Hat sie noch im Pornogeschäft gearbeitet, während Sie mit ihr zusammen waren?

Garrett sagt, er habe zwar über die Pornovergangenheit seiner Freundin Bescheid gewusst, sie habe ihn aber nicht interessiert. "Aber natürlich war Sexualität ein großes Thema in unseren Gesprächen", sagt er.

Garrett in der Interview-Offensive

"Was in Schlafzimmern passiert, geht niemanden etwas an", meinte er zu Beginn des Interviews. Bereitwillig Auskunft gibt der Stargeiger trotzdem. Bereits zum zweiten Mal. Ob er sich damit einen Gefallen tut? Fraglich. 

"Das Tolle ist, dass man beim Sex auch mal grob sein kann. Mit meiner Geige gehe ich viel zärtlicher um, ein Kratzer an der Geige heilt nicht, an einer Frau schon", hatte er in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung einmal gesagt. Es sind genau jene Interviews über Sex und Liebe, die ihm jetzt schaden.

Vielleicht sollte er es machen wie Ashley Youdan: abtauchen und schweigen.